Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

I'erlullignus u'v j»raet»ii-,Iil)llibu8.

^7

lik dazu leihen mußt, die so künstlich bauen, so künstlich einrcißenkann, die auf alles ein Sprüchelchcn hat, so dringend muthmaßet, sozwingend folgert, im Hadern so mächtig ist, in ihren eignen Redensich so verwickelt, nichts zu Ende bringt, immer von vorne anfängt.Daher jene Fabeln und GeschlechtSregistcr, die kein Ende haben, jenefruchtlosen Aufgaben, jene wie der Krebs um sich fressende Reden, vonwelchen uns der Apostel gern zurück halten möchte, wenn er die Philosophienamentlich anführt und seine Colosser davor warnet-(I>) Sehet zu,daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Ver-führung nach der Menschenlehre und nach der Welt Sayungen,und nicht nach Christo. Er war zu Athen gewesen und hatte diesemenschliche Weisheit, diesen Affen der bessern, diese Verfälscherin derwahren naher kennen lernen, sich mit ihr eingelassen und selbst erfah-ren, in wie mannigfaltige Kctzcrcycn auch sie sich trennt, die sich alleunter einander widersprechen. WaS hat also Athen mit Jerusalem zuthun? Was die Akademie mit der Kirche? Was die Ketzer mit denChristen? Unsere Lehre ist aus der Halle SalomvniS, nach dessenGrundsätze der Herr in Einfalt des Herzens zu suchen ist. Auf ihreGefahr, die lieber ein stoisches oder platonisches, oder dialektischesChristenthum wollen!

VIII.

Uns hat Christus Jesus alle Wißbegier unnöthig; uns hat dasEvangelium alles Forschen übcrslüßig gemacht. Wenn wir glauben, soverlangen wir nichts weiter zu glauben. Denn das glauben wir vorallen Dingen, daß weiter nichts ist, was wir zn glauben hätten. Ichkomme also zu demjenigen Punkte, welchen auch die llnsrigcn vorwegden, wenn sie ihrer Ncugicr nachhängen wollen, nud den die Ketzer soeindringen, wenn sie ihren Lorwitz annehmlich machen wollen. Esstehet geschrieben, sagen sie: Suchet, so werdet ihr finden. Laßtuns nicht vergessen, wenn der Herr diese Aufmunterung ergehen lassen.Ich glaube, es war im Anfange seiner Lehre, als noch alle zweifelten,ob er der Christ sey; als ihn PctrnS noch nicht für den Sohn Got-tes erklärt hatte; als selbst Johannes an ihm zu zweifeln bcgonnte.Damals war cS Feit zu rufen: Suchet, so werdet ihr finden! alsderjenige noch mußte gesucht werde», der noch nicht erkannt war.Und da§ zwar so weit es den Juden galt! Denn nur diese hatte» sichder ganzen verweisenden Aufmunterung anzmichmen, die das halten,wo sie Christum suchen sollten. Sie haben, sagt er, Moscn und

(ii) Kap. 2, 8.