799

Geldanweisung, welche Du mir jetzt gebracht hast, istdas Ende Deiner guten Dienste und meiner Verheim-lichung. Juchhei Ich wollte, es wäre vorüber. Ichbin dabei so aufgeregt, wie ein junges Mädchen."

Thörichtes Gretchen," spottete die lebhaftere Dameman muß keine Nerven haben, wenn man sich zu sol-chem kühnen Wagniß einschifft. Komm jetzt, zeige mir,was Du zu der großen Enthüllung bereit hast."

Leise rauschten die Kleider. Man hörte das Oeffnenund Schließen der Thüre. Die Verbündeten waren ver-schwunden. (Schluß folgt.)

-

Edelstetten.

Edelstetten, Pfarrdorf im Thale des Haselbaches,7 Kilometer von Krumbach in Schwaben gelegen, mit

drei Sölden zu Wattenweiler und schenkte sie ihrem Gottes-hause zu einem ewigen Lichte vor Sl. Leonhard's Altar.Was des Klosters Güterbesitz in jener Zeit betrifft, sofehlen hierüber die Urkunden. Graf Ulrich von Wirtem-berg soll 1276 vier Morgen Weinland zu Mettingen beiEßlingen, Graf Berchthold von Wirtemberg ein Fisch-wasser zu Waldstetten an Oetlinstetten geschenkt haben.Die Aebtissin Anna von Weißingen kaufte 1431 vonBurkhart von Knöringen das Burgstall und Gut Kirn-berg bei Balzhausen , Agnes von Schwenkungen erwarb1480 den Flecken Tiefenried bei Kirchheim .

Oetlinstetten wurde zum Bereiche der MarkgrafschaftBurgau , wenigstens nach ihrer späteren Ausdehnung, ge-zogen. Die Vogtei über das Stift beanspruchten undübten die Besitzer der Markgrafschaft. Am 20. Dezember1460 löste die Aebtissin Anna von Weißingen die Schirm-

j s

Cdclllellrn. kKloster und Kirche.)

Original-Aufnahme van Gustav Baader, Photograph in Krumbach. fBervielfültigungsrecht vorbehalten.)

einem fürstl. Esterhazh'schen Schlosse und dem vormaligenDamenstiftsgebüude, war ursprünglich ein Kloster, Oetlin- istetten genannt. Die Tradition nennt eine Gräfin Gisela !aus dem Grafenhause von Schwabekk und Balzhausen als jStifterin des Klosters und setzt die Stiftung in das Jahr !1126. Die Nonnen von Oetlinstetten waren höchst wahr- ^scheinlich reguläre Chorfrauen nach der Regel des heil. >Augustin. Historisch sicher ist, daß wenigstens schon im !12. Jahrhundert hier ein Nonnenkloster bestand. 1153 joder 1154 wurde Mechthildis, Tochter des Grafen Berch- !thold II. von Andechs und Diessen , aus dem Kloster !Diessen als Aebtissin nach Oetlinstetten berufen. Mech-thildts wird als Selige verehrt. Die Kirche zu Edelstettenbesitzt von den Reliquien der Seligen eine Armröhre, welcheim Jahre 1780 von Diessen , woselbst Mechthildis ge-storben und beigesetzt worden, dahin abgegeben wurde.Aebtissin Guta von Gerenberg kaufte am 22. Juni 1355

vogtei für 2200 Gulden ein und zog sie an ihr Kloster.Dieses wählte nun seine Schirmvögte oder Procuratorenselbst und stellte sie auf.

In der Zeit des Ueberganges Vom 15. in das 16.Jahrhundert ging mit dem Kloster Oetlinstetten eine wesent-liche Aenderung vor, nämlich die Umwandlung desselbenin ein freiweltliches adeliges Damenstift. Der Zeitpunktdieses Vorganges läßt sich nicht genau bestimmen. DasDamenstift Edelstetten blieb zwar eine kirchliche Corpo-ration und behielt geistliche Formen bei; es stand unterder Jurisdiction und Visitation des Diözesan-Bischofs.Die Damen trugen gleichgeformte geistliche Kleidung, dochohne Nonnenschleier, und beteten die Tagzeiten; aber siehatten keine Ordensregel zu befolgen und legten kein Ge-lübde ab, sondern verpflichteten sich nur auf die Beob-achtung von Statuten, nach welchen sie verbunden waren,Keuschheit zu halten und der Aebtissin, so lange sie im