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erfragt war. Auch hier fiel der Bescheid sehr kurz und ungenügend aus. Die ver-witwete Frau Baronin Bloomhaus wolle auf ihre kurländischen Besitzungen zurückkehren.Weitere Auskunft wollte oder konnte man nicht geben, die Anfragen der Italienerinwaren ohnehin mit etwas Mißtrauen aufgenommen worden. Das von ihr vorgelegteZeitungsblatt mit dem Steckbrief der französischen Behörde, übte hier keine Wirkung.Die Baronin sei Wittwe, werde also gar nicht davon betroffen und es bliebe noch dazusehr zweifelhaft, ob der steckbrieflich verfolgte mit dem jetzt verstorbenen Baron Bloom-haus identisch sei, meinte der sie sehr kurz abfertigende Beamte.
Also nach Kurland! — dachte Enrichetta; fest entschlossen, der Baronin auch dahinzu folgen, denn der eine Gedanke füllte allein ihre Seele aus, sich an dem verhaßtenManne zu rächen und sollte er wirklich der Vergeltung durch einen plötzlichen Tod ent-gangen sein, dann wollte sie wenigstens noch seine Wittwe zu treffen und zu ängstigensuchen.
Ohne weiteres Besinnen machte sich die Italienerin auf den Weg. Wohl hattedie lange Reise in dem für sie schon recht nordischen Klima ihre Beschwerden, doch derlebhafte Wunsch, das Dunkel zu lüften, das jetzt über der Angelegenheit schwebte, hieltesie anfangs aufrecht. Trotzdem hatte sie ihre Kräfte überschätzt. Es war noch in denletzten Tagen des März und es herrschte noch dazu ein ungewöhnlich kaltes unfreund-liches Wetter.
Schon in Königsberg fühlte sich Enrichetta sehr unwohl, sie fuhr dennoch weiter,aber als sie endlich Meine! erreicht hatte, brach sie völlig zusammen. Sie verfiel in eineschwere Krankheit und schwebte lange Zeit in Lebensgefahr. Wochenlang war sie an'sBett gefesselt und mehrere Monate vergingen, eh' sie die russische Grenze überschreitenkonnte. (Fortsetzung folgt.)
Ein Gedenkblatt an Karlsbad.
(Schluß.)
Für Erhaltung und Benützung dieser Quellen, dann zum Behufe des innern undäußern Gebrauches durch Trinken und Baden sind die geeignetsten Anstalten getroffen;es sind entsprechende Bauten vorhanden und ist für Aufsicht und Leitung der Sachein allweg bestens Sorge getragen. Auch sind etwa fünfzig Aerzte (zur Curzeit) an-wesend, um mit Rath und That den Kranken beizustehen.
Ueber die Wirkungen der Gewässer erlaubt sich Berichterstatter kein Urtheil zufällen; seine eigene Meinung hat er jüngst in einigen lateinischen Reimen ausgesprochenund da u. A. gesagt;
„'korrnulti istkie babitavtLalutomquo sixostlllsmt,
Nulti sauati reckeuvt,
H.st multi nil eWeiuut.«
So Mancher zieht gesund nach Haus,
Bei Manchen! bleibt die Wirkung aus.
Die zur Zeit zum Trinken am meisten benützten Quellen sind die Mühlbrunn-und Felsenquelle und der Sprudel. '
Außer und nebst den Anstalten bezeichneter Art besteht in Karlsbad von Seite deSösterreichischen Militär-Aerars ein großartiges Militär-Bad eh aus; der hochsel. Primasund Erzbischof Pyrker, der hochgefeierte Dichter, stiftete ein Spital für kranke öster-reichische Offiziere und von Seite der Stadt bestehen verschiedene Anstalten für Kranke»
v.
Deutscher Charakter?
Karlsbad ist z. Z. für sich eine deutsche Stadt, deutsch in Sprache, Kirche,Schule, Amt und Gericht. Vielfach aber sind Czechen in Dienst und Arbeit in Karlsbad;