Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
86
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86 lei lullmnus «lo ^raekcnjilwuilius.

der sich selbst verurtheilt habe; der neinliche» der fast in jeder seinerEpisteln, die falschen Lehren zu fliehen so einschärft, und die Kctzcreycnverurtheilt, deren Werke die falschen Lehren sind. Die Ketzcrcycnhcissen im Griechischen Häreses, von einem Worte, welches Wahl be-deutet, als deren wir uns sowol bey Ausbreitung als Ucbcrnchmuugderselben gänzlich gebrauchen. Er nennt auch daher den Ketzer einen,der sich selbst verurthcilt, weil er das, worüber er vcrurthcilt wird,selber erwählt hat. Wir aber dürfen weder nach unserm Gutdünkenetwas einführen, noch etwas erwählen, was irgend jemand nach sei-nem Gutdünken eingeführt hat. Darin» haben wir die Apostel zuVorgängern, als die selbst nach ihrer Willkühr nichts erwählt, nocheingeführt, sondern die von Christo überkommene Lehre treulich denVätern überliefert haben. Wenn uuS also auch ein Engel vom Him-mel ein anderes Evangelium predigte, der sey von uns verflucht. Sohatte es der heilige Geist schon damals voraus gesehn, daß der Engelder Verführung sich einst durch eine Jungfrau, eine gewisse Philu-mene, in einen Engel des Lichts verstellen werde, durch deren Zeichenund Zauberkünste sich ApelleS verführen lassen, eine neue Kctzerey anden Tag zu bringen.

VII.

Das sind die Lehren, welche Menschen und böse Geister fürjuckende Ohren mit der Weisheit dieser Welt erzeuget haben, die derHerr Thorheit nennt, der das Thörigte der Welt erwählet hat, um diePhilosophie selbst damit zu Schanden zu wachen. Denn das ist ebendie Beschäftigung der Weisheit dieser Welt, daß sie die göttliche Ra-tur und Einrichtung auszulegen sich erkühnet. Die Ketzer endlich selbstwerden von der Philosophie aufgewiegelt. Daher die Aconcn, undich weiß nicht was für Formen nebst der Drcyheit des Menschen beymValcntinuS, der ein Platonikcr gewesen war. Daher Marcions Gott wegen seiner Ruhe: er war von der Sekte der Stoiker. Daher dieSterblichkeit der Seele, die von den Epicurern behauptet wird. Da-her die Wiederherstellung des Fleisches, welche in allen Schulen derPhilosophen geleugnet wird. Wird wo die Materie Gott gleich ge-macht, das war ZenonS Lehre. Wird wo des feurige» GotlcS er-wähnt, das schreibt sich vo» Heraclitus her. Kurz, die ncmlichcnFragen werden bey Ketzern und Philosophen aufgeworfen, und aufdie nemliche Weise in einander geflochten. Woher das Uebel, undwarum? Woher der Mensch, nnd wie? Oder was neulich gar Valen-tinns aufgegeben: woher Gott? Wo anders her, als aus seiner En-thymesi und Eklromatc. Und armer Arisiolelcs! der du deine Dialck-