lortullianus 6e praeteriptionilius.
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folgen. Keine göttliche Rede ist so schlaff und schwankend, daß mansich nur die Worte zu vertheidigen begnügen müsse, ohne den Sinnder Worte fest setzen zu können. Vor allen Dingen lege ich aber daszum Grunde: daß Christus schlechterdings etwas bestimmtes und Ge-wisses müsse verordnet haben, was die Welt glauben und sonach su-chen solle, damit sie es glauben könne, wenn sie es gefunden. Einerbestimmten und gewissen Verordnung aber läßt sich nicht bis ins Un-endliche nachforschen. Man muß suchen bis man gefunden hat, undglauben sobald man gefunden hat. Endlich muß man auch bewahren,was man einmal geglaubt hat: und das isis alle. Glaubst du nungar oben drein, daß nichts anders zu glauben ist: so ist ja auch nichtsanders zu suchen, sobald du das gefunden und geglaubt, was vondem verordnet ist, der dir nichts anders zu glauben befiehlt, als waser verordnet. Wem das bis jezt noch zweifelhaft ist, dem soll es baldklar werden, daß das, was Christus verordnet hat, bey uns zu finden.In Zuversicht auf diesen Beweis will ich Einige nur hier in Vorauserinnern, daß weiter nichts zn suchen, als was sie schon geglaubt,und daß da eben das sey. was sie suchen sollen; damit sie das Su-chet/ so werdet ihr finden, nicht ohne Verstand auslegen.
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Der Verstand dieses Spruches aber beruht auf diesen drey Stücken:Auf der Sache, auf der Zeit und auf der Weise. Der Sache »achist zu erwägen, was zu suchen; der Zeit nach, wenn; und der Weise,wie weit. Also ist zu suchen, was ChristnS verordnet. Es ist zn su-chen, wenn wir es noch nicht gefunden; eS ist zu suchen, bis wir esgefunden. Nun haben wir cS aber ja wohl gefunden, wenn wir cSgeglaubt. Denn wie hätten wir cS glauben können, wenn wir cS nichtgefunden! Wie hätten wir rS suchen können, wenn wir eS nicht sin-den wolle»? Darum suchen wir, um es zu finden; darum finden wir,um es zu glauben. Alles Suchen, alles Finden hört mit dem Glau-ben auf. Dieses Ziel wird durch die Frucht des Suchens selbst gc-steckt. Diesen Graben hat der selbst gezogen, welcher will, daß wirnichts anders glauben sollen, als was er verordnet hat; und sonachauch nichts anders suchen. Denn sollten wir deswegen, weil Andereandere Dinge verordnet haben, nur immer so lange fortsucheu, solange noch etwas zu finden wäre, so müßten wir ja immer suchen,und könnten nie glaube». Oder wo wäre denn das Ende des Su-chens? die Ruhestätte des Glaubens? die Entsagung des Findens?Bey dem Marcion? Aber auch ValcntinuS ruft mir ja zu: Suchet,so werdet ihr finden. Also bey dem Lalenlinus? Aber auch Apel-