Ausgabe 
(19.6.1896) 25
 
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in Mainz , als eines der reichsten unter den in letzter Zeit auf-gedeckten Gräberfeldern der sränkisch-alamanischen Zeit bezeichnetwerden kann. Bisher wurden dort 185 Gräber geöffnet. Andas genannte Museum wurden, wie in früheren Jahren, dieden Gräbern entnommenen theilwcise sehr werthvollen Fund-gegenstände zur Eonservirung gesendet. Die besser erhaltenenSchädel und Skclettreste übermittelte der Verein dem General-conservatorium der vrähistorischen Sammlungen des Staatesin München zum Zwecke anthropologischer Untersuchungen.Einige Messungsresultate, die Pros. Dr. Johannes Ranke vor-genommen, werden mitgetheilt. Die am Schlüsse des Jahres-berichtes beigefügten 5 Tafeln mit recht gut gelungenen Ab-bildungen der bedeutendsten Fundgegenstände und die 2 Pläneder Fundorte gehören zu diesem Tbeile.

An dritter Stelle werben üliaoollLnss. veröffentlicht,die größtentheils schon oben berührt worden sind.

Der Vcrwaltungsbericht gibt eine kurze Geschichtedes VcreinSjabrcs. Vereinsvcrsammlungcn mit Vortrügenwurden 9 abgehalten. Die Mitgliedcrzahl beträgt einschließlichder auswärtigen Mitglieder 240, Protektor des Vereins istFürst Albert von Tburn und Taxis, erster Vorstand ProfessorDr. Schlecht. Der Verein steht mit 39 anderen Vereinen undInstituten im Tauschverkehr. Museu in, M ü n z sa m in lu n gund Bibliothek ersubren nenncnswerthe Bereicherung. DieEinnahmen betrugen 1898,75 M., die Ausgaben 1469,49 M.

,)Der Jahresbericht liefert den Beweis, daß der historischeVeÄin Dilliugcn auf allen seinen SchaffenSgcbieteu Erfolge er-zielt hat, die alle Anerkennung verdienen.

In den beiden letzten Jahresberichten sind mehrfach Quellen-publikationen und Abhandlungen veröffentlicht worden, die überHe Gkcnzen der Lokalgeschichtc hiuanSgrcisen. Vielleicht darfaus diesem Umstände der Schluß gezogen werden, daß derVerein neben der Lokalforschung auch die Erforschung der Diö-cesangeschichte zu berücksichtigen gewillt ist. So würde in ge-wissem Sinne dasArchiv für die Geschichte des Bis-thums Augsburg " wieder ausleben, waS gewiß in weitenKreisen mit Freuden begrüßt würde.

Recensionen und Notizen.

Hundertvierzig merkwürdige und ergreifende Bei-spiele von Helden und Märtyrern der Keusch-heit aus allen Jahrhunderten. Ein Spiegel für Ledigeund Vcrheirathete. Gesammelt und herausgegeben vonVr. Joseph Anton Keller, Pfarrer in Gottcnhcimbei Frciburg. Mit einem Stablstichc. Mainz , FranzKirchheim, 1896. Preis 1,50 M.

Ein uraltes Sprichwort sagt:Worte bewege», Beispieleaber reißen hin." Diese Worte werden sicherlich mit GottesGnade bei vielen Lesern vorliegender Heldeugcschichten wahrWerden, zumal sie so herrliche Vorbilder aus den verschiedenstenLebensvcrbältuisse» und Ständen uns vor Augen halten. Esist somit diese Schrift wie wenige andere in besonderem Gradegeeignet, großen Segen zu stiften. Diese Versicherung darf dergeschätzte Herausgeber, der unS nur durch mühsames, Jahrelanges Sammeln diese Schrisr bieten konnte, getrost hinnehmen.Könnten wir diese Schrift doch allen Jünglingen und Jung-frauen in die Hand geben! Sie enthält auch 12 Seiten Be-lehrungen über Schönheit, Werth, Nutzen und Lohn dcSkeuschen Lebens.

Lebensbilder katholischer Erzieher, herausgegeben vonvr. W. E. Hubert. Mit kirchlicher Approbation. Verlagvon Franz Kirchheim in Mainz . 1896. V. Bäudchen:Bernhard Heinrich Overberg , der Lehrer deL Münster-landes. Von Al. Knöppel, Hauptlehrcr in Nheydt.Preis 1,60 M.

* DaS neuesteLebensbild katholischer Erzieher" schildertuns einen Deutschen , den ehrwürdigen Overberg, als Lehrer,pädagogischer Schriftsteller und Priester gleich ausgezeichnet.Der Verfasser hat es verstanden, das Wesen und Wirken diesesMannes, der zu den edelsten Persönlichkeiten dcS XIX. Jahr-hunderts zählt, in einer Weise darzustellen, welche das Herz er-freut und von selbst den Lehrer zur Nachahmung einladet. Ins-besondere wird kein Lehrer, kein Geistlicher diese Lektüre ohnemerklichen Nutzen aus der Hand legen.

Theo logisch-praktische Monatsschrift. Monatlich er-scheint 1 Heft in der Stärke von 5 Bg. od. 80 S. gr. 8".Preis ganzjährig 5 Mk.

Inhalt des 6. HeftcS 1696: Wer hat die Vollmacht,bist^ das sogenaMe fabbatinische Privileg vorgeschrieb enen

Werke umzuändern? DaS Dogma vom Ablasse. Ueberdie Wicdertaufe nach griechischem Ritus. Etwas über dieReue, namentlich in ihrer Anwendung auf die praktische Seel-sorge. Ueber die Verpflichtung der Pfründcbcsitzer zur Leistungvon Gemeindedicnstcn im rechtsrheinischen Bayern . Das St.Franz Rcgis-Werk. Die Zweiteilung des Breviergcbetes indas Nacht- und Tagosficium. Nachlese zur Frage, wie oftOrdensfraucn communiciren sollen. Randglossen über Jugend-bibliotheken, insbesondere an unseren Mittelschulen. Begräbnisund Requiem. (Kirchenmusflalische McditationSpunkte.) An-spruch aus Stolgebübren bei Verbringung der Leiche eines währendzufälligen Aufenthaltes in einer fremden Pfarrei Verstorbenenin seine Domizilspfarrei. Offener Brief an einen Primizianten. Vollkommene Ablässe von mehreren hundert Jahren. Dievollkommene Neue als Predigtthema. Preisausschreiben, dieBeichtstuhlsrage bctr. Bezeichnung der Zahlen in Zeugnissenmit Buchstaben. Die Richtung der Leichen im Grabe.Taubstummer Firmling ohne Firmungsuntcrricht. Kann derTauspathe ohne besonderen Grund zugleich der Firmpathe deSnämlichen Kindes sein? Beachtenswcrthe Kleinigkeiten.Neueste Entscheidungen der römischen Congregationen. Er-lasse der obersten Verwaltungsstellen und Entscheidungen derobersten Gerichtshöfe. Novitätenschau.

Der Lebensversicherungsvertrag. Falsche Angaben undVerschweigungen beim Abschlüsse desselben. Volkswirth-schastliche und nioraliheologische Untersuchungen von vr.Philipp Huppert. Mainz , Kirchheim. 1896. Preis3.- M.

k. Heinrich Pesch , 8. §., schreibt imKatholik" zu diesemWerke: Die Schrift zählt zu den gediegensten Publikationen derletzten Zeit. Der Verf. behandelt den Stoff mit großem Scharf-sinn, gestützt auf eine genaue Kenntniß der moraltheologischenPrincipien und der allgemeinen volkSwirlhschastlichen, wie derspeciellen versicherungspolitischen und vcrsicherungstechnischenLiteratur. Die neue Zeit weist zwar eine ziemliche Anzahl vor-trefflicher Hand- und Lehrbücher der katholischen Moraltheologieauf. Eines aber vermissen wir in allen. Die vielfach ver-schlungenen Beziehungen deS modernen Verkehrslebens habenbisher noch keine allseitig genügende moralistische Würdigunggefunden. Um io freudiger wird es die katholische Wissenschaftbegrüßen müssen, daß hier ein Mann, der sich der Löiung derüberaus schwierigen Aufgabe durchaus gewachsen erweist, zunächstfür einen Theil des Versicherungswesens die entscheidenden moral-theologischen Sätze in klarer, leicht verständlicher und über-zeugender Beweisführung entwickelt bat. Dies ist umsomehranzuerkennen, als bislang die weltliche Gesetzgebung eine specielleRegelung deS Versicherungswesens »ach rechtlichen und volks-wirthjchaftlichcn Gesichtspunkten versäumt hat. Die dürftigenBestimmungen des italienischen Handelsgesetzbuches kommenkaum in Betracht. ES blieb somit der Verf. vorzugsweise aufdie selbstständige Ausnützung der naturrcchtlicheu und allge-meinen moraltheologischen Principien bei Beurtheilung des zubehandelnden Stoffes beschränkt. Wir erlauben uns, dendringenden Wunsch auSzusprecheu, vr. Huppert möge auf dembetretenen Wege fortfahren und allmälig den traetataw äs jnrsst justitia zu einer den modernen Verhältnissen entsprechendenWirthschafte- und Verkchrsmoral fortbilden. Es dürfte unseresErachtens der nach dieser Richtung hin der Entwicklung fähigenund bedürftigen Moraltheologie in der Gegenwart kaum eingrößerer Dienst erwiesen werden können.

Weiß, vr. I. B. von, k. k. Hosrath, Weltgeschichte, dritteverbesserte Auflage. Lieferung 146153. Graz undLeipzig 1896. Verlags-BuchhandlungStyria". Preisder Lieferung 50 kr. 65 Psg.

Mit Lieferung 153 ist der XIX. Band dieses Werkes ab-geschlossen. der die Zeit von 17951799 umfaßt und seinemwcchselrcichc» Inhalt nach uns die Theilung Polens , die An-sänge und der Sturz des DirectorinmS, die Kriege in Italien und Deutschland und den Feldzug nach Aegypten vor Augenführt. Man athmet förmlich auf. daß die grauenvolle undbluttriefende Geschichte der französischen Revolution nun einEnde genommen, aber auch die in diesem Bande geschildertenEreignisse sind großenthcilS unerquicklich. Zuerst sehen wir,wie daS unglückliche Polen durch seinen inneren Zwiespalt unddurch die Einmischung fremder Mächte seinem II,Hergänge ent-gegengeht und aus der Reihe der sclbstständigcn Nationen ge-strichen wird. Sodann kommt der große Krieg, den währendder Regierung deS Direcioriums die französische Republik unterihrem geMley und vom KrieMlüch begünstigten Feldherrn