Ausgabe 
(31.7.1896) 31
 
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theken, bann folgen (S. L96---356) eiiiuubdreißig bisher unge-drucktc Texte aus alten Meßordnungen, Calendaricn u. s. w.nach Handschriften aus Florenz, Lucca, Mailand , MonteCassino, Neapel, Padua, Venedig und Rom . Diesen beidenTheilen schließen sich vorzügliche Abhandlungen an über ver-schiedene Fragen zur Entwicklung der Liturgie. Das Buchgibt uns einen genußreichen Einblick in das künstlerischeStreben, sowie in den kirchlichen Sinn des vielverlästertenMittelaltcrS, das unserm staunenden Auge immer größer er-scheint, je mehr es durch die Forschung erschlossen wird. Mögeuns darum der Verfasser bald wieder mit einer Gabe ähnlicherStudien beschenken! _

Ungedrucktes aus dem Göthekreise. Mit vielen Fac-similes. Herausgegeben von Dr. Gustav Ad. Müller.München , 1396. Verlag von Seitz und Schauer.Preis M. 8..

V/. Eine Reihe bisher eingedruckter Briefe und sonstigerHandschriften Götbc'S und ihm freundschaftlich oder literarifchnahcgestandcucr Persönlichkeiten. Die in treuen Facsimileswiedergesehenen Litcrärurkunden geben so manches neue Inter-essante für Literalurgeschichte, Gesellschaft und Politik der Göthe-periodc. Reizend ist das bisher ungedruckte Hochzeitsgcdichtvon Jakob Michael Reinhold Lenz . Das Bück. allen Literatur-und Gölbesreundcn bestens zu empfehlen, ist bei der sorg-fältigen Herstellung der Facsimiles (darunter auch Lavaters Selbstporträt) nicht zu theuer im Preise.

k. Gg. Freund. 0. 8. 8. K., Die Opfer des Erlösers.Den Menschen zur Mahnung und zum Troste. WarnS-dori, Ambros Opih. 15 kr.

A 'I'olls et IsAö. Nimm und lieS. DaS^gilt so recht vonk. Freunds neuester Broschüre. Kraft- und gemüthvoll führtder bekannte populäre Kanzelrcdner und Volköschriftsteller indieser Broschüre, das Leiden Christi als Untergrund nehmend,den Leser, den Armen wie den Reichen, den Hochgestellten wieden Niederen durch die verschiedensten Lebenslagen und das Ge-Wirre bunter Tagesfragen. Dabei weist der bochwürdige Ver-fasser in ergreifenden Tönen zur Mahnung und zum Trosteauf den sterbenden Mittler, den göttlichen Heiland, der für unsein siebenfaches Opfer gebracht hat: das Opfer seiner Freunde,das der zeitlichen Güter, der Gesundheit, der Ehre, des Trostes,endlich das große Opfer seiner Mutter und seines Lebens.Ueberzcugend und klar ist die Sprache und ungcmein eindrucks-voll und gedankenreich der Inhalt. Das alte Göthe -Wort be-wahrheitet sich auch an diesem so zeitgemäßen Schriftchen wieder:Greis' inö volle Leben, wo du es packst, ist esinteressant." Dieö ist sein bester Reisepaß.

Streitfragen aus dem bayer. VolkSschulrechte.

Von Dr. zur. Jos. Elbert. Verlag von Boch und

Englert in Frankfurt a. M.

K Dieseverwaltungsrecktlicke Studie" ist eine tüchtige,kleißige Arbeit. Neben einer kurzen Skizze über die Entwick-lung des Volksschulwesens seit Karl dem Großen und speciellin Kurbayern, ferner einer gedrängten Darstellung über dieEntwicklung der Deckung des SchulbedarfS" gibt der Verfassereine kritische Untersuchung überdie Träger deS Schulauf-wandcs" und verbreitet sich hier insbesondere über die Streit-frage. ob bei Sprcngelschulen der Sckulsprcngel, d. h. die zueinem Schulsprcngel vereinigten Theile politischer Gemeindenoder letztere selbst als solche für die Aufbringung des Bedarfesfür die Sprengelschulen verpflichtet sind; im ersteren FalleWürden mir die eingeschulten Gemeindeglieder zur Bedarfdeckungherangezogen werden können; im letzter» die bctr. politischenGemeinden als solche. Die erstere Ansicht ist zur Zeit dieherrschende, und ist auch von, VerwaltungSgcrichtshof adoptirt.Im Gegensatze biezu und in Uebereinstimmung mit Professorv. Seydcl (Blätter für adm. Praxis Bd. 38 S. 8186 undBayer. Staatsrecht Bd. 6 S. 452) entscheidet sich unser Ver-fasser für die gegentheilige Ansicht und bringt für diese so er-hebliche Argumente bei, daß seine Beweisführung als einedurchaus stringente erscheint. Ebenso interessant und unseresErachtens meist zutreffend sind von dem Autor eine Reihe vonanderen Streitfragen behandelt, z. B. ob Art. 2 Abs. 4 deSSchulbedarssgesetzeS vom 10. Nov. 1861 eine Beschränkung derfreien OrganisationSbefugniß der Regierung bei Schulcrrichtungenlnvolvirt oder nicht; ferner die Frage über die Bedeutung derSchulsassionen als RechtStitel. wobei der Verfasser einen mitt-leren Standpunkt zwischen einem Plenarcrkenntniß des Ver-waltungsgerichtShofes und der gegentheiligen Ansicht Professorv. Setzdels einnimmt, m s. tv. Der letzte Abschnitt der Unter-

suchungen ist derAusbringung des SchulauswandeS" gewidmet,auf welchem Gebiete namentlich Art. 5 des Umlagengesctzes von1819 und Art. 206 Abs. 2 Ziff. 3 der Gemeindeordnung von1869 (welche die Nicktverpflichtung für Deckung der Bedürfnissevon Kirchen und Schulen einer Religionspartei, zu der der Um-lagepflichtige nickt gehört) gegenüber dem Princip des Art. 1.deS SckulbedarfSgesetzes manche kontroversen hervorgerufen hat.Wir können die Arbeit Dr. Elberts Allen empfehlen, die fürdiese Fragen irgend Interesse haben oder durch ihren Beruf demSchulwesen mehr oder weniger nahe stehen. Für eine etwaigeNeuauflage dürste sich eine sorgsältigere Corrcctur empfehlen.

Der Weg zum innern Frieden. Vonk. v. Lehen 8. 7.AuS dem Französischen übersetzt von k. I. Drucker8. 1. 14. u. 15. Auflage. Verlag von Herder, Frciburg.Preis geb. 3 M.

Dieses Lehr- und Erbauungsbuch wurde schon beifrüheren Auflagen rühmend besprochen. In der That gekört dasWeilchen zu den besten Erzeugnissen der asketischen Literaturund zu den reinsten und reichsten Quellen inneren FriedenS,die uns auserlesene Geisteslehrer erschlossen. Die fort und fortnöthig gewordenen Auflagen die Anerkennung sowohl vonSeite bedeutender Theologen als von Taufenden heilöbedürftigerSeelen haben dieses Urtheil bestätigt.

Kleines Ablatzbnch. Auszug aus k. Franz BeringerSgrößerem WerkeDie Ablässe, ihr Wesen und ihr Ge-brauch". Von Joseph HilgerS, Priester der Gesell-schaft Jesu . Mit Approbation der hl. Ablaßcongregation.Paderborn , Verlag von Ferdinand Schöningh, 1896.Preis brosch. 3 M.

Ll. ES entspricht einem allgemeinen Bedürfnisse, daß einso schwieriger Stoff, der sogar von Manchen im eigenen Lagernicht vollkommen beherrscht wird, in faßlicher Form undkleinerem Umfang dem katholischen Volke näher gerückt wurde.DaS praktische, inhaltreiche Buch führt beinahe alle Ablaß-bewilligungen an, welche das diesbezügliche größere Werk ent-hält und ist zugleich durch seine trefflichen Belehrungen und Er-klärungen Ablaßkatechismus und durch den GebetS-AnhangAblaßgebetbuch. _

Myrrhengärtlein des bitteren Leidens und Sterbens JesuChristi von k. Martin von Cochem , Orä. 6ap.Herausgegeben von K. Gratian von Linden. Orck.vap. Münster i. W., Verlag der AlphonsuS-Buchhand-lung (A. Ostendorf).

» k. Cochem's Schriften sind seit langen Jahren im kath.Volke mit Vorliebe gelesen. Als besonders ansprechend dürfenwir aber die vorliegenden kurzen Betrachtungen über daS LeidenChristi bezeichnen, welche recht heilsame Tröpflein auö demLeidenskelche Jesu zu kosten geben.

Wunderbares Leben des hl. StaniSlaus Kostka 8. 7.Nach authentischen Daten bearbeitet von MatthäusGrub er. 8. 7. Frciburg i. Br. Geb. 1 M.

» Dieser erbaulichen und interessanten Lebensbeschreibungeines der liebenswürdigsten Heiligen wünschen wir eine rechtWeite Verbreitung unter unserer männlichen Jugend. DieBiographie des hl. Stanislaus Kostka prägt am meisten geradejene Tugenden aus, die unsere Zeit am wenigsten besitzt.

Taschenkalender für die studirende Jugend 1897-Vcrlag von L. Auer, Donauwörth . Preis 40 Pf.

* In gewohnter hübscher Ausstattung liegt uns als ersterAnkömmling der Kalenderliteratur für 1897 obiger Studenten-kalender vor. Sein Kalendarium erstreckt sich vom Scpt. 1896bis incl. August 1897 für die süddeutschen und vom April 1897bis incl. März 1898 für die norddeutschen Anstalten. Er ent-hält außerdem entsprechende Tabellen für den Schülergebrauch(Meine Lehrer, meine Mitschüler, Stundenplan, Scriptions-notenlabcllen u. s. w.), Notizenblättcr mit hübschen Sinn-sprüchen und mehrere gediegene Aufsätze biographischen, histor-ischen und religiösen Inhalts. Wir können den Kalender nurbestens empfehlen.

dl Als einer der ersten Kalender für 1897 erscheint derKalender Unserer Lieben Frau von Afrika . Der-selbe bildet das Augusthest der ZeitschriftKreuz und Schwert"(Münster i. W., halbjährlich 75 Pf.) und ist für 15 Pf. käuf-lich. Sein Zweck ist Hebung des Interesses für die katholischenMissionen in unseren Kolonien, und dsiür eignet sich. der. recht