Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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303
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Kollektanecn zur Literatur.

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dung, und habe eine» in seinem Betragen sehr natürlichen, und inBetracht seiner Kenntnisse gar nicht unebnen Mann an ihm gefunden.Wir sprachen zuerst von der Hiessgen öffentlichen Bibliothek.Der Professor und Bibliothekar Wolf hat sich seit 1739 ihrer so be-mächtigt, und sich so nnerlaubte Dinge mit ihr herausgenommen, daßes unbegreiflich ist, wie man ihm alles so für genossen hat ausgehenlassen. Der verstorbene Pastor Wolf und dieser sein Bruder hatteneine gemeinschaftliche Bibliothek; und als jener starb, fand man zwarkein förmliches Testament, aber doch einen schriftlichen Aufsatz, ver-möge dessen er seinen Antheil der öffentlichen Bibliothek vermachte,doch mit der Bedingung, daß sein Bruder Zeitlebens den Gebrauchdavon behalten, und nicht genöthigt sevn sollte, sie abzuliefern. Weilsich diese Bibliothek nun in einem öffentlichen Prcdigerhause befand,welches gcbauct werden mußte, so ließ sich Wolf gefallen, sie auf dieöffentliche Bibliothek zu räumen, für welche die Stadt, in Rücksichtauf dieses Vermächtniß, ein neues Gebäude hatte aufführen lassen.Hiedurch nun glaubte Wolf ein Recht erlangt zu haben, mit der gan-zen Bibliothek zu schalten und zu walten, wie cr wollte. Er schlugsogar seine Wohnung darin auf, schnitt die Kupfer aus den Büchern,um sie in eigne Sammlungen zu bringen, und kehrte das Unterste zuOberst, alles ungcrügt, weil er sich geäußert hatte, daß cr nicht alleinseinen Antheil an der Bibliothek, sondern auch noch sein ganzes Ver-mögen, das sich vielleicht auf 30,00t) Mark belaufen mag, der öffent-lichen Bibliothek vermachen wollte. Er hatte sich hierzu unter der Be-dingung erboten, daß man einen gewissen Studiosum Wolf, einenbloßen Namensvetter von ihm, den cr zu sich genommen hatte, undan dem Katalog arbeiten ließ, ihm adjungircn und substituircn sollte.So sehr sich Goczc dagegen setzte, und so ungewöhnlich hier einesolche Survivance ist; so ging cS doch bei den Oberalten durch, undcr erhielt die Vokation für seinen AmanuensiS. Aber was er nun mitdieser Vokation machte, ist erstaunlich! Er brauchte sie nicht, um denjungen Mann damit zu beglücken, sondern ihn damit zu vcinigcn.Denn cr hatte sich nntcrdcssen mit ihm überworfcn.Siehst du,Bestie, sagte cr zu ihm, das habe ich für dich thun wollen! Da»Glück hast du bei mir verscherzt! Das sollst du nicht allein nun nichthaben, sondern nun will ich dich auch noch zum Hause hinauSprügelnlassen!" Indem giebt cr cincm dazu bestellten Kerl einen Wink, undWolf hatte Zeit, sich aus dem Staube zu machen. Die Geschichteist gewiß; und dieser Wolf ist jetzt Prediger in Nordcrditmarschcn.Er verklagte hierauf den Professor, weil cr ihm für seine Arbeit an