Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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204
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Kleinere antignarischc Fragmente.

Oai^a olvilas ^elovooiiek!, euni poikis Iiottiuus conlra Liaeeiunieuiil'ensit, Zolles t^iaeei, per vi'eloriam gloriol'o vello livei.ili,vommum eonlilic» l^ar^alilius Iiellum iviiixeiunt. Itgyue opviijoLapl», viris inleiseelis, eivitato «lelela, matronas eurum i» lei vilu-iem oulluxeiunl. IVeo sunk pasli, slolas, nel^ue oinnlu» m!>Irn»u>es«Zepnnei'e; uti nvn uno triumolic» lZueeioiilui', seil seleiuo servitu-tis exemiilo -zravi eontumelia prellae poenas llare vicloienlur procivilate. Icleo c^ui tune sieliiteeli sueiunk, gecZilloiis pulilieis lle-liAiigveiuud esruiu imugines oneiü sere»6o collocslgs, ut oliaiupottens nola poena peceati (!ai-^i>lium memoiiae traclerekur.

Wenn dieses seine Nichtigkeit hat, so werden auch die Karyatidendes Diogenes in dein Pantheon ° dergleichen weibliche, zn Säulendienende, Figuren gewesen seyn; und ich gestehe es, daß ich nichtsdavon begreife, wenn Herr 'winkelmann bey Gelegenheit diesesKünstlers schreibt:"

Aller Wahrscheinlichkeit nach ist noch eine von den Karyatidendes Diogenes von Athen , welche im Pantheon standen, übrig; siesteht unerkannt in dem Hofe des Pallastes Farncse. SS ist dieHälfte einer männlichen unbekleidete» Figur bis auf das Mittel, ohneArme. Sie tragt auf dem Kopfe eine Art eines KorbcS, welchernicht mit der Figur aus Einem Stücke gearbeitet ist. An demKorbe bemerkt man Spuren von etwas Hervorragendem, und allemAnschein nach sind cS vorgestellte Blätter gewesen, welche denselbenbekleidet haben; auf eben die Art, wie ein solcher bewachsener Korbeinem KallimachuS das Bild jn einem korinthischen Kapital soll gc-geben haben. Tiese halbe Figur hat etwa acht römische Palmen,und der Korb drittehalb. ES ist also eine Statue gewesen, die das wahre Verhältniß zu der attischen Ordnung im Pantheon hat, welcheetwa neunzehn Palmen hoch ist. WaS einige Scribeulen bisher fürdergleichen Karyatiden angesehen haben, zeugt von ihrer großen Un-wissenheit."

Hier citirt er deS Demonitv/» (?a>Ius liomae IIolpe8, p, 12.,den ich denn nothwendig nachsehen müßte. Indeß ist mir man-cherley in den Worten des Herrn N). sehr verdächtig. Seine Karya-tide ist eine männliche Figur; nach dem Virruv aber stellten der-gleichen Säulen nur Weiber vor. Vie Mäuuer von Karya hattenalle über die Klinge springen müssen.

° r.. xxxvi., li. s.

°° Geschichte der Kunst, S. 387.