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lung bedeutsamen Abhängigkeitsverhältnisse zum KlosterFürstenfeld. Verhängnißvoll scheint dasselbe nicht ge-wesen zu sein, trotz der vielen im Laufe der Jahrhundertezwischen Markt und Kloster entstandenen Zwiste, dennder Flecken nahm stetig einen gedeihlichen Aufschwung.Zur Zeit der Erwerbung des Marktes durch das Kloster,also im 14. Jahrhundert, bestand, wie aus mehrerenUrkunden ersichtlich, ein Theil der Bevölkerung Brucksnoch aus Leibeigenen; es unterliegt aber keinem Zweifel,daß neben der Landwirthschaft, welche wohl von denMeisten Bürgern und Einwohnern betrieben wurde, da-mals auch schon die erforderlichen Gewerbe im Gangewaren, und daß durch ein schon älteres Verkehrslebendie Bürgerschaft nach und nach zu nicht unbedeutendemWohlstände gelangte. Doch es hat dem Flecken auchnicht an Drangsalen gefehlt. Kloster und Markt hattenzwischen den Jahren 1311—1313 durch die Fehde zwischen
ergreifender Pracht und Majestät gen Himmel sich erhebt,ein überwältigendes Denkmal der Größe und AllmachtGottes. Und so ist denn die „Leuchtenstadt" Jahr fürJahr das Reiseziel einer gewaltigen Fremden-Schaar.Aus dem Norden, Osten, Süden und Westen, aus allenLändern der alten und neuen Welt tragen sie die Eisen-bahnen zu Hunderttausenden hieher, und die Zahl mehrtsich von Jahr zu Jahr.
Diese Wahrnehmung und die weitere, daß das katho-lische Vercinsleben in der Stadt in den letzten Jahrenmächtig zu erstarken begann und für seine freie Ent-wicklung größerer Versammlungs-, Theater- und Concert-Locale bedurfte, riefen den Gedanken an die Erstellungeines katholischen Vereinshauses, eines Sammelpunktesder hier wohnenden und von auswärts hier zusammen-strömenden Katholiken wack. Die großen Schwierigkeiten,die sich entgegenstellten, verhehlte man sich keineswegs.
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dem Pfalzgrafcn Rudolf und dem Herzoge Ludwig, noch mehr aber 1322 durch den Heereszug zu leiden,welchen Herzog Leopold von Oesterreich vonSchwaben aus mit 2000 Reitern zur Unterstützung stinesBruders, des Gegenkönigs Friedrich des Schönen,nach Bayern unternahm. (Schluß folgt.)
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Das katholische Vereinshans iu Luzern.
Ein Denkmal der Opferwilligkeil schweizerischer Katholiken.
(Mit Abbildung.)
Die „Perle der Schweiz" wird sie mit Recht ge-nannt, die „Leuchtenstadt" Luzern. Herrlich liegt sie au,schönsten der Schweizerseen, im Herzen der waffenruhm-gekrönten „8 alten Orte", in unmittelbarer Nähe derimponirenden Alpenwelt, die mit ihrem leuchtenden,„ewigen" Schneefirn, zumal bei Anbruch des sonnigenLenzes, in wunderbarer, jedes ideale, religiöse Gemüth
Vorab schreckten die Unkosten des Baues und Betriebesab. Aber starkes Gottvertrauen siegte über mannigfacheBedenken aller Art, und der Appell an die Opferwillig-keit der Gesinnungsgenossen in der Stadt, im Kantonund in der übrigen Schweiz fand freudiges, ja begeistertesEcho. In wenig Monaten war eine Viertels-Million in Actien zu 500 Francs gezeichnet, dieGeneralversammlung wurde einberufen, der Bau begann.— Heute ist das schöne, stolze Werk zu allseitiger Be-friedigung vollendet. Auf gut ^ Million ist es zu stehengekommen, aber es ist herrlich gelungen, zur Freude vonJung und Alt in den eigenen Reihen, und ein Gegen-stand unverhohlener Bewunderung auf Seite unsererGegner.
Treten wir dem Baue näher! Vom Bahnhof ausführt der Weg über die Scebrücke nach dem weltberühmten„Schweizerhof"-Ouai, dann weiter beim neuen, stolzen„Gotthardgebäude", dem Verwaltungssitze der Gotthard-