Ausgabe 
28 (9.2.1868) 6
 
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schüft vermeidend, es so schildert, daß seine Iagdbrüder darüber Aufklärung erhaltenund zugleich Freude darin finden können. Mit Ausnahme einer wichtigen und zweiervergleichsweise unwichtigen Beziehungen wird der Seeteufel ziemlich genau beschrieben inJames E. De Kay'sXoolo^v ol' und wahrlich das Gemälde Herrn

Dc Kay's ist nicht verlockend. Ein ungeheuer breitrückiger, breitköpfiger, langschwänzigerFisch, ist er seines großen Gewichts wegen selbst mehr noch als ob seiner Muskelkraftein gefährlicher Gegner. Herr De Kay schreibt ihm die folgenden Dimensionen zu:Länge bis zur Basis des Schwanzes 10 Fuß; bis zum Ende des Schwanzes 16 Fuß;Breite über die Lappen der Brusttheile 17 Fuß. Herr Elliott aber tödtete einen, welcher18 Fuß über dem Rücken maß und 3 bis 4 Fuß dick war. Die Länge und die Dünnedes Schwanzes stehen in auffallendem Gegensatz zu der Breite und Dicke seines Leibesund zum Abstand zwischen seinen Augen, die in Herrn De Kay's Exemplar 4 Fuß voneinander waren. Zu den anderen hervorragenden und unterscheidenden Eigenthümlichkeitendes Körperbaues dieses Geschöpfes gehören die Klappen oder Flügel, durch die es imStande ist, sich über das Wasser zu erheben und Luftsprünge auf der Oberfläche zumachen; dann das ungeheure Maul, in welches es einen Schwärm Sccgarnellcn in einemSchluck mit vollkommener Glcichmüthigkeit aufnimmt; ferner seine Hörner oder Fühler,die etwa drei Fuß lang und an den Enden merkwürdig gegliedert sind, so daß sie denFingern einer geballten menschlichen Hand gleichen Seine Farbe ist gewöhnlich weißund wechselt unterhalb ab uiit großen dunklen Flecken. So viel von seinem allge-meinen Aussehen; es dürfte genügen, um zu zeigen, daß. wenn man seinen gewaltigenRücken gerade unter der Oberfläche des Meeres sieht oder wenn man es entdeckt, wie esdie Gräte der Wogen mit seinen vier Fuß auseinander stehenden Augen überschaut, oderwenn es in einem Anfall von Mnthmillen seine Luftsprüngc aus dem Wasser heransmacht, ein furchtsamer Fischer, der nichts von den Gewohnheiten des Thiers kennt, keineNeigung verspürt, in seiner Nähe zu verweilen. Auch würde ihn seine Vertrautheit mitden kleinen Kniffen und Pfiffen nicht völlig aussöhnen mit der Nähe der langen geglie-derten Fühler, die so liebevoll hartnäckig festhalten, was sie zufälliger Weise einmal ge-packt haben. Dem teuflischen Gebrauch, welchen dieses abstoßende Geschöpf von solchenmächtigen Waffen macht, verdankt es hauptsächlich seinen Namen, und um diesem Namendir volle Bedeutung und noch etwas darüber hinaus zu geben, Pflegt eS öfter ein eigen-thümliches Spiel mit den Booten der Matrosen und dem Takclwerk der Fischer zuspielen. Man erzählt sich eben so furchtbare als possierlich; Geschichten von dem Unheil,welches der Seeteufel auf diese Weise angerichtet hat. Schiffe sind von ihrem Anker-platz weggeschleppt und meilenweit in das Meer aus den Häfen weggeführt worden,ohne daß man sah, durch welche Kraft. Herr De Kay, der ein fast wörtlich mit einemvon Catesby berichteten Fall übereinstimmendes Beispiel gibt, sagt:Ein glaubhafterAugenzeuge erzählte mir einen derartigen Fall, welcher sich im Hafen von Charlestonzugetragen hat. Man sah, daß ein vor Anker liegender Schooner sich plötzlich mit gro-ßer Raschheit quer über den Hafen bewegte, fortgetrieben von irgend einer unbekanntenu«d geheimnißvollen Kraft. Bei Annäherung an die gegenüberliegende Küste änderte sichsein Lauf so plötzlich, daß das Schiff sich beinahe auf die Seite legte, dann aber mitseiner früheren Geschwindigkeit über den Hafen fuhr, und diese Scene wiederholte sich,als e- sich der Küste wieder näherte. Diese gehcimnißvollen Flüge über den Hafen wur-den mehrmals in Gegenwart von Hunderten von Zuschauern wiederholt und hörten plötz-lich auf." Die bewegende Kraft war ein Seeteufel, der den Anker des Schooners er-griffen und dann das Schiff ungefähr in der geschilderten Weise fortgeschleppt hatte.Sicherlich hat der Fisch, der sich so betragen kann, keinen ungehörigen Namen erhalten.Von dem Schrecken, welchen diese ungeheuren Plagegeister des Meeres den Bootsleutenvon Port Royal Sound verursachten, ehe die benachbarten Pflanzer den Seeteufelfangzu ihrem gewöhnlichen Jagdvergnügen machten, gibt Herr Elliott eine amüsante Erzäh-