Ausgabe 
(11.8.1896) 66
Seite
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Möchte wissen, ob sich das auf Sir Victor oderdessen Sohn bezieht?" fuhr die Alte fort,mir scheintnicht wahrscheinlich, daß unser Herr wieder heirathet,also wird sein Sohn die Braut am Hochzeitstage ver-lieren, was doch eigentlich sehr traurig ist. Und da esheißt, daß selbst der Name vergehen wird, stirbt er folge-richtig auch, und die Chaterons find zu Ende."

Nein, das ertrage ich nicht", rief Hooper und sprangzweifelnd auf.Ich will nichts wissen von Ihren dum-men Prophezethungen nnd glaube nicht daran; es isteine Schmach, als alte Dienerin der Familie reden Siegerade, als ob Sie wünschten, daß es einträfe."

Das will ich nicht", sprach Martha und schütteltedüster das Haupt,ich prophezeihte es nicht, machte nichtwahr, was bereits wahr geworden, und werde auch denRest nicht zur Erfüllung bringen. Uebrigens wird Alleseintreffen. Erinnern Sie sich meiner Worte, Mr. Hooper,wenn Sie's erleben." (Fortsetzung folgt.)

bildet. Sommergäste weilen wegen der Nähe desschönen, schattigen und historisch merkwürdigen Burgwaldesund mehrerer behaglichen Wohnungen gerne in SanktGeorgen.

Sankt Georgen ist alt. Im Jahre 815 nachChristi Geburt stiftete der aus dem mächtigen und an-gesehenen Geschlechte der Grafen von Diessen und Andcchsstammende Augsburger Domherr Rathard mit Einwil-ligung seines Bruders Hanto, Bischofs von Augsburg ,mit seinem elterlichen Vermögen das erste Augustiner-kloster und die Kirche Sankt Georgen, welche auch stattder weit älteren Sankt Martins-Kirche in der Nähe derZiegelei beim Burgwalde Pfarrkirche wurde und eS mitAusnahme von 59 Jahren, während welcher Zeit dievon den Hunnen zerstörte Kirche in Trümmern lag, biszum Jahre 1806 blieb, in welchem die Klosterkirche zuDiessen als Pfarrkirche erklärt wurde. Um das Jahr1013 gingen zwei ehrwürdige Ordensbrüder an die

Kankl Georgen am Ammerser.

Origilial.Auflicchmc von Max Merz, Photograph in Diessen -Weilheim lVervielfältigungsrecht vorbehalten.

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Sankt Georgen am Ammersee .

(Mit Bild.)

IV 8ok. Etwa zwei Kilometer westlich über demMarkte Diessen liegt das freundliche Dorf Sankt Georgen,dessen Gemeinde in der oberen Hofmarksgasse zu Diessen beginnt und den Weiler Fürholz, dann das DörfchenMengen, wie die ehemaligen Klostergüter, nunmehrigenOekonomicgüter des Herrn Klosterbrauereibesitzers J.Span,Seehof und Btschofsried in sich faßt und 210 Häusermit 970 Einwohnern umfaßt. Das Dorf mit der hoch-gelegenen Kirche präsenttrt sich ganz malerisch von derRotier Straße aus, wo der Burgwald mit der Gebirgsketteden Abschluß bildet. Auch von der Mechthildis-Kapelleim Burgwalde aus zeigt sich das Dorf mit dem WeilerFürholz und den ehemaligen Dicssener Klostergebäudenals ein hübsches Landschaftsbild, da hier der Ammersee mit den östlichen bewaldeten Höhen den Hintergrund

Wiederherstellung der Kirche und des Klosters, mit Geld-mitteln versehen von der frommen Wittwe und GräfinKuniffa von Dtessen-Andechs, welche auf der nahen BurgSchönberg (jetzt Burgwald) wohnte und weiter östlichKirche und Frauenkloster St. Stephan erbaute.

Bei der Wegräumung des Schuttes fand man einengroßen Stein, welche mehrere starke Männer nicht auf-zuheben vermochten. In Folge eines sich dreimal wieder-holenden Traumes, den Stein hinwegzuwälzen, gingeiner der beiden frommen Brüder, Huldartch mit Namen,ans Werk und hob ganz allein den Stein auf, unterwelchem sich der Leichnam des Stifters Rathard fand.Ein an Händen und Füßen lahmer Mann wurde derLegende nach während der hl. Messe auf Fürbitte desHeiligen vollständig geheilt. Nach Vollendung des Ktrchen-baues wurde der heilige Leib in Mitte der Kirche beige-setzt, blieb dort bis zum Jahre 1638, zu welcher Zeitderselbe unter dem Augustiner -Propste Simon Wörle in