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im Sommer, sondern in der Regel auch am Morgen höher als am Nachmittag. DaS ^tägliche Fallen und Steigen des Barometers correspondirt genau mit dem täglichenSteigen und Fallen des Thermometers, so zwar, daß während in der Zeit vomMorgen bis zum Mittag das Thermometer wegen der allmähligen Erhöhung der Lufttem-peratur steigt, daS Barometer aus demselben Grunde fällt. Während z. B. bei unsim mittleren Deutschland von früh 6 Uhr bis Nachmittags 2 Uhr das Thermometer im »
Frühling um 5,940 R, steigt, fällt das Barometer im Mittel um 0,27 par. Linien.
Im Sommer beträgt das Steigen des Thermometers etwas mehr und zwar imMittel 6,130 R. Darum fällt in dieser Jahreszeit das Barometer auch etwas mehrund zwar im Mittel um 0,29 par. Linien. Im Herbste steigt das Thermometer vonfrüh 6 Uhr bis Nachmittag 2 Uhr durchschnittlich nur um 4,6?o R. Darum sehenwir auch das Barometer in dieser Jahreszeit nur um 0,20 par. Linien fallen. Währendendlich im Winter das Thermometer von früh bis Mittag nur noch um 2 ,550 R.steigt, fällt das Barometer auch nur um 0,09 par. Linien. Diese Zahlen, welche dasMittel aus zwölfjährigen sehr genauen Beobachtungen sind, zeigen, wie genau der pe-riodische tägliche Gang des Barometers mit dem des Thermometers übereinstimmt.
Dieser Zusammenhang zwischen dem täglichen Gange des Barometers und Ther-mometers gestattet eine sehr schöne und sichere praktische Anwendung. Denn mau kanndadurch mit großer Sicherheit die Beschaffenheit des Wetters während des Nachmittagsim Voraus erkennen. Steht nemlich das Barometer Nachmittags um 2 Uhr (oder nochzuverläßiger Nachmittags um 4 Uhr) höher als Morgens um 6 Uhr (oder beziehungs-weise als Morgens um 10 Uhr), so ist für den weiteren Umlauf des Nachmittagskein Regen zu befürchten, die Wolken mögen noch so regendrohend aussehen. Diese fastuntrügliche Regel gründet sich daraus, daß, wofern das Barometer am Nachmittag höhersteht als am Morgen, die Ursache davon nur die sein kann, daß Nordvstwind zuwehen anfängt, wodurch das gegen Mittag gewöhnlich stattfindende Sinken des Barome-ters in ein Steigen umgewandelt wird. Ist dagegen das Barometer bis zum Nachmittag >mehr gesunken, als obige Zahlen für die einzelnen Jahreszeiten angebeu, so ist diesein Zeichen, daß Südwest-, also Regen-Wind weht. Doch läßt sich daraus allein nochnicht der sichere Schluß ziehen, daß der Nachmittag noch Regen bringt. Erst wennman für den Beobachtungsort ermittelt hat, um wie viel der Barometer über jeneZahlen gesunken sein muß, wenn es regnen soll, kaun man auf Regen rechnen. —
Die Gefarrgennehmurrg des hl. Vaters Pius H
Zwar sind die Urtheile Gottes unergründlich und unerforschlich seine Wege, dcmun-geachtet offenbart uns der barmherzige Gott manchmal seine Gerichte so anschaulich, daßwir den Finger Gottes nothwendig erkennen müssen. Einen klaren Beweis dieser göttli-chen Vorsehung finden wir in Napoleons letzten Lebensjahren und sein trauriges Schick-sal schärft uns neuerdings ein:,, Berühret meine Gesalbten nicht!" — Napoleon schloß den heiligen Vater im Schloße Fontaineblau ein, um ihn zur Abtretung desKirchenstaates zu vermögen, und seht die Hand deS Herrn: Im nämlichen Schloße mußteer selbst dem Kaiserthum entsagen: Napoleon hielt das Kirchenhaupt an zwei Orten ge-fangen, und auch er wurde an zwei Orten, zu Elba und Set. Helena gefangen. Kür-zere Zeit hielt Napoleon den hl. Vater zuSavona länger aber in Fontainebleau gefangen.Mit welchem Maß er ausmaß, mit dem nämlichen wurde ihm vergolten, denn aucher wurde auf der Insel Elba mit kürzerer und auf Set Helena mit längerer Gefangen-schaft bestraft. Sieben Jahre hatte Napoleon die Säule der Grundfeste der Wahrheit,um sie zu stürzen, der Freiheit beraubt, und auch er brachte sieben Jahre in der Gefan-genschaft zu. Endlich damit die himmlische Braut Christi vor der ganzen Welt verherrlichet