Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
299
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Kollcktauccn zur Literatur.

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nicht der König von England ausdrücklich für ihn interessirt hätte, aufdessen Fürsprache er gänzlich frei und losgesprochen ward. Die deut-schen Kaufleute/ welche in Lissabon alle unter dem Namen der Ham-burger passiren, haben ihren eignen Patron, vor dem sie allein be-langt werden können. Von diesem erhalten sie eine Art von Paß, aufwelchen sie sich vcrschicdner Vorrechte bedienen können, z. B. mit Ge-wehr zu gehen, bei Tage und bei Nacht, mit und ohne Licht, welcheskeinem Portugiesen frei sieht. Ich habe da diesen Paß im Originalgelesen; wie auch die Abschrift des lateinischen Briefes von dem Se-nat zu Hamburg an den König von Portugal , bei Uebcrsendung zweierSchiffe mit Baumaterialien, nach dem Erdbeben von 1755, nebst der,gleichfalls lateinischen, Antwort des Königs.

Unter den portugiesischen gedruckten Büchern waren auch vier bissechs Bände Predigten von dem Jesuiten Vereida, der für ihren be-sten geistlichen Redner gehalten wird; eine Beschreibung dcS Klosterszu Mafra , welches der vorige König, Johann bauen lassen. DieAussprache des Portugiesischen hat nicht viel Schwierigkeit; was vornehm-lich dabei zu merken, ist das «o, welches als o«A ausgesprochen wird.

Ein hiesiger Geldwechsler, Herr Albrecht Balcmann, hatteeine schöne Sammlung von Münzen und Medaillen neuerer Zeit,worunter sehr seltene Stücke sind. Unter den Medaillen habe ich vielevon Hcdlingcr und dem Genfer Dacicr daselbst gesehen; desglei-chen die große goldne Medaille mit dem Brustbilde August'S //,Königs von Polen , die 100 Dukaten wiegt, von Groskurt; aucheine silberne Schaumünze auf Newton, sehr schön, von I. C.

Balcmann hat auch eine kleine Sammlung von Gemmen, ge-schnittenen und ungeschnittcnen, unter welchen ich einen Onyx be-merkte, worauf ich den OcdipuS mit seinen Töchtern zu sehen glaubte,erhaben geschnitten, in der Größe einer welschen Nuß, oval, nach derLänge. Auf einem Postamente steht ein Sphinx; neben demselben istein alter Man» hingesunken, in einer kraftlosen, verzweifelnden Stel-lung. Vor ihm stehe» zwei Frauenspersonen, wovon ihn die eine aneiner Schnur zu halten scheint; beide, als ob sie ihm Trost zuspre-chen wollten.

3.

Die Manuskripte und beschriebenen Bücher, welche JohannAlbert FabriciuS hinterlassen, blieben bei dessen Schwiegersöhne,dem Professor RcimaruS, dessen Sohn sie jetzt gern zusammen ver-kaufen möchte. Eine Dcsignation derselben wurde dem vierten Theile