Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
415
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Entwürfe zur Fortsetzung der Briefe antiquarischen Inhalts. 415

MolochiteS erinnert haben, welche Gemme von dem Minus doch aus-drücklich rellcleiiüis lauclala jigms(°) gencnnt wird.

Die dritte Stelle giebt Tinglet) dem Hyacinth. Und was nennter einen Hyacinth? Einen dunkel braunrothcn Stein, feurig unddurchsichtig. ES ist wahr, das ist der Hyacinth der Alten; aber warumspricht Dingley hier so streng mit den Alten, da er in seinen übrigenBeschreibungen sich so weit von ihnen entfernt? Tie neuern Stein-kenncr verstehen unter Hyacinth einen gelben, honigfarbigen oder citron-farbigcn Stein, deren einige nur in das Röthliche spielen("). SeinHyacinth dürfte schwerlich von dem Amethyste und unserm Granatezu unterscheiden seyn; und ich weiß nicht, mit welcher Zuverlässigkeitman sonach sagen könnte, daß die Alten den Amethyst und Granatsehr selten, den Hyacinth hingegen weit häufiger geschnitten hatten.

Der Uebersctzcr hat das englische t?ci7nei beybehalten, weil erwegen des vollkommen gleichgeltcnden deutschen Namens ungewiß war.Aber er hätte sich kein Bedenken machen dürfen, Granat dafür zubrauchen; es ist durchaus das nehmliche, und einige Engländer schrei-ben bloß Larnet, weil sie bey einigen ältern italiänischen Schrift-stellern (-arnatci anstatt t-r-malo fanden, welches fast auf die Ver-muthung bringen sollte, daß diese Benennung nicht von den Körner»der so genannten Frucht hergenommen, sondern die Verstümmelungvon t-aramanlieus sey. Wenigstens stimmt die Beschreibung, die unsdie Alten von dem i^arliuneulo xarawantieo geben, mit dem Granatgänzlich übcrcin.

WaS Dingley endlich von dem Krystalle sagt, ist nur von demganz weißen uud dessen Gebrauche zu Siegelsteiuen zu verstehen. Daer in weil großem Stücken gefunden wird, als andere Edelsteine, sobrauchte man ihn auch zu größer» Dingen, zu welchen er häufig ge-schnitten ward. Aber wie viel gefärbte Krystalle mögen in den Dakty-liothekcn für die ächten Edelsteine gelten, deren Farbe ihnen die Kunstzu ertheilen wußte!

Unter den übrigen Anmerkungen sind nicht weniger, eben so un-zuverlässige. Er spricht von einem VeriniUionstein, Verwillon-ttone;und man sollte glauben, was das für ein besonderer Stein sey. Gleich-wohl ist eS weiter nichts, als ein Bcynamc, den die Iuwclierer der-jenigen schönen Art von Granaten gebe», deren Farbe sich dem Zin

(°) I. c, 8oct. 3K.

(°°) ve I^ael, Ilb. I. c. 6. Ilecenliorum kl^acintlii sunl Nsvo colore,inlerilum Nwplici, eoquv am ssluro sut iMulo, vel cum ral-etli»« qu-tUammixlo mlenliu« vel remilsius.