Kollcklanecii zur Literatur.
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Beine über einander geschlagen, nicht aber, daß Knie auf.Knie ruhclc.Wenn eben diese Figur sich aus keine Säule lehnt, so sieht sie auchnicht mit über einander geschlagenen Fußen; wovon man auf der näm-lichen Tafel Beispiele findet.
„l?i»e Statue eines Helden, sagt Winkclmanii am angeführten„Orte, mit über einander geschlagenen Beinen würde bei den (Griechen„getadelt worden seyn; denn es wurde dergleichen Stand auch an ei„nein Redner unanständig gehalten, so wie es bei den Pythagoräern„war, den rechten Schenkel über den linken zu legen.
Hierüber isi vielerlei anzumerken. TaS Erstere zu beweisen, daßnämlich ein dergleichen Stand an den Rednern für unausiändig seygehalten worden, beruft sich N> auf den Plutarch, und dessen Ab-Handlung vom Zuhören. Aber Plutarch redet in der angezogenenStelle (Lylandcrs AuSg. S. 45>.) erstlich nicht von dem Staudedes Redners, sondern von der Eebchrdung des ZnhörcrS. Nicht vondem Redner sagt er, laß unter andern nnansiändigcn Bezeugungenauch ,^i>^ «5a>,Xaäte cc^k?5? eine sey, die er sich nicht versiatirnmüsse, sondern von dem Zuhörer. Man darf die Worte des Plu-tarch nur ansehen: L-r' w^riz? 7^? «Xtzoacrru?, oi) ^ovov, «. r. X —
Zweitens heißt auch ,l^>^ nicht der Stand übergeschla-
gener Beine, sondern das öftere llcbcrcinanderwcrfen der Schenkel,wodurch ein sitzender Zuhörer seine Unruhe und Unachtsamkeit zu er-kennen giebt; und dieses wurde, nicht wegen der Figur selbst, sondernwegen der beständigen unruhigen Abwechselung, nicht an dem sichcudcnRedner, sondern an dem sitzenden Zuhörer für unanständig, ä^-iri-e,gehalten. Xylandcr übersetzt die Worte sehr richtig: imleeor.-» lernn-lum inlei- 1o normulalio. ki^o?, heißen die Schenkel, uud nichtdie Beine oder Füße unter dein Knie; und »on «»aXXa^ktv,
alleiiiaie, bedeutet die Handlung des UmwcchsclnS selbst, nicht aberdie Lage der Schenkel, in die sie durch diese Umwcchseluug kommen.
Solch ein unruhiger Zuhörer war der Kaiser KaritakuzeuuS,als NiccphornS GregoraS (lv.XIX, c. ) vor ihm redete. 5icscStelle verdient dabei angeführt zu werden.
/M.4«?/^vI58. S. Ahucubildcr. — 5ie alten Römer hattenauch Knechte „c/ /«in^/iic«, wie die Vrabschrift auf einen solchenin dem 8opulellrc> lamiliao ^ugullao sich befunden. IXo. 32.
p. 28. 6?-»-i, I^um. cXXVII. p. 158 )
t?in solches Ahnenbild, wie cS an feierlichen Tagen aufgeputztwurde, glaube ich auf einer Münze des M. KalpurniuS Piso (beim