Ausgabe 
(5.6.1896) 23
 
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wie anderwärts in ihm eine so hervorragende und ver-chrungswürdige Persönlichkeit gesehen, wie sie Obexaltaichvorher und nachher nicht «ehr gehabt hat. Noch inunseren Tagen (1875) hat sich der hochw. Herr k. Bene-dikt Braunmüller, z. Z. Abt des Benediktinerstifts Metten ,über Abt Poppo von Oberaltaich und seinen Zögling,den Grafen Adalbert von Haigerloh, ausgesprochen, wiefolgt:Abt Hermann von Niederaltaich bezeugt in

seinen Annalen selbst, daß Poppo 1260 zum Abt inOberaltaich gewählt worden ist, ein sehr kluger undgottessürchtiger Blaun, durch dessen Bemühung derOrdensstand in der Diöcese Negensburg in vielfacherHinsicht verbessert wurde" . . .und hätte Popposonst kein Verdienst auszuweisen, so wäredieses genug, daß er 1261 den überall ab-gewiesenen jungen Grafen Albert von Haiger-loh ins Kloster aufgenommen und das ver-kommene Weltktnd zu einem Heiligen er-zogen hat."

In Anerkennung der vorzüglichen Eigenschaften undTugenden Adalberts haben drei Priore°°) und Abt VitusHöser von Oberaltaich sich über denselben schriftlich ge-äußert; Abt Vitus hat sogar zu dennoch vorhandenenmalerischen Darstellungen aus Adalberts Leben einenlateinischen und deutschen Text in gebundener Rede ver-fertigt.^) Prior Aemilian Hemmauer hat sich in seinemKommentar zumeist auf Hvsers Poesie gestützt,*") obwohldieselbe nicht mehr auf der Höhe der Zeit des Autorsder Vita sich bewegt,*^) von der Blüthezeit mittelalter-licher Dichtung unter unserem Wolfram von Eschenbach ganz zu geschweigen. Die Wirksamkeit unseres Ordens-Mannes reicht noch in jene Zeit hinauf, welche übergroße innerkirchliche Fragen Entscheidung getroffen hat,wie namentlich über die Transsubstantiation, welche inden Tagen des verderblichen großen Schismas mit derVerehrung der Heiligen und ihrer Reliquien ein Haupt-angriffspunkt gegen die ehrwürdige Mutterkirche gewordenist. Wir können hierauf nicht näher eingehen, da es sichfür uns nur darum handelt, einige irrige Angaben Dr.Schmids in chronologischer und genealogischer Hinsichtrichtig zu stellen. Wir wollen deßhalb mit einer kurzenBetrachtung der Resultate schließen, welche sich uns ingenealogischer Beziehung für die Grafen von Zollern-Hohenberg-Haigerloch aus der Vita, Läalborti ergebenhaben.

(Schluß folgt.)

Recensionen und Notizen.

Jesus, Maria, Joseph! Gebet- und Andachtsbüchleinfür Verehrer des heil. Joseph nebst Andachtsübnngcnfür Mitglieder des Vereins zu Ehren der hl.Familie von Nazareth . 160 Seiten. 30 P-. Verlagvon Franz Goerlich in Breslau , Altbüßerstraße 29.

Das recht empfehlenswert!)- Büchlein enthält zahlreiche Ge-bete und Andachtsübungen zum hl. Joseph, eine Belebrung überdie Erzbruder- und Gürtelbruderschaft, sowie über den Verein

°«) D. d. h. V. f. Niederbayern Bd. 19 (1875) S. 267(Hermann, Abt von Niederaltaich).

°°) Der Biograph Albcrts, Prior Matthäus Huefnagl undAemilian Hemmauer.

a°) Leben s. Alberti von Huefnagl S. 38, 47 u. sonst.

") Chronik fünfter nnd letzter Theil S. 534 ff.

°b) Derartige Malerei und Poesie gehört nicht in die Kirche,sondern in eine Alterthumssammlung oder ein Museum. Dahingehören auch die Monumente der zwölf Neble, welche an derGottesackermauer aufgestellt sich im Exile befinden. Vcrgl.Stadlbaur im 22. Bde. des h. V. für Niederbahern S. 6, 83und Beilagen»

zur immerwährenden Verehrung dcS hl. Joseph, eine neiintägigeAndacht, ferner Meß-, Beicht-, Kommunion- und Ablaßgebete.Psalmen, Hymnen und Lieder, außerdem für Mitglieder deSVereins der christlichen Familie Statuten, Gebete und eineLitanei zu Ehren der hl. Familie von Nazareth.

Die VolkSverdcrbcr. Erzählung für daS Volk. Von

Conrad von Volanden. Mainz, Kirchheim. 1896.

30 Pfennig.

In seiner unübertroffenen, charakteristisch-volksthüm-lichen Weise schildert der bekannte Verfasser die geregelteVolkSvergiftnng auf allen Gebieten, die systematisch ge-nährte Entchristlichung und Entsittlichung der höherenund niederen Kreise. Unter dem Motto:An ihren Früch-ten sollt ihr sie erkennen", behandelt die Volkserzählungin einheitlich durchgeführter Handlung die glaubenslose Presse,die confessionSlose Schule mit Inbegriff der höheren Bildungs-anstalten, die Socialdemokratie und Freimaurerei, schildert da-mit die Mittel derVolksverberber" und Ursachen des Ver-dcrbnisscs. Wir möchten das Schristchcn allen denen, die anden traurigen Erscheinungen der Gegenwart nicht gleichgiltigvorübergehen wollen und welche den Beruf in sich fühlen, hierinin irgend einer Weise einzugreifen, wann zur Lektüre undVerbreitung empfehlen. Namentlich können hier auch Geistliche,Lehrer, Arbeitgeber rc. durch Verthcilnng der Schrift (zumalder Preis äußerst nieder) in untergebenen Kreisen, denen derInhalt der frischen Erzählung znr Warnung dienen wird, demVolke und der christlichen Sache entschieden nützen.

H) Von der Redaction der bekannten Afrika -ZeitschriftKreuz und Schwert" in Münster i. W. wird demnächst eindemselben Zwecke gewidmeter Kalender erscheinen, betiteltKalender U. L. Frau von Afrika " für 1697. Preis15 Pf. Dieser Kalender bildet ein Heft der Zeitschrift, wirdaber auch apart abgegeben und im Buchhandel käuflich sein.Freunde des Asrika-VcrcinS und des afrikanischen Missions-zweckes seien darauf aufmerksam gemacht.

Theologisch-praktische Monatsschrift. Monatlich er-scheint 1 Heft in der Stärke von 5 Bg. od. 80 S. gr. 8°.Preis ganzjährig 5 Mk.

Inhalts des 5. Heftes 1896: Beiträge znr Geschichteder Gefängniß-Seelsorge. Der Schauplatz der Sintflnth.Wie bat der katholische Klerus den modernen Zeitläuften gegen-über seine Stellung aufzufassen? Katholische nnd medizinischeWissenschaft. Eine brüderliche Kircbenvisitation. ZurFabrik - Seelsorge. Revalvation ungültiger Ehen. DieZweitheilung deö Breviergebetes in das Nacht- und Tagossicium. Hausirhandel und Jahrmärkte während der Abhaltung vonVclksmiisionen und anderen kirchlichen Feierlichkeiten. Um-fang des McSnerdienstes. Katechet, Kinder und Kirche.Das Wvrtleinund" in der Tanssormel. vs itoratwnsbaptismi all uotationss valäs nscessarias. MontagS-katechcsc. Beacbtenswerthe Kleinigkeiten. Neueste Ent-scheidungen der römischen Congregaticnen. Novitätenschau.

Heft 12 des Deutschen HausschatzeS erfreut uns mitden ersten drei Fortsetzungen der Novelle von Helene Bern-hardt :Verschiedene Wege", die ein schönes Talent verräth.Außerdem enthält das Heft die sehr anziehende NovelleKriu"und die Fortsetzung des Romanes von Karl May :DieJagd auf den Millioncndieb". Novellistisch gehalten ist auchdie fesselnde Schilderung einesAusflugs an die WestküsteSumatras " von H. Arndt. Daran schließen sich die Aufsätze:Die Spektral-Analyse" von Dr. Otto Warnatsch, eine popu-läre Darstellung dieses hochwichtigen Zweiges der Physik,DieAbtei Prüm " undDie Sandalen des Herrn" von Ör. Fr.Grimme,Johann Adam Mähler" von k. I. Classen nnd eineReihe kleinerer Artikel, Briefkasten-Notizen u. s. w. Das Heftenthält nicht weniger als 29 geschmackvolle Illustrationen, unterdenen das Doppelbild:Kaiser Maximilian erscheinen seine-Opfer", sich prächtig hervorhebt.

Literarischer Hand weis er, begründet, herausgegeben undredigirt von Msgr. Dr. Franz Hülökamp in Münster .24 Nrn. L 2 Bogen Hochquart für 4 M. p. Jahr.

1696. Nr. 2 u. 3. Inhalt. Kritische Neferare überHolzhey Der neuentdeckte Loäex Lz-rus Linaitivus (Bludau),Propst Die abendländische Messe vom 5. bis 8. Jahrhundert(Ebner), tllliss Tbs monastia lüts und Kssqust 6ar-üiurl LIauniuA (Bcllcsheim), äeIIuin in 61au 6 r Lleäitationumet contemxlationuw 8. I^natü xuneta, (Kreiten)» Klüsen