Ausgabe 
(30.10.1894) 88
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Das 150jährige Jubiläum -es kgl. bayer. 4. ChevaulegerHeginieulsLönig".')

Uniform des kgl. bayrr. 4. Chevanleger-Uegiments (1894).

Im Jahre 1742 hatte Kurfürst Karl Theodor aus >der Linie Pfalz-Neuburg die Erbschaft der gesammten kur- !pfälzischen Lande angetreten. Der junge Fürst widmetesich mit Eifer der Reorganisation seines Heeres. Am1. September 1744 erschien eine kurfürstliche Ordre, welchedie Bildung eines Graf-Elliot-Regiments aus den Kara-biniers der Taxis-Reiter und Elliot - Dragoner und deroberrheinischen Kreis-Eskadron anordnete. Der diesjährige1. September ist somit der 150. Geburtstag des nun-mehrigen kgl. bayer. 4. Chevauleger-RegimentsKönig".Wir möchten schon seinen ersten Namen als eine glück-liche Vorbedeutung seiner stolzen, kriegerischen Zukunftbetrachten. Die Elliot de Mohrange waren ein norman-nisches Geschlecht, dessen Mitglieder, der Sitte des da-maligen Adels folgend, sich verschiedenen Herren widmeten,und das wohl auch seinen berühmtesten Vertreter in GeorgAugust , dem späteren Lord Heathfield, gefunden hat. Dieser

*) Nachstellende Schilderung sammt den beigegebencn Bildernentnehmen wir einem in der trefflichen WochenschriftDas Bayer- ,land" (Verlag von R. Oldenbonrg in München , Redaction H, Leher)erschienenen längeren AufsätzeZ»m 150jährigen Jubiläum usw."von A. Element!, Die Redaction.

hatte seine militärischeBildung an der franzö-sischen Ingenieurschule zuLaföre erhalten, nahm so-dann englische Kriegs-dienste, wohnte als Adju-tant den Feldzügen inDeutschland 1740 1748bei. Zum Adjutanten Kö-nig Georgs II. ernannt,führte er in der englischenArmee die Chevaulegersein, welche damals inkeinem Heere fehlten. Erbildete das erste englische Chevauleger-Regi-ment imJahre 1759. Er hat sichfür immerdar einen Namenin der Weltgeschichte er-obert durch seine unver-gleichliche Vertheidigungder Festung Gibraltar , inwelcher er drei Jahre langder Uebermacht der ver-einigten spanischen undfranzösischen Armeentrotzte. Die Erhebung inden Peersstand Groß-britanniens war die Be-lohnung, welche ihm seinneues Vaterland reichte.

Ueber die damalige^Uni-formirung des Regimentsfindet man keinen genü-gendenAufschluß. Sie fügtesich eben an die damalsherrschende allgemeineType. Die ersten Garni-sonen des Regiments warenim pfalz-neuburgifchen Ge-biete, und erst 1785 trittals erste größere Garnison Düsseldorf hervor.

Es währte 12 Jahre, bis das Regiment zum erstenWasfengange ausreiten sollte. Im 7jährigen Kriege näm-lich waren seine Reiter an der Schlacht von Noßbach be-theiligt, kämpften bei Leipzig, in der Schlacht von Torgau ,bei Meißen, Dippoltswalde, bei Strehlen und Wittenberg ,1761 bei Weida . Mit besonderer Auszeichnung werdendie kriegerischen Leistungen hervorgehoben, welche das Re-giment im Jahre 1762 in Sachsen verrichtete.

Im Jahre 1777 starb Kurfürst Max Joseph III. ,und Karl Theodor , sein Erbe, vereinte nunmehr unterseinem Scepter nach vielhundertjähriger Trennung dieLande von Kurpfalz und Kurbayern. Bei der Verschmel-zung der kurpfälzischen und kurbayerischen Armee wurdendie Elliot-Reiter zu Kürassieren umgewandelt.

Sie erhielten die Nummer und den TitelzweitesKürassierregiment"; als solches nahmen sie im Jahre 1790an dem Rcichsexecutionszug nach Lüttich theil, welcher ge-gen die Lütticher unternommen wurde, weil sie sich em-pört und den Fürstbischof Konstantin Franz vertriebenhatten.