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11 (1839)
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Kollektanecn zur Literatur.

Mühlen ^/o/n n<?»n?-in inventum ett recens. 8e6 mo/»i.entai'!», ut ai'üitrol', reeentior ell'e creijitui'. I^am onliczui, oifallor, woli5 slinariis et manuarüs Isntum uteuaotur. ^>/cti//i«eu.s,i'e?'. »iveiik. p. 38.

Da also ein Italiener des scchSzchntcn Jahrhunderts schon aus-drücklich der Windmühlen gedenkt, ist es da wohl glaublich, daß manzur Zeit des Tasso noch keine Windmühlen in Italien sollte gehabthaben? Gleichwohl sagt Tasso in einem Briefe, in welchem er eineVergleichung zwischen Frankreich und Italien anstellt, es ausdrücklich.In dem Briefe nämlich, der in dem ^ou7-»»i /^le-ic/t^ie«/-^»-?, vct.t7K8 zuerst, und zwar nur in einer französischen Uebcrscyung, erschie-nen ist, unter der Aufschrift: I/ltalis eomparee :> la 1'ianee, par/s ^»^e, ^uteur la ^/e-'^/ä/em De/tvi-xc/ morceau reeemment«iceouvert et trg>Imt. Die Stelle selbst ist diese: ne 6ois pasomelti-e un avantgAe, c^ne la Trance tait tii^er 6cs ven>8 »ar le»moulin8, yu'il» sout .iZir; avgnt.izo, «Zont ett «rivee I'ltalio, czuin'a «zu« 6es mnulins ü eau. Doch, dieser ganze Brief scheintmir eine Erdichtung, und das Werk eines Franzosen zu seyn. Dennsonst hätte sichs wohl der Mühe verlohnt, ihn in der italiänischenSprache selbst mitzutheilen.

Musik. 1. Herr Bach, welcher hier in Hamburg Tclemann'sStelle erhalten hat, ist beständig ein besondrer Freund von diesem ge-wesen; doch habe ich ihn gleichwohl sehr unparlheiisch, in Vergleichungmit Graun, von ihm urtheilen hören. Telemann, sagt er, ist eingroßer Mahler, wovon er besonders in einem seiner Jahrgänge, wel-cher hier der Zellischc heißt, ganz ausnehmende Beweise gegeben hat.Unter andern führte er mir eine gewisse Arie an, worin er das Er-staunen und Schrecken über die Erscheinung eines Geistes ganz un-nachahmlich ausgedrückt habe, so, daß man auch ohne die Worte,welche höchst elend sind, gleich hören könne, was die Musik wolle.Aber Telemann übertrieb auch nicht selten seine Nachahmung in dasAbgeschmackte, indem er Dinge mahlte, welche die Musik gar nichtmahlen sollte. Graun hingegen hatte einen viel zu zärtlichen Ge-schmack, um in diesen Fehler zu fallen; aber die Hut, auf der er dcS-falls beständig stand, machte auch, daß er selten oder gar nicht mahlte,und sich meistentheils mit einer lieblichen Melodie begnügte.

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^e/it» //e-'tiotte!«,?, üsVi'-rii'»» Lliuz, poi^ta et mul!o»8, primuslle mulica livrum scriplit; schreibt Ioh. Matthäus äe rer. iaveiit.