geistlichen Oberen unterbreitete, fanden die Genehmigungder Kongregation der Propaganda, an deren Berathungeneine größere Anzahl von Kardinälen theilnahm, darun-ter auch Kardinal Lavigerie, der hochverdiente Gründerder Missionsgesellschaft für Algier und Centralafrika , so-wie die des Papstes. Besonders warm befürworteten dieGründung Kardinal Franzelini und Erzbischof Jakobini,der hochverdiente Sekretär der Propaganda. Die be-treffenden Erlasse rühren aus dem Juni und Juli 1884her und in Bayern vermochte I>. Amrhein sein Vorhabenauszuführen; er preist darum als Fügung der göttlichenVorsehung dieses Zusammentreffen, daß gerade damalsdas Deutsche Reich ernstliche Schritte zum Erwerb größererLänderstriche in Afrika that. Als Arbeitsfeld wurde da-her Deutsch-Ostafrika gewählt, dessen südlicher Theil vomhl. Stuhl 1887 zur „Apostolischen Präfektur
!>0 -
führen und durch diese sie für das Christentum em-pfänglich machen. Das ist ein äußerst wichtiger Grund-satz, der das St. Benedikt-Missionshaus wesentlich undsehr günstig von anderen Misstonen unterscheidet. Darumüben sich auch die Priester und Katecheten neben demStudium täglich im Handwerk oder Feldbau und dieKandidaten der dritten Kategorie, die Arbeiter-Hilfs-missionäre, werden in den Werkstätten, im Hausdienste,im Felde, Stall und Garten beschäftigt, die Frauenentsprechend im Haushalt, im Zarten und bei derMilchwirtschaft. Die Grundlage der Hausordnung bildetdie Regel des hl. Benedikt und eine unerschütterlichestrenge Disciplin. Weil alle Gattungen des Handwerkesfür die Mission und das Missionshaus von ersprieß-lichem Nutzen sind, finden Handwerker jeder Art will-kommene Aufnahme: Buchdrucker, Mechaniker, Schreiner,
Missionshaus und Kirche Zil. Gtlitten bei Emming. (Herrerikloster.)
Original-Aufnahme von Max Merz, Photograph in Diessen am Ammersee. fVervielsältigungsrecht vorbehalten.)
Süd-Sansibar" eingerichtet und der St. Benediktus-Missionsgesellschaft übertragen wurde.
Die Missionäre von St. Ottilien gliedern sich indrei Kategorien: in Priester, Katecheten, welche alsLehrer in den Missionsschulen eine wirksame Stütze derersteren sein sollen, und Arbeiter; die weibliche Ab-teilung in letztere zwei. Dazu treten die entsprechendenKandidaten- und Vorbereitungsklassen. Die gesamteAusbildung der Insassen des Hauses ist auf die Missions-thütigkeit berechnet, die Studien erstrecken sich somit aufdas dem Priester nötige wissenschaftliche Gebiet inSprachen, namentlich auch auf das Französische, Englischeund Suaheli . Wo die Kräfte der Anstalt nicht aus-reichen, treten weltliche Lehrer ein. Neben der geistigenThätigkeit fällt aber der körperlichen Arbeit eine große,vielleicht noch eine höhere Aufgabe zu, denn die Ge-wöhnung an die Arbeit soll die Heiden zur Gesittung
Schuster, Schneider, Schmiede, Schlosser, Spengler,Zimmerleute, Wagner, Maler, Buchbinder, Gärtner,Oekonomen, die sich auf die Bodenkultur, die Pferde-und Viehzucht verstehen. Aber wie es der äußerstschwierige, entbehrurgsvolle Beruf erfordert, ist wederdas Leben im Hause ein behagliches noch die Zulassungeine leichte, im Gegenteil herrscht eiserne Zucht; Ab-härtung und Entsagung, pünktlichster Gehorsam dienenals Richtschnur und der Eintritt unterliegt vorsorglichden schärfsten Bedingungen, um abenteuersüchtige oderspekulationslustige Leute und Personen zweifelhaftenCharakters fern zu halten. Ja, die Kandidaten müssenwahrhaft „Beruf" in sich fühlen und in harter langerProbe bewähren, um zum Lohn dafür ein Leben einzu-tauschen voll Mühen, Beschwerden und Aufopferung! Inunsern fast nur dem materiellen Streben ergebenen Tagenklingt es fast wie ein tröstendes Wunder, daß in den