Ausgabe 
(15.9.1880) 22
 
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auf dieselbe Weise öfters wiederholt. Dies sollte stets ohne besondere Anstrengung ge-schehen. Solche Athmuugsübuugen nimmt man täglich mehrmals vor.

Die Athmungskunst als Heilmittel ist seit mehr als 2000 Jahren in Gebrauch.Die alten Aerzte, Celsus und Galen, empfehlen unter Anderem das Athemhalten alsMittel, um die thierische Wärme in den inneren Organen zu vermehren, die Brust aus-zudehnen, die Lungen zu stärken, sie von allen Unreinigkciten zu befreien, die Poren derHaut zu öffnen und das Gewebe der Haut selbst zu verdünnen und so zu bewirken, daßdie wässerigen Theile des Blutes leichter verdunsten können.

Als heilkräftig erweist sich die Athmungskur bei allen Zuständen einfacher Brust-schwäche, bei großer Geneigtheit zu Brust- und Luftröhrenbeschwerden, bei Husten, die beijeder geringen Erkältung eintreten*), bei asthmatischen Beschwerden, bei Anlage zu Lungen-schwindsucht u. s. w. Ferner durch Verbesserung des Blutes auch bei Gicht, Rheumatis-mus , Hümorrhoiden, Eongestionen, Herzleiden, Verdauungsbeschwerden rc.

Bei entschiedener Anlage oder bereits begonnener Brustkrankheit, um so mehr beiwirklich bestehender Schwindsucht, müssen aber die Athemübungen mit großer Vorsichtund nur allmählig vorgenommen werden, da eine zu große Anstrengung durch Blut-andrang nach der Brust schaden, durch Lungenblutung sogar höchst gefährlich werden kann.In den meisten anderen Fällen wirken sie dagegen niemals nachtheilig, sondern nur wohl-thätig. Unter allen Verhältnissen sollte man sich daran gewöhnen, nur durch die Nasezu athmen, schon deshalb, um beim stärkeren Einathmen durch den Mund nicht zu viel

Luft in den Maaen zu pumpen

(Fundgr.)

M i s e e l l e 11.

(Leicht zu erklären.) Als in einer Gesellschaft an einen Americaner die Fragegestellt wurde, wie es doch komme, daß in unsern Tagen so viele Mannspersonen unver-heirathet bleiben, antwortete er:Das ist leicht zu erklären; betrachten Sie doch unserejungen Damen! sie sind wie die Lilien aus dem Felde; sie nähen nicht, sie spinnensticht, und sind herrlicher gekleidet, als Salomo in aller seiner Pracht."

(Keine Ehehälfte.) Eine sehr heroische Frau bemerkte einst in einer Gesellschaft,baß es nicht immer recht sei, wenn der Mann die FrauEhehälfte titulire, dennmemts sie ich führe z. B. unser Geschäft ganz allein, und mein Mann thut beinahegar nichts; also bin ich doch mehr wie Ehehälfte! Ein Oesterreicher, der auch zugegenwar, antwortete hierauf:dann sind Sie halt a Eheganz."

(Logischer Schluß.) Schusterjunge:O mein Jutester, Sie stammen gewißaus einer sehr fruchtbaren Jegend?" Vagabund:Warum das, Du Schlingel?"yNun, weil Ihnen sogar die Füße durch die Stiefel jewachsen sind."

Buchsiaherrrcbus.

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Auslösung des Buchstabcnrebus in Nr. 20:Jmorlelle."

*) Personen, die früher im Winter und Frühjahre regelmäßig an beschwerlichen und lang-wierigen Luftröhren- und Luiigcnkatarrhcu litten, sind nach vielfach vorliegenden Erfahrungen selbstin sehr vorgerücktem Alter durch ausdauernde Anwendung der Athcmkur schon mährend der Sommer»Und Herbstmouate von der Wiederkehr der Anfälle befreit worden.

Wr die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von Dr. M. Huttlcr