ist, nach dessen Beschlüsse in Deutschland die Zügel der polizeilichen Gewalt, namentlichin gewissen Richtungen, stramm angezogen worden sind, ist bekannt.
Für die innere Geschichte der Stadt haben noch folgende Jahrzahlen besonderes Interesse:
Schon bevor die jetzige Pfarrkirche der hl. Naria, LloZäul. erbaut wurde, bestand daeine alte kleine Magdalena-Kirche und es kommt solche i. I. 1485 urkundlich vor. Diejetzige schöne Pfarrkirche mit einer Kuppel und zwei hübschen Thürmen ist i. I. 1763zumeist aus Mitteln des Kreuzherren-Ordens erbaut worden; die Kaiserin M. Theresia leistete indeß dazu einen Beitrag. Das damalige Pfarr - Dekanatshaus ist i. I. 1756erbaut worden.
In den Tagen des Aufkommens neuer religiösen Lehren in Deutschland betheiligtesich auch Karlsbad an diesen Bewegungen und hielt sich 74 Jahre an dieselben, bis KaiserFerdinand II. i. I. 1624 die katholische Religion wieder herstellte und deren Gegnervertrieb. — Einer Schule von Karlsbad wird i. I. 1569 zum ersten Male gedacht. —Das alte baufällig gewordene Schloß Karl IV. schenkte Kaiser Max 1567 derStadt Karlsbad , welche solches abtrug und an dessen Stelle 1608 den dermaligen hübschenStadtthurm erbaute. (In neuester Zeit tauchte die Idee auf, an eben dieser Stelle einwürdiges Rathhaus für Karlsbad zu erbauen). — Im Jahre 1787 wurde das Stadttheaterin Karlsbad erbaut; i. I 1874 die herrliche Mühlbrunn-Colonnade ; i. I. 1879 ist derwirklich noble Wassertempel, Sprudel-Colonnade genannt, fast ganz aus Eisen gebautworden. Im Innern desselben ist über die Ausführung des Baues, welchen Wiener Architekten geleitet haben, eine Gedenktafel angebracht und unter derselben nachfolgenderSpruch von Goethe, der sich oft und gerne in Karlsbad aufgehalten hat, beigesetzt:
^Jhr Alle fühlt geheimes WirkenDer ewig waltenden NaturUnd aus den untersten BezirkenSchmiegt sich herauf lebend'ge Spur."
Das neue herrliche Curhaus, dann das eben Ende Juli 1880 eröffnete „Neubad"sind stattliche Gebäude und treffliche Curanstalten.
s.
Der Handel.
Der Handel im Karlsbad ist bedeutend. Derselbe befaßt sich nicht nur mit Lieferungund Verschleiß der für so viele und vielerlei Leute nöthigen Lebensbedürfnisse,sondern auch mit Luxusartikeln gar manigfacher Art. Wien und Paris importirennamentlich solche Gegenstände in Fülle.
Karlsbad selbst producirt eine Masse von Specialartikeln und macht damit sehrbedeutende Geschäfte, so u. A. mit Mineralwasser, Sprudelsalz, Sprudelseife, Ver-steinerungen, Dosen u. dgl. — Die ganze Umgebung liefert ihre Rosen nach Karlsbad undda werden täglich Tausende von Rosen, Hunderte von Bouquets gekauft und verschenkt.— Weithin liefert die Umgegend die Milch nach Karlsbad .
Haus-Anschriften.
In K.-B. findet man das Eigene, daß die meisten Privathäuser selbst-gewählte Namen als Firmen tragen, meistens hergenommen von hohen oder berühmtenPersonen, Städten oder Ländern, welche aber zu denselben und den betr. Hausleuten meistensin keiner Beziehung stehen. Wir lassen ouriositatis oausn etliche solcher Namen vonPrivathäusern folgen:
„Rother Adler." Hier wohnte in d. I. 1711, 12 und 13 Peter der Er. v.Rußland — „Drei Mohren." Hier wohnte Goethe 1795 rc.
„Weißer Löwe." Hier wurden die Karlsbader Beschlüsse unterzeichnet. — Inwelchem Hause „Philippine Weiser" als Curgast gewohnt hat, ist nicht genau. an-zugeben; daß sie sich aber zur Cur dort aufgehalten, wird als sichere Thatsache lewi.
—- Im Hause zur „schönen Königin" wohnte i. I. 1880 Hr. Cardinal Erzbischos H a z -Nald von Kolocsa in Ungarn . — — Andere solche Firmen lauten;