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11 (1839)
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173
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Unterbrechung im Dialog.

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genug gezeichnet war, so wußte Montfaucon selbst nicht, was er dar-aus machen sollte; Quarta gslerum siogulsrem cspite gsstst; lakzualrieiue a un voouet exlraorclinaire. Und in dem deutschenMontfaucon ist aus diesem galero gar ein sonderbarer Helm ge-worden. Ob das, was neben der Ceres aus dem DoissardXI.II. 2) stehet, eben ein Bienenkorb ist, wofür es Montfauconausgiebt, weis ich nicht; eS kann der bloße Korb seyn, der bey feyer-lichen Auszügen der Göttin vorgetragen wurde: (Lallimacülls in <üe-rer. v. 1. 3.); denn ich finde nicht, daß der Ceres die Erfindung derBienenzucht, so wie des Ackerbaues zugeschrieben werde.

Unterbrechung im Dialog.*)

Man bemerkt sie durch Striche, oder Punkte, welche die Franzosen points pomluivans nennen.

Die untcrbrcchnc Redensart muß allezeit zu füllen und leicht zufüllen seyn; wenn man die Figur dem Wesen der Sache zuschreibensoll, und nicht der Bequemlichkeit oder Verlegenheit des Dichters.

Voltaire sagt (^u «üommeot. kur le dornte ci'LHox ^el. HI.8o. 2) <ü'est u»o Ir«8 xigncie oegligoiice cie r>s poiut linir s»plii'ül'e, kii perioclo, et «Z« so lailler interrowpre, turlout «zuaoäle peilonoüge c^ui inieiroint ett ua tudallerrie, czui msoliuo suxdiensöanees en couj>aut la parolo :> lori superieur. 1üowa8 Lor-neillo est kujot ü ce «iekaut «ians toutos se8 pieces.

Wer fragt nach der Wohlanständigkeit, wenn der Affcct der Per-sonen es erfodcrt, daß sie unterbrechen, oder sich unterbrechen lassen?

Da hat Home die wahren Schönheiten des Dialogs besser gekannt.Kein Fehler ist gewöhnlicher (sagt er, Grd. der Cr. Th. III. S.311) als eine Rede noch fortzusetzen, wenn die Ungeduld der Per-son, an die sie gerichtet ist, dkse treiben müßte, dem Redenden insWort zu fallen. Man stelle sich vor, wie der ungeduldige Schau-spiclcr sich indeß gebchrdcn muß. Seine Ungeduld durch heftige Ak-tion auszudrücken, ohne dem Redenden ins Wort zu fallen, würdeunnatürlich seyn; aber auch seine Ungeduld zu verhehlen, und kalt-sinnig zu scheinen, wenn er entstammt seyn sollte, ist nicht wenigerunnatürlich.

°) Dies und die folgende» Stücke im theatralischen Nachlaß il, S.247; umer den Brcslaucr Papiere».