Ausgabe 
(27.3.1896) 26
Seite
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Theorie und Praxis. Prinzipal swegen schlechterKost vom Lehrling verklagt^: Herr Richter, sagen Sieselbst, ist Schweinebraten nicht ein schönes Essen?Richter szum Lehrjungens: Junge, schämst Du Dich nicht,unter solchen Verhältnissen über schlechtes Essen zu klagen!Ist Schweinebraten nicht ein schönes Essen?Lehrling:Ja, ein schönes Essen ist Schweinebraten, aber ich be-komme nie welchen!

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Mein theurer Freund,- sagte ein Herr zueinem Bankier, der eben Bankerott gemacht hatte,ichhabe mit großem Bedauern von Ihrem Unglück gehört.Ihre Familie hat meine wärmsten Sympathien."O, um meiner Familie willen beunruhigen Sie sichnicht; ich habe für sie Sorge getragen. Schenken SieIhre Sympathien den Familien meiner Gläubiger."

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Berufslasi. Fritz:Weiß der Henker, Hans, ichkann jetzt keine Nacht mehr schlafen." HanS:Ja,was ist Dir denn? Drückt Dich denn Dein Gewissen,oder hast Du sonst einen Kummer?" Fritz: «Nein,aber Nachtwächter bin ich geworden."

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Gutes Echo. Prinzipal:Aber alle Donner-wetter, Mensch, was haben Sie gemacht? Sie sind jaein wahres Kamee! I" Reisender:Was ich bin, magzweifelhaft sein, das aber ist gewiß, daß ich Sie seitneunzehn Jahren nach allen Seiten hin würdig ver-treten habe."

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Selbstbewußt.Sie halten um die Handmeiner Tochter an! Aber sagen Sie nur, Sie sindnichts, Sie haben nichts, womit wollen Sie Ihren An-trag begründen?"Weil ich doch ein gar zu netterKerl bin!"

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Er kann bestehen. Fremder:Kann denn hiertn dem kleinen Neste ein Chirurg bestehen?" Wirth:Das will ich meinen! Wir haben doch im Sommerdie große Kirchweih und im Herbste mehrere Treibjagdenhier!"

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Verkehrt. Lieutenant szu seinem Kaureradenj:» . . . Wenn ich schon heirathe, so muß meine Fraudoch so viel mitbringen, daß ich sie anständig ernährenkann!"

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Dornenwege.

Dornenwege, harte WegeMeidet gern der Erdensinn:Dornenwege, Leidensstcge,Zagend geh'n wir drüber hin.

Dornenwege, süße Wege,Herr, du schrittst sie mir voran,Daß ich gern dir folgen mögeMuthig auf der Kreuzesbahn.

Dornenwege, schwere Wege,Wo ich allzeit leiden muß,

Doch in deine Fesseln legeGern, o Herr, ich meinen Fuß.

Dornenwege. GotteswegeFühren auS der Welt heraus,Dornenwege, HimmelsstegeLenken heim inS Vaterhaus.

Kimmeksschau im Monat Aprik.

X. Merkur L ist bis Ende des Monates, woer am Abendhimmel auftaucht, unsichtbar.

Venus Z geht nach 5 U. früh im Osten auf undsteht am 15. im Acauator.

Mars F steht im Wassermann, ist sehr lichtschwachund geht 1 Std. 15 Min. vor der Sonne auf.

Jupiter y kommt bereits nach 7 U. abdS. nachSüden und geht unter zwischen 3 U. 30 M. und 1 U.30 M. früh in WNW.

Saturn H in der Waage wird sehr hell, geht an-fangs 10 U., zuletzt 8 U. abds. auf und bleibt danndie ganze Nacht sichtbar.

In der Nähe des Mondes befinden sich Venus am11., Merkur am 12., Jupiter am 20., Saturn am 28.Vom Mond wird bedeckt Mars am 8. vorm. 11 U.,AntareS am 2. früh 2 U. und am 29. nachm. 4 U.,Regulus am 22. nachts 11 U.

Vom 1. bis 13. läßt sich daS Zodiakallicht im W.zwischen 8 U. u. 10 U. beobachten. Am 20. findet derSternschnuppensall der Lyriden statt aus dem Radiantenzwischen Leyer und Herkules.

-SWWW-

Kchachairfgabe.

Schwarz.

Weiß.

Weiß zieht an und setzt mit dein 3. Zuge matt.

S R

Auflösung des Rösselsprungs in Nr. 24:Sonntagsruhe.

Sabbathliche Stille,

Alles pflegt der Ruh'.

Pochend Herz, nun ruhe,

Ruh' auch du!

Laß die LeidenschaftenSchweigen auch einmal,

Flieh', was um den FriedenDich bestahl!

All' die wilden WünscheWeise streng zur Ruh';

Sei am Feiertage

Still auch du! Stelter.