so innig auf das Wiedersehen der Geliebten gefreut undsah sich nun mit einem Schlag aus all seinen Himmeln ge-stürzt. Der Herzog betrachtete ihn schweigend. DerErnst auf seinem Angesicht wurde durch ein mildesLächeln verdrängt. Er reichte ihm gütig die Hand.„Nur Geduld", tröstete der hohe Herr, „aufgeschoben istnicht aufgehoben! Ich glaube Dir die feste Zusage gebenzu dürfen, daß Du die erwünschte Reise bald antreten
kannst." (Fortsetzung folgt.)
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Zu unseren BildernSladtpfarrer Nr. Heinrich Hansjakod.
Hansjakob gehört zu den originellsten Schriftstellern, derenwir Katholiken uns rühmen können; er ist ein literarischerCharakterkopf, wie sie in unserer Zeit nur selten aus dem
und Philologie. Im Jahre 1863 wurde er zum Priester ge-weiht und machte im selben Jahre das philologische Staats-Examen. Von 1863-1874 war er Lehrer am Gymnasium zuDonaueschingen , von 1864—1869 Vorstand der Realschule zuWaldshut . Im letzten Jahre beging er das todeswürdige Ver-brechen, eine öffentliche Rede gegen das badische Ministeriumzu halten — schnell folgte die Nemesis: er ward abgesetzt undauf einer Festung für einige Zeit unschädlich gemacht. Von1870—1884 fnngirte er als Pfarrer in Hagnau am Äodensee,dem schönst gelegenen Pfarrdörfchen in Baden; von 1871 bis1881 wurde er in die badische Kammer der Abgeordneten ge-sandt und 1873 wiederum wegen einer dem Ministerium weniggefallenden Volksrede eingesperrt. Seit 1884 ist Hansjakob Stadtpfarrer in Freiburg .
Die Sibirische Eisenbahn.
Schon in den^Jahren 1857—1869 tauchten verschiedeneProjecte auf, um die ungeheuren Gebiete Sibiriens durch eine
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Tintenmeere deutscher Schriftsteller auftauchen. Seine Schilder-ungen aus dem Kleinleben seiner engeren Heimath, dem Kinzig-thal in Baden, sowie aus seiner Jugend- und Studienzeit habenihm Beifall und warme Anerkennung nicht allein in kathol.Kreisen und nicht allein in badischen Landen gebracht. Einesolche Naturwüchsigkeit, wie in seinen schon aus eine stattlicheAnzahl von Bänden angewachsenen Skizzen, Schilderungen undErzählungen findet sich nur noch bei Sebastian Brunner undin den Schriften se nes verewigten Lai.dsmanncs Alban Stolz .Zu den vorzüglichsten Werken Hansjakobs, die allen Anspruchdarauf haben, in die Litteraturgeschichte eingetragen zu werden,gehören die „Wilden Kirschen" und „Schneebällen", ferner„Dürre Blätter", „Aus meiner Jugendzeit" und „Aus meinerStudienzeit". Daran reihen sich eine Anzahl Reiseschilderungensowie historische Abhandlungen, und endlich zahlreiche, vortreff-liche Predigten. — Hansjakob wurde geboren im Jahre 1837zu Haslach im Kinzigthal in Baden als Sohn eines Bäcker-meisters und Bauernwirths. Er studirte auf dem Gymnasiumzu Rastatt und später an der Universität Freiburg Theologie
das Land bis znm Stillen Ocean durchziehende Eisenbahn mitdeni europäischen Rußland unmittelbar zu verbinden. DieseProjecte behandelten entweder die ganzeiBahn oder Thcilstreckenderselben. Erst in neuerer Zeit wurden diese Pläne verwirklicht.Durch Rescript des Kaisers Alexander III. , der sich sür dasRiesenwerk sehr interessirte, vom 17. (29.) März 1891 wurdeder Bau der Sibirischen Eisenbahn angeordnet und noch imnämlichen Jahre in Angriff genommen. Die S. E. wird eineGesammtlänge von 7 i 12 Werst erreichen, die Herstellungskostensind auf 350 Millionen Rubel veranschlagt. Sie bildet dieFortsetzung der noch im europäischen Rußland belegencn Staats-bahn Samara—Ufa—Slatonst—Tscheljabinsk. Von Tscheljabinsk führt die Linie über Kurgan und Petropawlowsk nach Omsk am Jrtysch, wo sie denselben überschreitend in die BarabizischeSteppe eintritt, um sodann über Kainsk das Dorf Kriwosch-tschekow am Ob zu erreichen. Hier überschreitet die S. E. denOb mittelst einer 400 Faden langen Brücke und geht dannüber MariinSk , die Stadt Kansk und Nischne-Udinsk nach derStadt JrkutSk. Von da führt die Linie am Baikalsce entlang