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11 (1839)
Entstehung
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82
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gekommen sey», ob er gleich den RigaltiuS i» der ZueignuiigSschristausdrücklich anfuhrt. -

Uebersehung.I.

Die Beschaffenheit der gegenwärtigen Zeitläufte erheischt auch vonuns diese Ermahnung, daß wir uns über dergleichen Ketzcreycn durch-aus nicht wundern sollen. Weder darüber, daß sie sind, noch darü-ber, daß sie den Glauben Einiger untergraben; denn dazu sind sieeben, damit es dem Glauben weder an Versuchung noch an Bewäh-rung fehle. Ein sehr nichtiges und uubcdächtigcs Aergerniß also, sichdarüber zu ärgern, daß die Kctzercycn gerade so viel vermögen, alssie zu vermögen bestimmt sind! Denn wenn einmal beschlossen ward,daß irgend ein Ding seyn sollte; so muß ja wohl der Ursache, derent-wegen es ist, auch die Kraft entsprechen, durch die es seyn kann, wases seyn sollte.

II.

TaS Fieber, das unter andern tödtlichcn nnd peinlichen Krankhei-ten den Menschen abzufodern bestimmt ist, erregt ja unsere Verwun-derung weder weil es ist, noch weil cS den Menschen abfodcrt. DenncS ist, weil es nun einmal ist; und fordert ihn ab, weil cS ihn ab-fordern soll. Also auch die Ketzcreycn, durch welche der Glaube cntkräftet und vernichtet wird! Wenn nnS dafür grauset, daß sie dasvermögen: so müßte uns erst dafür granscn, daß sie das sind. Weilsie das sind, vermögcn sie daS: und weil sie das vermögen, sind sicdas. Das Fieber indeß, daS seinem Grunde und seiner Krast nachetwas Böses ist, wie bekannt, verabscheuen wir mehr, als daß wiruns darüber verwundern sollten, nnd snchcn, so viel möglich, uns davor in Acht zu nehmen, da eS in unsrer Gewalt nicht steht, cS gan;aus dcr Welt zu schaffen, lind nun die Ketzcreycn, welche den cwigen Tod und die Glut jenes großen Feuers untcr uns bringen, wol-len einige lieber darob erstaunen, daß sic das können, als sich bemü-he», damit sic es nicht können, so leicht ihnen auch diese Bcmühiiugscyn würde, lind was vermöchten sie denn auch, die Ketzcreycn, wcnnman sich nicht verwunderte, daß sie so viel vermöchten? Denn ent-weder entsteht das Aergerniß, daS ihnen beywohnt, aus dieser Ver-wunderung; oder diese Verwunderung ans diesem Aergernisse. Alsob sic doch cinigcrmaßcn wahr scyn müßten, weil sic so viel vermö-