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Hierüber habe sich Albertus mit den Worten beklagt:Da ist mir die Arbeit von 30 Jahren zerstört."

Auch die Dampfmaschine war in ihrer Idee schonvor 700 Jahren bekannt. Der Abt Suger von St.Denis, Minister Ludwigs VII. von Frankreich , erhieltwegen seiner Verdienste um das Reich und wegen seinerhohen Weisheit den Beinamenkabsr xatrino" (Vaterdes Vaterlandes). Er konstruierte einen Mechanismus,bei dem die Kraft des Dampfes Verwendung fand, undgilt daher als erster Erfinder der Dampfmaschine.

Ein in hohem Rufe stehender Mathematiker undPhysiker war sodann der gelehrte Jesuit AthanasinSKircher, gestorben als Lehrer der Mathematik in Rom 1680. Er ist der Erfinder des Sprachrohrs und derAeolsharfe. Auch er hatte die Idee einer sprechendenFigur ersonnen, allein wegen Geld- und Zeitmangels kamdie Idee nicht zur Verwirklichung.

Auch diese wenigen Beispiele, die sicher um vieleDutzende vermehrt werden könnten, beweisen wieder, daßes im Mittelalter durchaus nicht so finster aussah, unddaß in den Klöstern die Wissenschaft aufs wärmste undangelegentlichste gepflegt wurde. Warum aber werdendas Mittelalter und die Klöster von manchen gar soschnöde und verächtlich behandelt? Weil da der lebens-kräftige Geist des Christenthums zum Durchbruch ge-kommen und auch im öffentlichen Leben Richtschnur undWegweiser war; und das eben will man heute viel-fach nicht mehr!Keine übernatürliche Autorität, keineGebote von Sinai mehr, keine Dogmen, keine Schrankenmehr!" das ist die Losung Vieler heutzutage. Des-wegen auch der Kampf gegen die Träger und Verbreiterdes übernatürlichen Autoritätsglaubens, die Mönche. Des-wegen die Verachtung des Mittelalters, des Glanzpunkteschristlicher Bekenntnißtreue.

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hießen die Worte:Da kommt der verfluchte Kerl, derZtmmermann, schon wieder zu früh, und diesmal um soviel," des Bahnhofsinspektors nichts Gutes.DiesesMal kostet's Euch den Dienst," wurde Zimmermann vonseinem Vorgesetzten empfangen.Macht's mit dem dahinten aus," erwiderte Zimmermann und zeigte mit demDaumen über die Schulter nach rückwärts, wo soebender Adjutant und schließlich der baumlange Nikolaus I. selbst aussticgen. Die Beamten hatten vorher keine Ah-nung von der Ankunft des russischen Kaisers und er-stürben nun ganz in Demuth und Bücklingen. Zimmer-mann wurde nun vom Zaren belobt und besonders durch dieWorte des Kaisers:Man zahle dem Mann 200 Silber-rubel, er hat gut gefahren," erfreut. Er blieb im Dienst,wurde jedoch später auf eine andere Strecke versetzt.

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Der älteste jetzt lebende Mensch auf derganzenWelt dürfte der in Chicago lebende John Langsein, der im Jahre 1789 geboren, also jetzt über 165Jahre alt ist. Was aber dem Leben dieses modernen Me-thusalem einen ganz eigenen abenteuerlichen Reiz verleiht,das ist der Umstand, daß derselbe 125 Jahre seines Lebensin der Sklaverei zugebracht hat. Jetzt wird der Greis ineinem öffentlichen Museum in Chicago als ethnologischesWunder angestaunt.

Auch eine Satisfaction. Der Sänger Jncledonhatte einen vornehmen Engländer beleidigt. Dieser forderteGenugthuung. Jncledon erscheint, aber anstatt sich inKampfstellung zu zeigen, singt er die britische Lieblings-Arie:Meines Mädchens schöne Augen" und schließt mitden Worten:Ich hoffe, Mhlord, dieses Favoritlied, welchesganz England befriedigt, werde auch Ihnen Genüge leisten!"Der Vortrag der Arie war so hinreißend, daß der Eng-länder sich zufrieden gab.

Aiierlei.

Zar und Lokomotivführer. ImLeipz. Tage-blatt" erzählt ein Einsender folgendes Geschichtchen: Eswar, wenn ich nicht irre, im Jahre 1852, als Nikolaus I. zum Besuch seiner Schwester, der Großherzogin von Wei-mar, nach Deutschland kam. Sei es nun, daß er essehr eilig hatte, oder war es nur eine Kaprice von ihm,demBeherrscher aller Neusten" war die Zeit, welcheder fahrplanmäßige Zug zwischen Görlitz und Dresden braucht, zu lang. Er beschied den LokomotivführerZimmermann vor sich und ließ ihm die Frage,wielange er nach Dresden brauche," vorlegen.Majestät,"antwortete der Führer,die Zeitdauer ist mir vorge-schrieben; ich kann wohl schneller fahren, würde mir da-durch jedoch Strafe zuziehen."In der und der Zeitwill ich in Dresden sein!" befahl Nikolaus,ich werdedie Sache verantworten!" Ztmmermann, welcher alsverwegener Fahrer bekannt und wegen zu schnellen Fahrensschon mehrfach bestraft worden, riskirte es noch einmal;das zu erwartende reichliche Trinkgeld mochte ihn auchwillig gestimmt haben. Bald brauste der Zug mit demZaren wie die wilde Jagd durchs Land. Nun hatte diePfeife der Lokomotive, welche Zimmermann gewöhnlichfuhr, einen sehr tiefen Ton. Zimmermann hatte das,Nohr der Pfeife eigenhändig gefertigt, und die Stimme> derselben war fast allen Bahnbediensteten bekannt. Alsnun die Pfeife die Ankunft des Görlitzer Zuges um sound so viel Zeit früher schon von Weitem meldete, »er«

Ein Unglücksjahr. Herr fseinem Freund er->zählendj:Ach, ich kann mich auf das Frühjahr im Jahre1868 genau erinnern; am 7. Mai war ein großes Hagel-wetter, am 9. Mai ein Brand in unserer Stadt, undam 13. Mai hab' ich geheirathet!"Na, da war jaUnglück auf Unglück!"

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Un verbessert ch. Fräulein:Sie wollen nichtheirathen, Herr Doctor da mißachten Sie wohl daSWeib?"Im Gegentheil: allen möglichen Respecthab' ich davor!"

Anagrcunm-Ghasel.

1 3 3 4 sei dir gebracht,

Hat Weg und Last dich matt gemalt.

2 3 4 1 stieß BruderhandDereinstens in des Todes Nacht.

4 13 2 dient' als Exil

Einst einem Mann von stolzer Macht,

2 1 3 4 ein kirchlich Kleid,

Ein Bauin, geschmückt mit Silberpracht.

Lösung der Schachaufgabe in Nr. 96:

Weiß. Schwarz.

1. S. §2-81 beliebig.

2. D. oder S. setzt Matt.