Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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349
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Kollcktaneen zur Literatur.

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Werke davon gesehen; z. E. bei Hrn. Balemann in Hamburg dasPortrait eines kaiserlichen Generals, aus dem dreissigjährigen Kriege,in einem gehöhlten Thaler. Tie Jtalianer nennen diese Arbeit la-voro eli Kielln, und die Franzosen IXellure. Vigenere in seinenAnmerkungen über die Bilder des Philostratus, soll die Art, wiedabei verfahren wird, beschreiben, wie ich aus einem Artikel des Ca-seneuve in dem französischen Wörterbuche des Menage sehe. Jenermnthinaßt daselbst, ohne Zweifel sehr richtig, daß das Wort vonnige-', ,l/Aettu«z herkomme, und ne/iu»^ gleichsam so viel sey, als,l,Ae//ki/u>a, und nciVe?' so viel als niZ^/Zai-e. Ader er geht zuweit, wenn er darum in dem Testamente des Abts Lecdcbodus, derunterm Klothar, dem Valcr des alten Dagobert, lebte, und wel-ches Testament Helga ud, ein Mönch des Klosters Fleury, in seinerGeschichte des Königs Robert anführt, anstatt: lenlellas 6egurala5,«ziiae Iialient in meciio ciuccsletVa/as, will gelesen wissen: niAe/-/n/äs. TaS Wort ward nun einmal so gesprochen und geschrieben,auch wenn man Lateinisch sprach und schrieb. Hieraus steht man auch,daß ei'«,',,- nittee, als ein Kunstwort der Heraldik (beim Menageunter dem Art. weder so viel heißt, als aonilläe, gleichsam

omiiliilve, in der Bedeutung von klein, zart; noch auch vonIo ler tio rooulin, liui luulieot la meule tuperieure, herkommt,sondern wirklich ein Kreuz, nach gedachter Art gearbeitet, bedeuten muß.

Au Anfang des scchszchnicn Jahrhunderts war Francesco Fran-cia, ein Goldschmied und Mahler von Bologna , in dieser Art vonArbeit sehr berühmt, dessen auch Lamillo Leonardi gedenkt. (S.s. Artikel.) Ob aber das wahr seyn mag, was Leonard! daselbstsagt, daß diese Kunst zu niellircn eine neue Erfindung sey, und beiden Alten sich keine Spur davon finde?

Ich habe eine Ahnung, daß es vielleicht die Enkaustik der Allenist! Wenn ich die Sache näher untersuche, muß ich BulcngereZe pielura et Staluaria Veterum, Ii. II. 6sp. V. VI. zu Ratheziehen, wo die Stellen aus dem Vigenere lateinisch übersetzt sind.

War, wie oben angeführt, zur Zeit des LeodeboduS, der, wenner unterm Klothar lebte, in der ersten Hälfte des siebenten Iah»Hunderts gelebt haben muß, daß Nicllire» schon bekannt; so ist essehr wahrscheinlich, daß diese Kunst sich von frühern Zeiten hcrschrcibl.Sie wird keine Erfindung dieser dunkeln und barbarischen Zeiten ge-wesen, sondern von Griechen und Römern abgekommen seyn.