(1891—93), das er gemeinsam mit Gabriel SzarvaS heraus-gegeben, wob! kein übergroßes Verdienst zukommen, sofern eSbesser ist, als seine übrigen Leistungen. Die Millcnniumsfcicrder ungarischen Nation, welche Tausende nach der prächtigenDonanstadt Budapest ziebt, mag vielleicht auch manchemDeutschen, der sich dortselbst fremd und verlassen gefühlt, Ver-anlassung geben, sich mit der magyarischen Sprache ver-trauter zu machen. Wehe, wenn ihm solche „Hilfsmittel" indie Hand gerathen! _
Die Verlobte. Jungen Mädchen, besonders den liebenBräuten gewidmet von Emmy Giebrl. 2. vermehrteAuflage. Slultgart, Noth, 1896. 8°, VI, 101 S. drosch.M. 1,00; Damast, Eoldschn. M. 1,80.
Die köstliche Gabe bedarf nicht erst vieler Worte zurEinführung. Der Name der rühmlichst bekannten Verfasserinbürgt für den ausgezeichneten Gehalt der feinfühligen Belehr-ungen und Zuspräche, welche in der wohlthuenden Sprache«irrer mütterlichen Freundin hier der Braut uns Herz gelegtWerden.
Hoch hinaus. Eine sociale Erzählung von M. Lebmann.
Rcgensburg, Pustet, 1895. 8°. VI, 188 S. M. 0,80.
Es ist ein braves Büchlein, nur leider in einem garlehrhasien, trockenen Ton geschrieben und ohne sesselnde Mo-mente, so daß eS, was die „Mache" betrifft, mit manchen Pro-dukten aus dem gegnerischen Lager einen Vergleich schwer ver-trägt. Die Didaktik wirkt zu aufdringlich. L-ie könnte sichaber einschmeicheln im Gewände einer esfectvollen, flotten Spracheund auf dem Boden einer bewegten und spannenden Handlung.Das verstehen die Gegner vielfach vorzüglich.
A. Kaunengieser. Juden und Katholiken in Oester-reich-Ungarn . Aus dem Französischen. 8°-Format.
203 S. Trier , Verlag der Paulinus-Druckerei, 1896.
Preis brosck. M. 2,50.
Das Werk besieht aus zwei Hanpttbeilen, wovon jederwieder in zwei Theile mit mehreren Kapiteln zergliedert istDer erste Haupttheil schildert den Ursprung des Antisemitismusin Oesterreich und das Leben und Wirken des um die katbol.Sache in Oesterreich sehr verdienten Sebastian Brunner . Dannbespricht der Verfasser die Thätigkeit und das Verhalten derJuden und Ebristcn in Wien . Durch den Handel, die In-dustrie und Geldaristokratie bekamen erstere die Herrschaft überdas Kapital und übten einen verderbenden Emfluß durch diesich zum größten Theil in ihren Händen befindende Presse unddie Universität. Als Gründer, Beförderer und Werkzeuge desAntiklerikaliSmus sind alle antireligiöse Gesetze in Oesterreichihnen zuzuschreiben. Dieß erregte die Abneigung des Volkesgegen sie um io mehr, als der Hof sich vor aller Augen aufihre L-cite stellte, wodurch das Volk trotz seiner verschiedenenSiege bei den Wahlen keine Berücksichtigung fand. — Der2. Hanpttbeil handelt über die Juden und die Kämpfe zurEinführung der Civilehe in Ungarn , sowie auch über das ersteCulturkampfsjabr. Besonders anerkennend wird in dem Werkedas Verhalten der meisten Bischöfe und hervorragender Laiengeschildert, doch ebenso findet die Gleichgültigkeit und das Lieb-äugeln Einzelner mit der Regierung die verdient: Würdigung.Hält die jetzt in Oesterreich -Ungarn herrschende Stimmung nochlänger an, so wird die Herrschaft der Juden bald der Auf-lösung entgegengehen. Dieß geht ganz besonders hervor ausden Schilderungen der letzten Begebenheiten in Wien , die indem französischen Urtexte fehlen, jedoch in der Einleitung derUebersetzung enthalten sind. Außerdem enthält die Einteilungdie hervorragendsten Reden Luegers als Führer der Christlich-Socialen.
Uebung der christlichen Vollkommenheit von AlvbonsNodriguez, Priester der Gesellschaft Jesu . Neu über-setzt von Christoph Kleyboldt, Priester der Diöceie Münster.3 Bände. Fünfte Auflage. Mainz , Kirchbeim. gr. 8.(XVIII u. 1363 S.). M. 10.80, für 3 Bände gebd.M. 15.00.
Der berühmte Theologe Suarez nennt den Verfasserobigen Werkes „einen großen Lehrer und Meister desgeistlichen Lebens", und in der Gesellschaft Jesu bestehtfür die Novizen die Vorschrift, aus dem klassischen Buche desk. Nodrigucz täglich ihre geistliche Lesung zu wählen. Nacheiner Erklärung des Bischofs v. Kette ler vom Jahre 1854genießt dasselbe „bei allen Lehrern des geistlichen Lebens imUmfange der ganzen katholischen Kirche ein so unbestrittenes
Ansehen und hat zur Förderung frommer, nach Vollkommen-heit strebender Seelen schon so unaussprechlich Vstles geleistet,daß es einer Approbation durch einen einzelnen Bischof nichtmehr bedarf." Er begnügt sich daher, die Klchboldt'sche Ueüer-setzuna zu approbiren und „den Gebrauch dieses Werkes allennach Heiligung ihrer Seelen verlangenden katholischen Christen,namentlich allen Priestern, angelegentlich zu empfehlen." Seit-dem hat diese Uebersetzung durchschnittlich alle acht Jahre eineneue Auflage erlebt. Diese Thatsachen sprechen laut genugfür die Bortrcfflichkeit des Werkes und der Kleybcldt'jchenUebersetzung.
170 merkwürdige Geschichten von der Macht derFürbitte des heiligen Joseph. Gesammelt undherausgegeben von Dr. Joseph Anton Keller,Pfarrer in Gottenbeim. Fünfte durchgesehene Auflage.8. (XX u. 356 S.). Mainz , 1396, Kirchheim. Preisgeheftet M- 2,40, gebd. M. 3,40.
Dieses liebe Josephsbüchlein hat in 1l Jahren fünf starkeAuflagen erlebt. Wenn irgend etwas die Andacht zum heiligenJoseph beleben kann, so ist es der Einfluß, den diese Geschichtenausüben. Die Andacht zum hl. Joseph ist ja so wunderbar inneuerer Zeit verbreitet und vertieft worden, daß eine besonderegöttliche Fügung unverkennbar ist, und seine Ehre zu befördern,kann nur zur Ehre eines jeden Priesters und Christen gereichen.Mögen deßhalb die „170 Josephsgeschichten", die schon vielGutes gestifter haben, auch in der vorliegenden neuen ver-besserten Auflage recht viel gelesen und beherzigt werden. St.Joseph wird auch uns nicht vergessen, wenn wir seine Ebre zubefördern suchen.
Fugger-Glött. k. Hermann Jos., 8. ist, Stimmungs-bilder. Nach der Natur gezeichnet. (Kreuzfahrer-Lieder. Neue Folge.) 8. (XVII u. 131 S.) Mainz 1896, Franz Kirchheim. Geh. 2 M., gebd. 3 M.
Eine in sich gefestigte Natur, die genau den Weg kennt,den sie zu gehen hat, aber in völliger Toleranz andere den ihrengehen läßt; ein über kleinliche Plagen erhabener Charakterspricht aus jedem Gedicht der kleinen Sammlung. Mit wahremGenuß haben wir alle diese Gesänge in uns aufgenommen,deren Töne wie auS einem weltfernen umfriedeten Idyll zu unshcrübertönen. Was der Dichter zu sagen hat, findet seinenvollen, niemals wirkungslosen Ausdruck; der Versbau ist soharmonisch, der Klang der Verse so wohllautend, daß wir beieinigen Gedichten der Versuchung nicht widerstehen konnten,sie laut vorzulesen-
Ausgewählte Volkserzählungen von A. Kolping ,weil. Domvikar, Gründer und Präses des katholischen Gesellcnvereins. Regensburg , Nationale Verlagöanstalt.7 Bände. Preis 7 M.
Kclping, der hochverdiente Volksschriftsteller, soll wiederaus der Ecke hervorgezogen, sollte wieder mehr gelesenwerden! Nickt bloß die männliche und weibliche Jugend,anck die Erwachsenen, die Lehrer und Professoren, besondersdie Geistlichen können aus ihm Nutzen ziehen. Kolping warein Volksschriftsteller, und von ihm lernt man, wie man zumVolke spricht und zum Einzelnen aus dem Volke, wenn er miteinem Anliegen an uns herankommt. Da hat nun die Natio-nale Vcrlagsanstalt in NegenSburg eine 7 Bände umfassendebillige Ausgabe veranstaltet; während die Originalausgabevon Kolpiug's Erzählungen 5 Bände zusammen 13,30 M. kostet,ist der Preis dieses neuen Unternehmens fast um die Hälftebilliger, broschirt 7 M.. elegant und dauerhaft gebunden 9,10 M.,und verdient auch hinsichtlich des handlichen Formats und dersauberen Ausstattung (starkes gutes Papier und gefälliger Druck)allen Coucurrcnzausgabcn vorgezogen zu werden. Wir em-pfehle» diese Ausgabe dem Klerus und katholischen Bibliothekenangelegentlichst.
Seit 1. September erscheint im Verlage des Heraus-gebers vr. G. A. Müller, Archäologen und L-chriftstellers(München , Khidlerstraße 12), ein neues Organ sür christlicheAltcrthumsknndc unter dem Titel: „Jllustrirtes Central-blatt für die christliche Altert bnmskunde", welchesden Zweck verfolgt, die Ergebnisse der Altcrthumsforscbung demgebildeten Publikum, besonders dein bochw. Klerus, sowieallen sich für Altertbumskunde, namentlich die christliche,Jnrcrcssirendcn zur Kenntniß zu bringen. Und schon sind demkaum begonnenen Werke aus maßgebenden Kreisen, n. a. seitenshcchwürdigster Herren Bischöfe, Anerkennungsschreiben zeige-