Ausgabe 
(27.12.1894) 52
 
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Recensionen nnd Notizen.

* Die Linzertbcol.-Prakt. Quartal schrift, deren 1.Heft pro 1895 die Presse verlassen hat, beginnt damit ihren 48.Jahrgang nnd verbindet mit ihrem hohen Alter einen anerkanntgroben Nnf. Ihrem Titel gemäß ist sie stets bestrebt gewesen,den praktischen Theil der Sceliorge zu Pflegen, ohne 'deßhalbaber den wissenschaftlichen Theil zu vernachlässigen, wovon dasneueste Heft wiederum den Beweis liefert. Dem Umstände, daßdem Klerus bei der Lösung der socialen Frage ein Hauptanthcilzufällt, trägt die Redaktion in den von der ständigen Federdes hochw. ?. Albert Maria Weiß stammenden Leitartikeln undin derKirchlich-socialpolitischcn Umschau" Rechnung und bringtaußerdem noch in jedem Hefte zahlreiche interessante Abhand-lungen. DiePastoral-Fragcn und Fälle" zumeist von bekanntenKasuisten bieten dem Seelsorger eine Fundgrube in schwierigenFällen; ebenso besprechen dieKurzen Fragen und Mittheil-ungen" die verschiedenen Vorkommnisse in der Seclsorge, undfinden mannigfache kirchliche Rechtsfragen hier ihre Lösung.Jedes Hest bringt außerdem noch einen Bericht über die Literatur,über die Erfolge in den katholischen Missionen und über neuesteEntscheidungen und Bewilligungen in Sachen der Ablässe bezw.Entscheidungen und Bestimmungen der römischen Congre-gationen. Da der Redaction über 500 Mitarbeiter auS alleneuropäischen Ländern, darunter hervorragende Gelehrte, zurSeite stehen, so können die Verhältnisse der verschiedenen Länderberücksichtigt werden. Die Quartalschrift, die von den meistenbischöflichen Ordinariaten warm empfohlen wurde, erfreut sichin allen Diöcescn Oesterreich-Ungarns und Deutschlands , so-wie in der Schweiz, in Holland, Luxemburg und Amerika einer stets wachsenden Verbreitung. Die Auflage stieg von1889 bis 1894 von 8700 aus 12,000 Exemplare. Das I. Heft1895 wurde in der Stärke von 17 Bogen mit 15,000 Exem-plaren aufgelegt. Die einzelnen Hefte erscheinen stets EndeDezember, 15. April, 15. Juli und 15. Oktober in der Stärkevon 17 Bogen in schöner Ausstattung. Trotz des reichen In-haltes beträgt der Abonncmeniprcis nur 3 fl. 50 kr. 7 Mark8 Frc. und 75 Cent. Man pränumerirt am einfachsten mitPostanweisung bei der Redaction der Quartalschrift in Linz a. d. Donau , Stiftcrstraße 7. Die Versendung geschieht direktund portofrei. Auch die Buchhandlungen und Postämter nehmenBestellungen an.

Lolot I.-8. (s. ck.), Voeadnlairs arade-kiangais L I'usaAöckos ötncliauts. 8", xx. IX -j- 994. Vr. 10,00. Lsg--ronth, InMimoris eatlwligus. 1894. (III.)k Ein großartiges Feld der Thätigkeit haben die Jesuiten in dem herrlich gelegenen Beirut, dem Neapel des Orients,eröffnet. Was sie dort aus ihrer vorzüglich eingerichtetenDruckerei an arabischer Literatur und Studienwerken fürarabische Sprache veröffentlicht haben, ist ein Muster philo-logischer Genauigkeit und hat auch bei den gelehrten OrientalistenEuropas , die sonst giftige Jesuitenfresser sind, vollste Anerken-nung und Benützung gefunden. Zu den nützlichsten Bücherndes Verlages gehört obiges Wörterbuch, welches jetzt in seinerneuen Auflage, die (in größerem Format, als die vorige von1688) um mehr als 5000 Wörter reicher geworden ist, kurzwcgals bestes und bequemstes Lexikon bezeichnet werden darf;Staunen erregt der niedrige Preis (der freilich bei Bezug vondeutschen Importgeschäften sich auf 10 30 Mark erhöht) beieinem Umfange, der das theuere vierbändige arabische Folio-Lexikon von Frcytag vollständig ersetzt; nur den Vortheil hatletzteres, daß cS lateinisch geschrieben ist. Daß bei der com-pcndiösen Form dieses handlichen Wörterbuches der Druck ent-sprechend klein werden mußte, ist klar; die arabische Schrift istaber schon wirklich von mikroskopischer Kleinheit, für Beduinen-augen berechnet, die ihre Schärfe freilich gerade dem Nichtlesenverdanken.

Weiß, Dr. I. B. von, k. k. Hofrath, Weltgeschichte, dritteverbesserte Auflage. Lieferung 110116. Grnz undLeipzig 1894. Verlags-BuchhandlungStyria". Preisder Lieferung 50 kr. 65 Pfg.

Nun liegt von diesem epochalen Gcschichtewerke bereits derXIV. Band vor. Dieser führt uns in der ersten Hälfte in denAbfall Nordamerikas vom Mutterlande ein, schildert unö dieUrsachen desselben, die Verhandlungen darüber, den langen,wcchsclrollen Krieg, den FriedcnSabschluß und endlich das riesigeWachsthum der jungen Republik . Die zweite Hälfte zeigt unswie der nordamerikanische Freiheitskampf nicht ohne Folgen fürdie alte Welt geblieben und hebt namentlich die Einwirkung

Verantw. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg . Druck u.

hervor, welche selber zunächst auf die gewaltige Bewegung auZ-ausgcübt, die dafranzösi'cbe Revolution" heißt, und von dernack und nach die meisten Völker beeinflußt werden. Meister-haft wie immer hat der Verfasser die Zeichnung der Charaktereverstanden; denn unvergleichlich ist die Charaktcrwicdcrgabe dcSerhabenen Freiheitömauncs Washington, des französ. Schrift-stellers Rousseau , der Staatsmänner Maurepaö und Neckerund hauptsächlich des ersten Redners Frankreichs Mirabeau.Unstreitig gehört dieser Band zu den interessantesten der bisjetzt erschienenen Bände dieses Werkes und nur schwer ist es,das Buch aus der Hand zu geben, wenn man einmal darin zulesen begonnen. Mit großer Befriedigung erfüllt uns die Nach-richt, daß soeben von der ersten Ausgabe der Weiß'schen Welt-geschichte die erste Hälfte des X. Bandes erschienen ist, ent-haltend: Allgemeine Geschichte 1806 bis 1809. Mit der zweitenHälfte dieses Bandes, welche bis 1815 reichen wird, will derVerfasser sein Werk bekanntlich schließen.

Die Natnrheilmcthode bei Asthma- und Herz-leiden von vr. Carl Reiß . Hugo Steinitz' Verlag,Berlin 1895. Preis 1 Mk.

Der vorliegende vierte Band derBibliothek der gcsammtcnNaturheilkunde" weist vollständige Beherrschung des umfang-reichen Materials, objektive unparteiische Schilderung allernatürlichen Heilfaktorcu und Heilmethoden, klare, lichtvolle, inallen Theilen gemeinverständliche Darstellung auf. Der Leserfindet in dem Buche alles das im weitesten Umfange geschildert,waS über daS Wesen und die Ursachen des Asthma und derHerzkrankheiten bekannt ist, und eine ganz besonders sorgfältigeDarstellung derjenigen Behandlungsmctbodcn, die sich in lang-jähriger Erfahrung als unzweifelhaft günstig bewährt haben.

Das vierte Heft.des Deutschen Hausschatzes enthältdie Fortsetzung des mit so großem Beifall aufgenommenenRomans von M. Lndolfs: Die Einsamen und des Reise-romans von Carl Map: Krüger-Bci. Außerdem bringtes eine sehr feine, kleine Erzählung, betitelt: Eine Erinner-ung von Carl Ernest. An belehrend-unterhaltenden Ar-tikeln ist dieses Heft besonders reich. Wir nennen nur: DieWahrheit überGustav Adolf von Dr, Hcrm. Iosep h.Behrings Diphtheriebeilserum von Dr. AntonSchmid, die Thicrwelt der Eiszeit von vr. O- Fall-mann, Bischof Petrus Hötzl von Augsburg ,Janssen's achter Band von H. Kerner u. s. w. Daranschließen sich kleine Artikel über die letzte Flottenparade beiKiel , über den Komponisten von Hänsel und Gretel,Engelbert Humperdinck , und viele kurze Notizen. DerInhalt der Beilage:Für die Frauenwelt" ist ebenfalls reichund gediegen. Die zahlreichen Illustrationen stehen ganz aufder Höbe. Der Beginn des Neuen Jabrcs ist diebeste Gelegenheit zum Abonnement. Das bereitserschienene I. Quartal wird vollständig nachge-liefert. Quartal M. 1.80. 18 Hefte ä 40 P f.

Theologisch-Praktische Monatsschrift. Monatlich er-scheint 1 Heil in der Stärke von 5 Bg. od. 80 S. gr. 8°.Preis ganzjährig 5 Mk.

Inhalt des 1. Heftes 1895: Der Klerus und die Ge-sellschaft. Lebensweise der Jesuiten vor 190 Jahren, zunächstim Collegium zu Passau . Das übernatürliche Motiv guterWerke. Ein Seelsorgcrmuster aus der Regcnsbnrger Diöcese .

Was ist Rechtens in Sachen der Friedhos-Ordnung?Provisur und Beerdigung von Kindern vor ihrem siebentenLebensjahre. BeherzigcnSwerthes über die Leitung der soge-nanntenfrommen Seelen". Die Mütter alsSecliorgs-gehilicn". Die Verpflichtung der Geistlichen zur Quartier-leistung für die bewaffnete Macht im Friesen. Aufenthaltvor der Kircbthüre während des Gottesdienstes. Erforder-nisse zur Giltigkeit eines Beschlusses der Kirchengemeindever-sammlung. DieZahl der Auserwähltcn" in der Predigt.

Wann darf der celebrirende Priester das heil. Opfer unter-brechen und vor beendigter Messe den Altar verlassen?Rechtfertigt die Ueberzahl der Pönitcnten wenigstens ausnahms-weise ein Absehen von der Vollständigkeit der Beicht? BeiDarreichung des Viatikums zu beachten! Die äußere Er-scheinung des OfsteiatorS beim Gottesdienste. Ebrcnbczeig-nngcn für unverehelichte Mütter. Ausnutzung der kirchlichenAblaßgnaden. Sittengcsährlicbe Schaustellungen auf Jahr-märkten. Oommamoratio äs Vsnsrabili in einer Messe, inwelcher zwei große Hostien consccrirt werocn.

Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .