zu Winkelmanns Geschichte der Kunst.
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schricbene» Scholio zu dem Gorgias des plato lehren zu wollen.Sogar die Verse, die er aus demselben zuerst beizubringen glaubt,flehen bereits beim pausanias,"
S. 137. sagt w./ daß die Stadt Aliphera bloß wegen einerStatue der Pallas von Erz. vom HekatodornS und Sostratus gemacht,berühmt gewesen sei; und beruft sich dabei auf den polybtus. Al-lein dieser Schriftsteller sagt, wie L, erinnert, nichts davon; und W-hätte lieber Thespiä (das wegen der Statue des Kupido berühmtwar) anführen sollen.
9.
Zu S. 18V. „Der platte Augapfel in den alten marmornenStatuen hat dem Iuvenal zu einem Bciworte Gelegenheit gegeben,welches kein einziger neuer Ausleger gehörig verstanden hat. 8s>. VII.v. 126. heißt es von dem Sachwalter Acmilianns:
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Llnious, er ^/»/«a meclilaluv proelia /««ca.Si«i«a /usc« heißt ihnen hier allen eine einäugige Statue; ciuwc-der, wie einige sagen, weil die Statue im Prosit betrachtet, nur einAuge hat; oder, wie andre wollen, weil die Schützen um desto gewis-ser zu treffen, im Zielen das eine Auge zuschließen. Noch andre wol-len gar, daß Acinilian wirklich nur ein Auge gehabt habe. Sie ha-ben aber alle wenig von der Kunst verstanden. Tcr Künstler wirdin dergleichen Ehrenwerten keine Fehler in der Natur nachahmen; erwird keine Gcberde nachahmen, durch welche da§ ganze Gesicht verzerrtwird. Kurz, insca heißt hier hohläugig, blödstchrig; und so er-scheinen wirklich alle alte Statucu, wegen des platten Augapfels, uuddes unbemerkten Sternes darin. Der einzige alte Scholiast des Iu-venals zielet auf diesen wahren Sinn; und die Ausleger haben ihn bloßverlassen, weil sie ihn nicht verstanden haben. /u^ea, sagt er, eu-
jus oculus iolioilns eeü'it; deren Auge» einwärts gehen, znrükweichcn.
10.
Der S. 198- von N). gemachten Anmerkung, daß die völlig be-kleidete Venus iu Marmor allezeit mit zwei Gürteln vorgestellt würde,fügt noch diese bei: „daß die alte» Bildhauer der Göttin» diesenzweiten, ihr eigenthümlichen, Gürtel auch alSdaun noch gegeben ha-den, wenn sie sie ohne alle Bekleidung, ganz nakkend, vorstellten; wieaus einem Epigramm der Anthologie (1^. V. 19.) erhellt. Aberaus eben diesem Epigramm erhellt zugleich, daß, wie w. behaupten