Kvllcktanccn zur Literatur.
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dem man weiß machte/ daß dieser Mann ein polnischer Wovwodc sey,denn er sprach ein ziemlich polnisches Latein sehr fertig/ getraute sichkauni/ den Mund mehr aufzuthun. Lipstorp, der sonst ein Mannvon wenig Worten war, trank bei dieser Komödie etwa» reichlich/ sodaß er darüber sehr gesprächig wurde/ worauf Hagedorn aus demStegreif die Zeilen machte:
O Wunder! welches sich hier zeigt:
Daß Lipstorp spricht, und Taylor schweigt!Hagedorn starb an der Wassersucht, die er sich allerdings durchsein unmäßiges Trinken zugezogen hatte. — Dieser Mann/ der in sei-nen Schriften so vorsichtig/ so anständig und so gutherzig war/ warin seinem mündlichen Umgänge äußerst beißend und beleidigend; undhierin war der Herr von Bar gerade das Gegentheil von ihni/ derfeiner Feder mehr Freiheit erlaubte/ als seinem Munde/ und durchseine Reden kein Kind zu beleidigen im Stande war. EinSmals wurdevon einer Ucbecsctzung aus dem Englischen gesprochen/ und einer sagte/cS habe sie ein Kaufmann gemacht/ und cS sev wirklich viel/ daß einKaufmann so übersetzen könne. Pah! sagte Hagedorn, das thundie Kaufleute alle Tage! Ein Wortspiel; aber ein bitteres!
Einen Theil von den oben gedachten Kartcnblättern hatte sich dieDmioiscllc RcimaruS abgeschrieben, bei der ich sie gesehen habe.Es sind sinnreiche Stellen aus französischen, englischen und lateinischenSchriftstellern und Dichtern, so wie H. seine Noten damit auSzu--spickcn pflegte. Einiges ist darunter, das ich nicht finde, wo er esher hat, und das ihm vielleicht handschriftlich war mitgetheilt worden;z.B. ein französisches Epigramm auf den Baron Holbcrg:
i'l>ilol»j>lie wocczuvui', t^omissuv alialiilaiie,
II moril et 6ive,l!t tnur :> tvui- le >>i-oelisin.
I)«8 Dnuois crjienllaiit i> leivit Iv H/o/iei'e,n'en vloit j>as le
Hamburg . < Geschrieben daselbst im Jahr 1763 und 1769.)
Unter diesem Artikel will ich das Wenige sammcln, was ich hierMerkwürdiges in die Kunst und Literatur einschlagendes gesehen undbemerkt habe.
1.
Eine schöne Sammlung portugiesischer Bücher habe ich beiHrn-Ramcycr gesehen, der mit seinem Bruder, Peter Ramcycr,an dreißig Jahre sich der Handlung wegen zu Lissabon aufgehaltenhat, wo sie ein ansehnliches Vermögen erwarben, mit welchem sie sich