Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
151
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Zum Laokoon,

Mauer zu lehnen: unddaS erste hölzerne oder steinerne Bild war nichtsals die grobe Nachahmung cincS solchen Sarges.

Was vor dem DädaluS also in Acgypten nichts als ein religiöserGebrauch war, ein bloßes Hülfsmittel des Gedächtnisses, erhob Däda-luS zur Kunst/ indem er die Nachahmungen todter Körper zu Nachah-mungen lebendiger Körper machte, und daher all das Fabelhafte, wasman von seinen Werken erdichtete.

Doch die Acgyptischen Künstler selbst müssen diesen Schritt dcSDädaluS bald nachgcthan haben. Denn nach dem DiodoruS (lib. I.)ist DädaluS selbst in Acgypten gewesen, und hat sich auch da durchseine Kunst einen unsterblichen Ruhm erworben.Parallel dicht zu-sammenstehende Füße, wie sie einige alte Scribenten anzudeutenscheinen, sagt Herr W-, hat keine einzige übrig gebliebene ägyp-tische Figur." (S- 39.) Ich möchte das Vorgeben dieser alten Scri-benten, welches zu cinmüthig und zu ausdrücklich ist, nicht verdächtigmachen. Man darf nur erwägen, daß die ältesten Werke der Sculp-tur, besonders bey den Aegvvtiern, sowohl als Griechen, von Holzwaren: (paul-mias Ooriviti. eap. XIX. p. 452. LoA. ltuk.) sofällt die Verwunderung größtcnthcils weg, daß sich keines davon erhal-ten. Genug daß wir den parallelen Stand der Füße auf andern Wer-ken der alten Acgvptischen Kunst als auf der luliulg llisea noch erblicken.

Die Acgypticc blieben bey den ersten Verbesserungen des DädaluSstehen: die Griechen erhoben sie weiter bis zur Vollkommenheit.

IX.

Von der Verschiedenheit dcr Zeichen, deren sich die schönen Künstebedienen, hanget auch die Möglichkeit und Leichtigkeit ab, mchrcre der-selben mit einander zu einer gemeinschaftlichen Wirkung zu verbinden.

Die Verschiedenheit zwar, nach welcher sich ein Theil der schönenKünste willkürlicher, und der andere natürlicher Zeichen bedienet, kannbey dieser Verbindung nicht besonders in Betrachtung kommen. Dadie willkührlichcn Zeichen eben deswegen, weil sie willkührlich sind, allemögliche Dinge in allen ihren möglichen Verbindungen ausdrückenkönnen, so ist von dieser Seite ihre Verbindung mit den natürlichenZeichen ohne Ausnahme möglich.

Allein, da diese willkührliche Zeichen zugleich auf einander fol-gende Zeichen sind, die natürlichen Zeichen aber nicht alle auf cinandcrfolgen, sondern eine Art derselben neben cinandcr geordnet werdenmüssen: so folget von selbst, daß die willkührlichcn Zeichen sich mit