Ueber die Ahncnbilder der Römer.
Ahncnbilder gedenken? Haben der Herr Gcheimerath auch geprüft,was diese für ein Wort brauchen? — Ich erwarte keine Antwort —verfolgen Sie Ihre Rede!
„Die Schriftsteller lassen sich in gar keine Erklärung ein, weil„sie die Sache als bekannt voraussetzen konnten. Der einzige pli-„ nius"--
Und noch Einer, den der Herr Gcheimerath gewiß keimen, abermit Fleiß vergessen. Doch, ich unterbreche Sie zu oft. —
„Der einzige plinius, dem wir so viele Nachrichten von Dingen„schuldig sind, die uuS sonst ganz unbekannt seyn würden, redet weit'„läuftiger von ihnen; und seine Nachricht ist so beschaffen, daß ich„mich nicht genug über die Sorglosigkeit der Ausleger verwundern„kann, die diese Stelle nicht ganz übersehen haben. Seine Worte„sind: (Ililt. ?tst. XXXV. 2.) ^pucl msjores in slriis erant,, imag!ne8, Huse Ipeolarenlur, noo lißns exterorum sililleum,„nee aer». ant iiigrwoili. Lxpresl! cera vultus liogulis lZispone-„Iiaului' aimariis, ut ell'ent imagi»e5, <^uas eomilsrontur ^entilitia„sunera; sempei^uv ilekunclo ali^uo totus aäerat samiliso ejus,,, <zui uiil^usm suei-ak, ziasiulus. 8lemmata vero I!nei8 äiteurrevant„aä imagines iiielss. Wir wollen diese Stelle genauer betrachten.„Erstlich, oxprekli eei-a vultug: man hat sich also kein Bild des gan-„zcn .Körpers vorznsicllen, sondern ein bloßes Porträt. Ein Umstand,„der für denjenigen vorthcilhafter ist, der Gemälde darunter versteht,„als wer sich die Bilder als Figuren vorstellt."
Ich wüßte nicht, wie oder warum? Wenn man sich unter denWorten: ex,»csti cera vullu.°, kein Bild des ganzen Körpers vorstellenkann, müffen sie darum ein bloßes Porträt bedeuten? Kein einzigerAusleger, so viel ich weiß, hat sich dabey auch einen ganzen Körpergedacht, sondern alle haben sich ein Brustbild vorgestellt. Mciut aberHerr Aloy, daß vullu8 anch nicht einmal ein körperliches, von allenSeilen bearbeitetes Brustbild bedeuten könne? Ich glaube es anch.Aber auch dann noch folgt es nicht, daß die Nachahmung diesesAntlitzes nichts anders, als ein Gemälde, könne gewesen seyn. KonntecS nicht gleichsam ein Mittel zwischen beyden geben? — Aber, wirwollen ihn auShörcn.
„Ferner bemerke man, daß diese Bilder oft mit Aufschriften vcr-„ sehen waren. Die Nömcr schrieben nicht bloß die Namen, sondern„auch die Titel, die Ehrcnstcllcu, dazu; ^/».v. V. 8. LsL-
„gies wajorum euin tiluli8 1m8 j^ciieo in prima nellimu parle„poui l'olcre, ut oorum virlules pol'teii von l'olum leAereuI. leci