hier nichts Verschiedenes, sieht also keine Vereinigung, sieht keinRäthsel, das aufzulösen Ware.
Die Seele, sagt Spinoza an einem andern Orte (Th. II- §- 16Z.),ist mit dem Leibe auf eben die Art vereiniget, als der Begriff derSeele von sich selbst mit der Seele vereiniget ist. Nun gehöret derBegriff, den die Seele von sich selbst hat, mit zu dem Wesen derSeele, und keines läßt sich ohne das andere gedenken. Also auch derLeib laßt sich nicht ohne die Seele gedenken, und nur dadurch, daßsich keines ohne das andere gedenken laßt, dadurch, daß beide ebendasselbe einzelne Ding sind, sind sie nach Spinoza's Meinung miteinander vereiniget.
ES ist wahr, Spinoza lehrt: „die Ordnung und die Verknüpfung„der Begriffe sey mit der Ordnung und Verknüpfung der Dinge ei-nerlei," Und waS er in diesen Worten bloß von dem einzigen selbst-ständigen Wesen behauptet, bejahet er anderwärts und noch ausdrück-licher insbesondere von der Seele (Th- V, K. SKI.): „So wie die„Gedanken und Begriffe der Dinge in der Seele geordnet und unter„einander verknüpft sind: eben so sind auch aufs genaueste die Be-schaffenheiten des Leibes oder die Bilder der Dinge, in dem Leibe„geordnet und unter einander verknüpft." ES ist wahr, so drückt sichSpinoza aus, und vollkommen so kann sich auch Lcibniy ausdrücken.Aber wenn beide sodann einerlei Worte brauchen, werden sie auch ei-nerlei Begriffe damit verbinden? Unmöglich! Spinoza denkt dabeiweiter nichts, als daß alles, was aus der Natur GottcS, und der zuFolge, aus der Natur eines einzelnen DingcS, soiwaliler folge, inselbiger auch nujcclivo, »ach eben der Ordnung und Verbindung, er-folgen müsse. Nach ihm stimmet die Folge und Verbindung der Be-griffe in der Seele, bloß deswegen mit der Folge und Verbindung derVeränderungen des Körpers übcrcin, weil der Körper der Gegenstandder Seele ist; weil die Seele nichts als der sich denkende Körper, undder Körper nichts als die sich ausdehnende Seele ist. Aber Leibniy— Wolle» Sie mir ein Gleichnis; erlauben? Zwei Wilde, welchebeide das erstemal ihr Bildliiß in einen, Spiegel erblicken. Die Ver-wunderung ist vorbei, und nunmchr fangen sie an, über diese Erschei-nung zu philosophircn. Das Bild in dem Spiegel, sage» beide, machteben dieselben Bewegungen, welche ein Körper macht, und macht siein der nehmlichen Ordnung. Folglich, schließen beide, muß die Folgeder Bewegungen des Bildes, und die Folge der Bewegungen desKörpers sich aus einem und eben demselben Grunde erklären lassen-
LcMngs Wirk- XI.
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