Einrichtungen)
Zu Schutz und Nutzen der Fremden hat man im Karlsbad alle wie nur erwünschteEinrichtungen im polizeilichen, administrativen und socialen Gebiete getroffen. AnAufsehern und Dienern fehlt es nicht. Gebäude, Brücken, Straßen, Wege und Stege ,sind in der Stadt und um dieselbe vortrefflich hergestellt und mit den nöthigen Zeichen Iund Inschriften versehen.
Es gibt fast die ganze Stadt Karlsbad , namentlich auf der sog. alten und neuenWiese während der Sommerzeit das Bild eines ständigen, vielbesuchten Volksfestes oderJahrmarktes, freilich ohne lärmende Belustigungen.
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Das Frühstück. ^
Der Curgast begibt sich früh morgens an seine Quelle, um da die betr. Anzahl svon Bechern zu leeren, sodann die ihm empfohlene Bewegung zu machen. Darnach !
kommt die „Frühstückzeit", eine sehr wichtige Zeit für die meisten Badegäste, welche §
sich zu diesem Behufe in die renommirtesten Cafs-Etabliffements begeben. i
Wünscht man nun, wie es bei uns Sitte ist, mehr Cafs und weniger Milchrahm, i
so sagt man „Cafs recht", im entgegengesetzten Falle „Cafs verkehrt." Im Allgemeinen ist !
der Cafs gut und das Weißbrod, welches sich die Leute meistens selbst kaufen, fein. s
Wählt man sich aber noch feineres Gebäcke, so mag dies leicht 12 kr. kosten, der Cafs selbst l
kostet 25 kr., Summa 37 kr. österr. Für Mittags- und Abendessen wendet man sichmeistens an Hotels oder Restaurationen, woselbst Speisekarten mit ausreichendem In- ?halte zur Auswahl nach festen Preisen vorliegen. l
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Gebäude. !
Wir nennen hier vor Allem die schöne kathol. Pfarrkirche, Kreuzherren-Ordens,das prachtvolle neue Curhaus, die beiden großen und herrlichen Colonnaden zum Mühl-brunn und Sprudel, dann das „Neubad"-Gebäude, das Militärbadehaus, das k. k. Post- iamt und das Bürgerschulgebände rc. — Gasthöfe, Restaurationen, Geschäfts-, Kauf- !
und Handelshäuser haben herrliche Gebäude hergestellt.
Geschichtliches.
Die „Geschichte vom Karlsbad " ist weder reich an Jahren, noch an bedeutendenEreignissen und sind daher auch die Specialwerke über Karlsbad in diesem Gebiete hübschkurz beisammen.
Man nimmt an, das dermalige Sprudelbad sei bereits im zwölften Jahrhundertbekannt gewesen. Der dabei stehende czechische Ort hieß „IV — Warmbad undder Fluß dabei „Nspla" — warmer Fluß. — Schon König Johann von Böhmenhat diesem Orte Warmbad besondere Gunst zugewendet, so namentlich im Jahre 1325;ganz besonders aber nahm sich sein Sohn, der nachmalige Kaiser Karl IV. um denselben'an, besuchte ihn oft und erbaute sich da ein Schloß an der Stelle, wo jetzt derStadtthurm steht. Allerdings hat das Schicksal dieser Stadt, welche nun Karl IV. zu Ehren den Namen „Karls-Bad " trägt, gar mancherlei Variationen in Kriegs-und Friedenszeiten durchgemacht; indeß waren die Landesherren derselben stets besonderswohlgewogen, so u. A.:
„ „ 1449 König Wladislaus,
Daß hier, i,st Jahrs. 1819 der berühmte „Karlsbader-Kongreß" abgehalM wördm