Ausgabe 
(6.11.1913) 511. Vorabendblatt
 
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Vorabendblatt

Äugsburger Postzeitmrg. 6. Novemver 191'6.

Vorabendblatt

Seite 11

Uro. 511

Bayerische Nachrichten.

all. München , 4. Nov. 43. Heute vormittagwurde in der Görresstrasze die 50jährige Zimmcr-tnannsfrau .Fuchs von einem Straßenbahn-wagen überfahren,' sie erlitt einen Schädel-bruch und verstarb auf dein Platze.

mc. Dillingen, 4. Nov. 13. Wie derTonaubote" aus Fa im in gen meldet, begab sichgestern die 11jährige Tochter des Oekonomen Heinlevon Faimingen zum Besuche der Gräber ihrerVerwandten auf den Friedhof. Als sie einen Kranzan dem Grabsteinkreuz befestigen wollte, fiel plöst-lich der schon stark auf die Seite neigende Grab-stein um und bedeckte das Mädchen. Mit gequetsch-ten Beinen wurde das Mädchen von Friedhvfbe-suchern hervorgezogen und nach Hause verbracht.

* Ballhausen, 2. Nov. 13. Am vergan-genen Freitag begab sich die 27 Jahre alte Ocko-nomenfrau Anna Kling von Ballhausen mih ihremDienstmädchen auf den Dachboden ihres Hauses,Öffnete dort ein Fenster und berührte unoorsich-äigerweise einen elektrischen Lcitungsdraht, »voraufsie die Hand von der Leitung nicht mehr wegbrachte.Als sie mit der andern Hand nachhelfen wollte,blieb sie auch mit dieser hängen und wurde durchden elektrischen Strom bewußtlos. Aus die Hilfe-rufe des Dienstmädchens eilte der Mann der Ver-letzten herbei und befreite dieselbe aus ihrer ge-fährlichen Lage. Glücklicherweise erholte sie sichbald wieder von ihrer Bewußtlosigkeit, aber inbeiden Arme»» und Händen hat sie bis jetzt nochkeine Empfindung, so daß derselben vielleicht schtverenachteilige Folgen von diesem Unfall bleiben.

8s. M i n d el alt heim, 4. Nov. 13. Bei einerder letzten Treibjagden im unteren Mindeltal er-eignete sich ein amüsantes Vorkom'mnis, das dieVeröffentlichung wohl verdient. Während ein Trei-ber im vorn Fabrikrauch durchzogenen unteren Min-deltal hinter Büschen stand und seinen Gedankenfreien Laus gewährte, wurde er von einem ver-scheuchten Rehbock.in die Magengegend derart ge-stoßen, daß er rücklings zu Boden siel und mit denbeiden Beinen zappelte. In dieser ungeahnten undkeineswegs bewillkommten Lage hatte der durchdiesen Stoß vom Traum erwachte Treiber dochnoch Gelegenheit, seinen Gegner, der wohl durchdas rege Treiben und die dröhnenden Büchsenschüsseaus seiner Ruhe gestört wurde, mit den beidenBeinen, die er wie eine Schere zusammenztwickre,festzuhalten. Nun entspann sich zwischen den beidenein heißer Kampf, in welchem der Bock auch wie-der Sieger blieb, da es ihm gelang, den Treibereine Strecke fortzuschleppen. Schon wollten dieKräfte des Treibers in den Beinen nachlassen undwar der Hosenboden heißgelaufen und durchlöchert,als andere Treiber kamen und ihren Kameradenaus seiner Qual befreiten und den Bock noch einigeZeit würgten, bis Ihm ein Jäger den Todesstoßversetzte. Bemerkt sei, daß dies kein Jägerlatein,sondern Wahrheit ist.

* Bronnen, 4. Nov. 13. Der bei Herrn Guts-besitzer Schmid dahier in Dienst stehende DienstknechtXaver Klöck von Rieden äußerte am SonntagabendAU den übrigen Dienstboten, daß er sichetwas an-tue". Nach dieser Aeußerung, der man keinerleiGlauben beimaß, entfernte er sich. Als Klöck nachlängerer Zeit nicht mehr zurückkehrte, schickte HerrSchmid mehrere Dienstboten aus die Suche. Klöckwurde dann auch im Garten unter einem Baumeliegend, mit einen» Seegrasstrick um den Hals wieleblos aufgefunden. Der schnellstens herbeigerufeneArzt, Herr Dr. Schnatterer von Waal stellte Wieder-delebungsversuche an, die erst nach längerer Zeit vonErfolg waren. Klöck wurde sodann ins Kranken-haus nach Waal geschafft. (B. A.)

* Maierhöfen , 4. Nov. 13. Vor kurzemwurde der Seiler'Greiter in Anderhalbs bewußtlosin seinem Bette aufgefunden. Greiter, der 66 Jahrealt ist, hat sich selbst mit einer A x t a u s d e n K o p saesch lagen. Sein Zustand ist sehr bedenklich.Greiter hat die Tat offenbar im Zustand geistigerUmnachtung getan.

* Nördlingen , 3. Nov. 13. In der vergan-genen Stacks wurden dem Gastwirt Friedrich Bretzger zudenDrei Lilien" dahier aus dem Schlafzimmer seinerWohnung 520 Mark aus einer offenen Geldkassettegestohlen. Unter dem entwendeten Geld war einVundertmarkscknein, drei Zehnmarkscheine, etwa 130 Markin Gold, der übrige Betrag bestand aus Silbermünzen.

* Friedberg , 1. Nov. 13. Einem hiesigenRestaurateur wurden am Donnerstag aus dem nichtversperrten Schlafzimmer im zweiten Stock eineGeldkassette mit 1600 Papiergeldentwendet. Die hiesige Gendarmerie nahm sich böxreits der Sache an und fahndet eifrig nach dem bissetzt noch unbekannten Diebe. Die leere Kassettesoll in einem abgelegenen Stadtteile Augsburgs ge-sunden worden sein.

* Rinnenthnl, 4. Nov, 13. Gestern nachts10 Uhr hat die Gendarmerie von Eurasburg in derGastwirtschaft des Benedikt Habersetzer einen g e -fährlichen Einbrecher, den sog.Butter-mannsepp" von Ottmaring verhaftet. Man fand beiihm eine Menge Dietriche, Schlüssel, Laubsägchenusw., also eine ganze Einbrecherausrüstung vor. Obder Verhaftete im Sinne hatte, während der genann-ten Nacht in Ninnenthal sein Handwerk auszuüben,bleibt dahingestellt. Jedenfalls darf man froh sein.daß nun der gefährliche Bursche hinter Schloß undRiegel sitzt. (Fr. Gemeindebl.)

" Nederzhausen. 2. Nov. 13. In der Nachtvom 31. Oktober auf 1. November trieben abermalssich Diebe herum und zwar wurde diesmal versucht,bei dem Güster Matthias Sturm einzubrechen. DerDieb wurde jedoch durch ein Geräusch vertriebenund kannte leider infolge herrschender Dunkelheitnicht erwischt werden.

" P e i t i n g. 4. Nov. 13. Sonntag abends gegen6 Uhr wurde aus der Staatsstraße PeitiugSteiu-gaden. außerhalb der Ortschaft Kurzeuried, der inObereugen, Gemeinde Lauterbach. bedieustete 39jähr.Knecht AudreasStädele von einem von Stein-aaden herkommenden Automobil überfahrenund sofort getötet. Der Verunglückte warstark betrunken und lief direkt in das Fahrzeughinein, so daß dem Chauffeur keine Schuld beizu-inessen ist. Die Leiche des Verunglückten wurde indas hiesige Leichenhäus verbracht.

" Zwei brücken, 4. Nov. 13. Auf Antragder Staatsanwaltschaft beim K. Landgericht inFrankenthal wurde der Berliner Nechtsanwalt-Wil-helm Reich , der Syndikus des bayerischen Laudtags-abgeordneteu Eugen Abresch (Neustadt a. H.), unterdem Verdachte des Meineids verhaftet und in dasUntersuchungsgefängnis Zweibrücken eingeliefert.

vermischtes.

X Berlin, 5. Nov. 13. Ein Banknotenfäl-scher, auf dessen Ergreifung das Reichsban kdirek-toriniil 3000 M. ausgesetzt hatte, ist gestern m derPerson des 40jährigcu Stubeumalers Paul Prcußki Tempelhof ermittelt und verhaftet worden. DasWerkzeug und das Material zur Herstellung derfalschen Scheine wurden in Luftschächten und mdem Küchenrohr gesundem

>< Frei bürg i. Br., 5. Nvv. 13. Der Stu-dent Wang aus Karlsruhe fiel bei einen» Spazier-ritt so unglücklich vom Pferde, daß er eineii Schä-delbruch erlitt und starb.

x Melun , 4. Nov. 13. D-icht vor dem Bahn-höfe von Melui» stieß ein Eilzug mit einem Post-zuge zusammen. Die Trümmer gerieten in Brand,mehrere Personen wurden getötet und verletzt. DieRettungsarbeiten sind in» Gange.

* Paris , 2. Nov. 13. Ein phantastischerMordansch lag, der zum Glück vereitelt wurde,erregt hier großes Aufsehen. Zwei junge Leutewurde»» vor einigen Tagen in der Rue Gatte voneinem vornehmeii Herrn angesprochen, der ihnensagte, sie könnten viel Geld verdienen. Die jungenLeute gingen darauf ein, und der .Herr gab ihnenabends auf dem nahegelegenen Kirchhof ein Ren-dezvous. Er versprach ihnen 200 Franes, wem»sie seine Schwiegermutter und deren Freundin, diebeide in der Rue Eouibevohe wohnte»», ermordenCwollten. Er hatte den Plan der Wohnung mit-gebracht und sagte ihnen, sie könntest stehlen, wassie »rollten. Sie sollten aber die Möbel der Woh-nung nicht beschädigen. ^ Die jungen Leute gingenscheinbar auf den Vorschlag ein, benachrichtigtenaber die Polizei, die nachts das Rendezvous be-lauschte. Man ging dein Verdächtigen nach undstellte fest, daß es sich um einen gewissen Rou-quette handelte, der Professor an» College Sta-nislas ist. Rouquette wurde verhaftet und hatbereits ein Gestüildnis abgelegt. Da kein Anfangzur Ausübung des Verbrechens gemacht wurde,kann gegen ihn nach dem französischen Gesetz ge-richtlich nicht vorgegangen werden.

Aus den Kommunen.

st. München , 4. Nov. 1.

Für die Einhüllung des schönen neuen Rich.-Wag-n er-T en kma I S, das dem Münchener Winter nichtausgesetzt »»erden kann, werden 800 Mark genehmigt.

In Neuyork findet im Dezember eine Städtebau -ansst ellung statt. Die Stadt München ist in liebens-würdiger Weise eingeladen »norden, sich hieran zu beteili-gen. Es »»erden infolgedessen 100 M. genehmigt, damitPläne, Tenischriften, Gartenstadtproje.'t usw. ausgestelltwerden lönnen.

Die Ausgestaltung des T ül z e r pl a tz es, diefür 1014 unter bestimmten Bedingungen vorgesehen »var,kann vorläufig nicht erkvlgen, da die anliegenden Grund-besitzer die Bedingungen nicht erfüllt huben.

Die W e l h na chts d u l t an» Sendlingertorplatz wirdin der Zelt voip 17. mit 24. Dezember abgehalten.

Einem lürzlich geäußerten Wunsche zufolge »verdennun auch in den äußeren Stadtteilen Fischtochknrseabgehalten. So in der Zeit vom 3. mit 10. November(Sonntags ausgenommen) am Hosbräu- und Salvator-keller vormittags halb 10 Uhr und nachmittags 3 Uhr.

Weitere Kurse im Süden und Westen, sowie in Neu-hausen und SchwÄoing werden später abgehalten.

, Die Flußschiffahrt aus der Jsär wird ain 15.November für dieses Jahr geschlossen.

Se. Kgl. Hoheit der P r i n z r e g e n t hat bekanntlichaus Anlast des 100jährigen Bestehens des Krankenhausesl. h. I. den Betrag von' 10000 Mark für arme Krankegestiftet. Der Magistrat, der erst heute Kenntnis vondieser Stiftung erhielt, sprach durch Oberbürgermeister Dr.von Borscht den wärmsten Tank sür diese hochherzigeSchenkung aus.

Von feiten einer ganzen Anzahl ott-rbauerifckx»' Ge-birgsorte wurde eine Petition an den Landtaggerichtet mit der Bitte: Es möge beim Umbau des Starn-berger Bahnhofes Sorge getragen werden für die Herstel-lung einer oberirdischen, größerem Verkehr dienlichen, be-quemen, gedeckten Verbindung zwischen dem Hauplbabu-^>f und dem neuen Starnberger Bahnhof. Die Petentensind der Ansicht, hast mit einem Trennet nichts genutztsei. Man brauche sowohl wegen des »Verkehrs nach Scarn-berg als auch »vegen der Miiienwaldcr-Dahn direkte ober-irdische Verbindung znm Holzkirchener Bahnhof. DerUmstcigcvcrkchr würde unter dem Mangel einer solchenVerbindung leiden. Der Magistrat München schließt sichder Petitim» an.

Das S t ra ste n L a u d c Po t an der Schlcißheimer-straste soll, wie längst beschlossen ,verlegt werden. Der Ma-gistrat stimmte heute dem Beschlusse des Gemeindekolle-giiims bet und dewilligte 27 5M M. mit dem Bemerken,daß hiezü altes Material benützt werden darf und eineNachiorderung nicht ausgeschlossen ist.

Die Unterführn n g der Schöttl st raste unter-bleibt vorläufig, weil keine Mittel vorhanden sind und auchvon feiten des Staates der Ausbau des Scndlinger Bahn-hofes usw. »licht in Aussicht genommen ist.

Prüfungen

!! München , 4. Nvv. 13. Die Prüfungens»1 r das Lehra m t an den human»sti s che u ü ndrealistischen Mittelschulen, welche Ende Se »t-tember dahier begonnen haben, »vurtzen Ende Oktober be-endet. Das Ergebnis derselben ist folgendes: Zur Prü-fung aus den philokogisch-hislorilche»' Fächer» 1. Abschnittwaren 87 Kandidaten gemeldet, von denen 18 zurückgetre-ten smd; von den geprüften 30 Kandidaten habe» 3 mitNote 1, 33 mir Note 2und 21 mit 'Note 3 bestaube», 0haben nicht bestanden. Zinn 2. Abschnitt in den vbilolo-gisch-histori'chen Fächern Kouiursprüsiing» bitten sich 84gemeldet, 1 Kandidat ist zurückgetreten und l8 wurdenmit der Abhandlung zurückgewiesen: bestanden haben 10mit Note 1, 43 mit' Net? 2 und 3 mit Noie 3; 3 habe»nicht bestanden. Zur Prüfung in der französischen Sprache

1. Abschnitt hatten sich 38 .üaudidaten gemeldet, 7 sindzurückgetreten: von den geprüften 31 Hase» 53 bestanden,und zwar 4 mit Note 1, 30 mit Note 2 und 40 mit Note 3,8 haben nicht bestanden. Der Prüfung in der englischen Sprache 1. Abschnitt unterzogen sich 30 Kandidaten, vondenen 4 die Prüfung mit 'Note t, 40 mit Note 2, 21 mitNote 3 bestanden haben: 4 Kandidaten fielen durch. Zum

2. Abschnitt der Prüfung für neuere Sprachen (Konkurs-prüfung) »raren 69 Kandidat?» angemeldet, 2 sind zurück-getreten und 11 wurden mir der Abhandlung zurückgewie-sen: bestanden haben 8 mir Note 1, 31 mit Note 2, 15mit Note 3, nicht bestanden haben 2 Kandidaten. ZurPrüfung aus Mathematik und Physik 1. Abschnitt waren51 Kandidaten angemetdct, von denen 24 zurückgetretenfind; von den geprüften 27 haben 2 mir' Note 1, 12mit Note 2, 3 mit Note 3 bestanden, 7 nicht bestanden.Znm 2. Abschnitt dieser Prüfung waren 51 Kandidaten zu-gelassen, 3 sind znrückgetreten und 3 »mirden mit derAbhandlung zurückgewiesen: von den geprüften 42 haben12 mit Note 1, 22 mit Note 2, 5 mit Note 3 bestanden,3 nicht bestanden. Zur Hauvtprüsung aus den Realienhatten sich 107 Kandidaten gemeldet, von denen 16 zurück-getreten sind: bestanden haben 3 mit Note 1, 43 mit Note2, 38 mit Note 3, nicht bestanden 7 Kandidaten. Zur be-sonderen (2.) Prüfung aus den Realien waren 15 Kandi-daten zugelassen, von denen 5 mit Nute 1, 9 mit Note 2und 1 mit Note 3 bestanden haben. Die Prüfung aus denOlatnrwissenschaften legten 35 Kandidaten ab, von denen3 mit Note l, 27 mit Note 2, 4 mit Note 3 bestanden, 1Kandidat nickst bestand. Zur Prüfung für den llnterrickst»n der Chemie »raren 18 Kandidaten zugelassen, von denen1 znrückgetreten ist: sämtliche geprüften Kandidaten habendie Prüfung bestanden, und zwar 1 mit der Note 1, 16mit der Note 2. Das Ergebnis der diesjährigen Lehr-amtsprüfungen ist ein sehr gutes, indem von insgesamt574 Kandidaten nur 44 die Prüfung nickst bestanden ha-ben, das ist^L Prozent der Gesamtzahl, »rührend in denJahren 1912*und 1911 der Prozentsatz 13,8 und 15 Pro-zent betragen hatt Auch hinsichtlich der mit Note 1 qua-lifizierten Kändidaten ist das heurige Ergebnis besser alsin den vorangegangenen Jahren.

Volksvere'rn.

St. Ottilien, 4. Nvv. 13. Am Martinifest,Dienstag den 11. November, nachmittags 3 Uhr, findetim Seminarsaale in S r. Ottilien eine großeVv l ks v e r ei n s-Ve rs a mm tun g statt. Zu dersel-ben »verden die katholischen Männer, ganz besonders auchdie Jungmannschast, aus der Umgdbuug freundlichst ein-

geladen. Als Redner sind gewonnen: die Herren Land-tagsabgeordneten Bäckermeister Scharnagl-München undArbeitcrsekretär Adlhoch-Weilheim, welche über das Thema»sprechen »verden :W^ haben Landwirtschaft und Mittel-stand am Vvlksverein'? Ein zahlreicher Besuch wäre drin-gend zu wünscksen.

Lokales.

* Nugsburg. 5. November 1913.

Oi (Augsburg- L u f t fl o t t e n st ü tzvu u k t!)Augsburg würd in Kürze eine m »litä ris che Flieqer-st a t i v n. erhalten, die zunächst, abgesehen von Techmkernund einem ausgebildeten Piloten, von Mannschaften des3. Infanterieregiments bedient werden wird und auchZivilftiegern zur Verfügung steht. Geplant ist zunächst dieErbauung eines Flugzeug s ch uppe n s, einer anstoßen-den Reparaturwerkstatt»' und in die Erde einge-lassener Benzintanks. Die Reparaturwerkstätte er-hält Telephonvcrbindnng. In der Nähe des Flugzengschup-Pens wird ein Signalmast errichtet »verden , sowie,vermutlich auf dem Schuppen, eine Vorrichtung fürBlinkfeuer, um bei nächtlichen Flügen die Orientie-rung zu ermöglichen. Die Station selbst wird aus demGroßen Exerzierplätze errichtet werden. Ein Aus-bau der Station und die Errickstung eines Wohngebäudesfür den Jonrdicnst würd mit der Vergrößerung der mili-tärischen Luftflotte Hand in Hand gehen. Die Errichtungdes Flugstützpunktes ist aus eine Verfügung des Kriegs-ministcriums zurückzuführen, die mich in anderen bayeri-schen Städten die Erstellung solcher Megcrstationen an-ordnet.

* (Katholisches Kasino.) Nächsten Donners-tag ist V ereinsah end im kleinen Saale des Bereins-hauses mit einem Referat des Herrn Gcmeindebevoll-müchtigten Joseph Maye r über Streifzüge durchden städtischen Gemeindehaushalt. Anfang8 Uhr.

2X (Sherlok" kommt nicht.) Wie wir soebenerfahren ist der vom St a d t in a g i st r a t e erwor-bene Polizeihund bis zum Eintreffen derBestellung inzwischen anderweitig undzwar um 800 M. verkauft »vor den. Die städti-sch?» Kollegien haben sich scheinbar zu lange Zeit gelassen,bis sie sich zum Anlauf des Tieres entschlossen haben.Es ist fraglich, ob ein anderes, gleichwertiges Tier wiederwürd auszwtreibew sein.

* (Für die Fremdenlegion angeworben)war offensichtlich ein Truvv Polen . 9 Personen, der ge-stern mittag auf der Durchreise von Rußland nachFrankreich den Hauptbahiiho» passierte und von der hie-sigen Polizei angehalten wurde, da die Leute den Zweckihre agfeise nickt anzugeben bermochteu. Offenbar ausWunsch des Münchner russischen Konsulates dursten diePolen ihre Reise nicht fortsetzen, sondern wurden nachMünchen weiterbefördcrtz trotz Einspruchs der mitreisen-de,, Agenten. Kürzlich panierte eine ähnliche.Reisegesell-schaft"' den Äugsburger Hauptbahnhof, um dann in Ulm festgehalten zu »verden.

* (Warnungvor einen» B a n lr s ch w i w d l e r.)Ain 3. November ds. Is, vorm. 11 Uhr versuchte ein Un-bekannter bei der Bayerischen Diskontobank dahier »nittelsgefälschter, auf eine hiesige, eine Mannheimer - rc. Firmalautende Wechsel den Betrag von 30 000 -K sich zu er-schwindeln. Der Betrug mißlang, weil seitens der Bankdie Wechsel als Falsifikate sofort erkannt wurden. DerSchwindler verfuhr Hiebes folgendermaßen: Durch ein In-serat suchte er einen Einkassierer. Diesen benützte er imersten Augenblick, angeblich um ihn aus seine Veriässigkeitund Treue prüfen zu können, dazu» ihn zur Diskontobankzur Einholung des genannten Betrages zu schicken. DemBetrüger gelang es, zu entkommen. Er wird beschrieben:ca. 3540 Jahre alt, mittelgroß, mittlere Gestalt, vollesGesicht, englisch geschnittenen Schnurrbart, trug schwarzenUeberzieher, Zylinder, Augengläser ob Brille oderZwicker, ist nicht bekannt. Um sachdienliche Mitteilungenzur Kriminalschntzwache wird gebeten.

Verkehr.

'! München , 4. Nov. 13. Am 26. und 27. No-vember findet in Neapel die Europäische Fahr-Plan-Konferenz zur Feststellung des Svminer-Fahr-plans 1914 start. Die Bayerische Staatsbahnverwattnugwürd hiebe» durch mehrere Herreu des Verkehrsmiinsteriumsund des Verkehrsamtes vertreten sei».

Dle bayeris chen M o t o r p o st l i n»e n.

cb. Nach dem soeben ausgegebenen Rechnungsabschlußüber die baycrisckzen Motorpostliine»! im Jahre 1912 be-trug die Gesamteinnahme dieser Linien 1,884,551.59 M.,die HKsamtausgabe 1,632,778.94 M., so daß sich eineMehreinnahme von 251,772.35 M. ergab. Die Mehr-einnahme beträgt 5,4 Proz. des bis zum Schlüsse des Jah-res 1912 verausgabten Anlagekapitals zu 4,351,911 M.

Im Jahre 1912 »wurden (2 ständige Linien alsSommerlinie neu errichtet, so daß am Schluß» des Jahres35 ständige und 20 Sommerliniei» vorhanden waren miteiner Kcsamtbetriebslänge von 007 Kilvmeter.

Befördert wurden aus den ständigen Linien 2,075,756Personen und 23,449 Tonnen Güter aus den Sommer-lichen 407,020 Personen. Die Zahl der Fahrzeuge istauf 307 gestiegen. Der Betriebsstoffverbrauch an Benzin,Gummi, Ocl usw. erforderte die Summe von 503,558.53Mark, gegen 383,985.33 M. im Vorjahre und ist von14.4 Pf. auf 14 Pf. für das Kilometer gefallen. Die Ge-samtausgaben sind von 46.3 Ps. aus 45.4 Pf. für dasKilometer gesunken, »ras insbesondere auf die iuteusioercAusnutzung des FaHrmaterials zurückgusühren ist.

In den Jabren 1908 bis 1912 wurde eiue Gcsamt-erübrignng von 2,212,383 M. 47.3 Proz. des Anlage-kapitals' erzielt.

Zivlsck)«?»! Ansbach und Winds dach wurde am1. November ds. Is. eine M o t o rPo stl»ni e in Be-trieb genommen. Es werden täglich 3 Fahrtenpaare aus-geführt. .Haltestellen: Ansbach (Postamt). Eyb , Volkers-dorf, Lichtenan (Mf.), Jmmelsvorf, Windsbach .

Handel und Verkehr.

* Emaillier- und Tiauztuerkc vorm. GebrüderUllrich, Maikammer (Nheinvfalz). Einem Auszugeaus dem Rkcheusckaftsberickt für das Geschäftsjahr 19l243entnehmen wir, daß sich der Versand der Fabrikare aufderselben Höhe gehalten habe wie im Vorjahre. NachAbschreibungen in Höhe von 86,166 M. verbleibt ein-schließlich Vortrag aus dem Vorjahre ein Neberschuß von159.409 M.; die Dividende wird wieder mit 6"/o vor-geschlagen, während sich der Vortrag aus 31,587 M.ermäßigt. Das Warenkouto ist in der Bilanz mit1.526,917 M. ausgewiesen; gegenüber 577,095 M. Debi-toren haben Kreditoren 604.817 M zu fordern. Bezüglichder Aussichten für das laufende Jahr bemerkt der Bericht,daß die Beschäftigung zurzeit zufriedenstellend »ei.

Oll. Errichtung neuer Ortstelephounetze. Am1. November wurden in Ensd ors (Obps.), Höh en-fels und Schwarzenfeld staatliche Ortstelevhon-uetze dem Betriebe übergeben. Das OrtstelephoiinetzEnsdorf (Obpf.) wurde durch die Leitung Amberg (Obpf.)-EnsdorsSchmidmüblen in das allgemeineTelephonnetz einbezogen und dem Bezirksrelephonnetzzugeteilt. Die staatlichen öffentlichen TelephonsteUcnEnsdorf (Obpf.). Rieden (Obpst), Vilshoien (Obpf.) undWolssbach sind an das Ortstelephannetz Ensdorf (Obpf.)nngeschloffcn rvorden und gehören zu dessen Ortsbereich.Hinsichtlich der Gebührenberechnung im Fernverkehr ge-hört Bilshofen (Obpf.), das auch zum Ortsbereich desOrtstelephonnetzcs Sckmidmühlen gehört, zum Orts-lelephonnetze Schmidmühlen - Das OrtstelephonnetzHohen scls wurde durch die Leitung Kallmünz -Hohen-fels-Parsberg in das allgemeine Telephonnetz einbezogenund dem Bezirksnetz Regensburg zugeteilt. Die staatlicheöffentliche Telephonstelle Hohensels. sowie die gemeind-lichen öffentlichen Tclephonstellen Großbißendorf undRaitenbuch sind an das Ortstelephonnetz Hohensels an-geschlossen worden und gehören zu dessen Ortsbereich.Das Ortstelephonnetz Schwarze nfeld wurde durchdie Leitung Schwarzenreld-Schwandors in das allge-meine Telephonnetz einbezogen und dem Bezirkstelephon-netz Regensburg zugeteilt. Die staatliche öffentliche Tcle-phonstelle Schwarzenfeld 1. sowie die gemeindliche öffent-lich» Telephonsrelle Sckmidgaden, sind an das Orts-telephonnetz Sckwarzcnfeld angeschlossen worden undgehören zu dessen Ortsbereich.

el» Die Bayerische Handelsbank teilt mit: Soweitsich das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres jetztschon überblicken läßt, hoffen wir; sür das Jahr 1913 di»gleiche Dividende wie in den letzten 18 Jahren, d. i,8,05'/«, in Vorschlag bringen zu können.

' Terrain-A.-G. Neu-Westend. Die abgehalten«Generalversammlung über das 13. Geschäftsjahr, in der464 Aktien mit 4064 Stimmen vertreten waren, stimmt«sämtlichen Anträgen der Verwaltung nach längeren Aus«einandersetzungen über die verspätete Abhaltung derVersammlung und über die Unklarheiten in der Bilanzeinstimmig zu. Die Aussichten für das laufende Jahrwurden als etwas günstiger bezeichnet. Die ausscheiden-den Mitglieder des Aufsichtsrates wurden ohne Wider«spruch wiedergewählt.

* Liverpool, 30. Okt. 13. (Banmwoll Markt-bericht.) Nach zahlreichen Schwankungen weist unserMarkt einen geringen Abschlag auf. Der Süden offeriert«fortgesetzt freimütig, und in Abwesenheit jeglicher Jndu-strienachfrage wurden die Hedgesverkäufe schwer absor-biert. Während Preise auf die ungünstigen Witternngs--verhältnisse hin schnell anzogen, setzte der Süden semöAngebote bei jedem Aufschlage fort, und das Resultat!dieses Umstandes bildete ein Mschlag beinahe auf dasniedrigste Preisniveau dieser Woche. Das hauptsächlicheMerkmal der Woche bildeten verschiedene Ernteschätzun-gen, von denen die Mehrzahl sich in der Mhe von IlttüMillionen Ballen bewegten. Von diesen Schätzungen ver-dient diejenige der Herren Neill. Bros angesichts der»korrekten Schätzung des Vorjahres besondere Beachtung,und diese Firma schätzt den Ertrag änf 13 800000 Balle»«mit einem Konsume von 14V« Millionen'Ballen. Da voHder Veröffentlichung der Schätzung bereits Gerüchte inrUinlause waren, die beträchtliche Käufe init sich brachten,hatte die definitive Veröffentlichung wenig Einfluß ausdie Preise, und die Verkäufe seitens des Südens hielten,'einen größeren Aufschlag in Schach . Die SäKtzung der»Herren Neill Bros. entspricht den allgemeinen Annahmen!betreffs des Ernteertrages, betreffs der Schätzung desvermutlichen Konsums besteht jedoch starke Zurückhaltung,und angesichts der gegenwärtigen Untätigkeit der Indu-strie und der Schwierigkeit, neue Kontrakte zu buchen,und bei der Wahrscheinlichkeit beträchtlicher Betriebsein-schränkungcn, sowohl in Lancashire wie auch auf demlKontineut, betrachten die mit Jndustrieverhältuissei» wohlvertrauten Leute die Schätzung um 300000 bis 400 0<X)>Ballen zu hoch. Aegypter: Preise erlitten in deo letzten Woche einen Abschlag von 14 bis 17 Punkte»»^Die Erntebewegung geht sehr schnell vor sich und die.Empfänge sind dEzufolge groß,, die Jndustrienachfragewar jedoch gut. Die Farmer sind mit den angebotene»«Preisen zufrieden und verkaufen ihre Ernte schnell, mit demResultate, daß jetzt in Alexandria eine gute BersorgunÄaller Grade vorhanden ist. Die Meinungen hinsichtlichder Größe der Ernte sind immer Noch sehr verschieden«Der Handel i»^ ägyptischen Garnen verbleibt gut unt>ies verlautet, daß einige Oldham Spinnereien angefangen»haben, ägyptische Baumwolle anstatt amerikanischer zuverspinnen.

* Livervool» 4. Nov. Baumwolle. Amerikanische middling Lieferungen: per Nov. 7.28. per Nov.-Dez. 7.17,vecDez.-Jan. 7.14. per Jan.-Febr. 7.14, perFebr.-März 7.13ver März-April 7.13. per April-Mai 7.13, per Mai-Jnni7.13, per Juni-Juli 7.11, per Jnli-Aug. 7.08, ver Aug.«Sept. 6.90, per Sevt.-Okr. 6,63. Umsatz: 12000 Ballen.

Aus der Metallindustrie

* London » 4. Nov. Metalle. Kupfer per Kassa71,50. Kupfer per drei Monate 70,25, Zinn per Kassa182,62. Zinn per drei Monate 183,62, Blei spanisch 20,62.englisch 2l. Zink gewöhnliche Marks 20,37, spezielleMarke 21.75.

Drodutten.

<ü» Nürnberger Hopfenbericht voin 4. November.Jin Verkaufsgeschäfte ain Markte machte sich infolge dergroßen Zurückhaltnng der Brauerwelt noch immer einegewisse Trägheit fühlbar. Der Geschäftsgang bleibt dabeiein langsame»' urid wem» auch in Anbetracht der mäßigenLagerbcstände und kleinen Zufuhren die Umsätze aus-reichend sind, so ist doch auf der ganzen Linie nirgendsvon einer Preisbesserung etwas zu spüren. ZweitägigeZufuhren 800 Ballen, darunter 100 vom Lande, zwei-tägiger Umsatz 790 Ballcrr. Stimmung ruhig. Preiseunverändert.

Berlin . 4. Nov. Produktenbörse. Weizenper Dez. 487.. per Mai 195.25, ver Juli.. Roggenper Dez. 156.50, per Mai 162.50. per Juli. Haberper Dez. 157.75, per Mai 161.75. Mais per Dez..per Mai.. Rüböl per Nov.. ver Dez. 63.4(hper Mai.

* Hamburg , 4. Nov. Kasfee. Zufuhren in Mo25000 Ballen, in Santos 69000 Ballen. Dez. 65.25, März50 75, Mai 57., Juli 57.25.

* Haulburg, 4. Nov. Zucker. Dez. 9.57. März9.77, Mai 9.92, Juli 9.95.

Die Wetterlage.

Stuttgarter Wetterprognose.

Wir stehen nunmehr vollständig unter der Herrschafteines flachen, von Westen hereingedrungenen Tiefdrucks,Auch für Douncrstag uud Freitag ist noch meist beuwIkteS/zeitweise reguerisches uud kühleres Wetter zu erivarteu.

Münchener Wetterbericht vom 4. November 1813.

Die seit mehreren Tagen zwischen »Island und Schott-land gelegene Depression ist nach Skandlnavlei» und derOstsee vorgedrungen und hat das kontinentale Barometer-maximum, dein das heitere tzcrbstwcttcr der vergangenenWoche zu verdanken war, fast vollständig aufgezehrt. Aufder Rückseite der Depression sind leichte Niederschlüge er-folgt. Die »veitere Witterungsgestaltung wird sehr balddurch ein nenes, vor Island erschienenes Tiefdruckgebietbestimmt »verden. Voraussichtlich: Pfalz und Nordloest-bahern weiterhin unbeständig, Ost- und Südbayern vor-übergehende Besserung.

Zozilüe Konferenz in Lamlierg.

Montag den 10. Nov. nackm. 3 '.Ihr. vr. Sebastian, Regens-burg :(Organisation der Dienstboten".

Wenn ich die Kochvorschriften aufdem Paket genau beachte, schmecktmir Kathreiners Malzkaffee ganzvorzüglich.

Machen Sie einen Versuch!

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