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11 (1839)
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306
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Kollcktancc» zur Literatur.

eine Bildsäule einer schwängern bekleideten Frauensperson, mit einem Tau-bcnncste in der Hand, ohne Zweifel die Fruchtbarkeit vorstellend. Vor«nehmlich zwei kleine Stücke von RubenS : das Eine die GeschichteAk-täon's vorstellend, welcher die Tianc mit den Nymphen überrascht. Ak-täon bloß hinter einem Baume; so, daß man nicht begreifen kann, wie erhinter diesem so lange verborgen bleiben, oder so nahe herznschlcichenkonnte. Tes Kontrastes wegen ist unter den schöne» junge» Nymphen,die ihre eigne oder TiancnS Bloße zu verbergen suchen, auch einealte häßliche Frau, welche der Tianc ihr ^verkleid reicht, roth, mitErmeln, und diese vorne mit goldenen Knopflöcher». TaS zweiteGemählde ist die Entdeckung der schwängern Nymphe (Kallisto) austem Gefolge Miauens; die Nyinpben ihr das Kleid abziehend! sie miteiner schuldigen Schaam sich sträubend; Tianc in einiger Entfernung,die Hände vor Erstaunen zusamincnschlagciid; eine Gcbchrde, die nichtedel genug ist. Aber das gefällt mir sehr wohl, daß die schönste,zärtlichste Bildung von allen der schuldige» Nymphe gegeben ist.Auch noch eine kleine Skizze von Rubens : eine Maria mit demKinde auf dem Schooß, das schon etwas erwachsen ist, und mit demder kleine Johannes spielt.

6.

Die Geschichte der H a m b u r g i sch c n O p e r s. unte», im Artikel Oper.

7.

Denkmäler und Gemählde i» dc» Kirche». Die bckann-tcstc» Hambnrgischcn Mahler, lere» Werke i» den dortigen Kirche»zu sehe», sind: Wagenfeld , Ro»d u»d Engels. Aon dem erstenund seinen Schülern finden sich vcrschietnc in der Hciligcngcistkirchc;das schönste und größte aber in der IobanniSkirche, welches den ^akob in der Morgendämmerung mit dem Engel riiigcnd vorstellt, undgewiß ein trcflicheS Gemählde ist. Tie Wirkung der Morgciuölbcauf alle Theile der Landschaft, die Aktion der Ringer, das FesthaltenJakob's, und dessen Begierde, seinen Gcgiier zu kciincn, so wie dasLoSreissen und die Bemühung des Engels, sich nicht erkennen zu lassen, sind in den Handlungen und Gesichtern ungemcin schön ausge-drückt. Dieses Gemählde ist im I. IliKI verfertigt worden. TeSKünstlers Manier darin ist gewissermaßen Rcinbraiidtisch; und i» dc»Kleinern zeigt er eine reiche Komposttion und gute Gruppirung.Fücßli» weiß vo» ihm nichts. Eben so wenig hat er den Engelsgekannt, von dem er weiter nichts weiß, als was Oesterreich inder Beschreibung des Stenglinischen KabinetS vo» ibm sagt.Oesterreich glaubt, er sey ein Teutscher gewesen. Taö war er aller-