474 Zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur,
1347.
Gerlach, edler Herr zu Limbnrg, Von ihm sagt die vorbeiianuteChronik S. 4.
„Auch was er der klügste Dichter von Teutschen und Lalcinischcu,„als einer seyn möcht in allen teutschen Landen."Rcichard, Herr zu Westcrburg oder Wesserburg, ein tapfrerRitter. Die Limpurgische Chronik schreibt:
„Da wurden die von Coblenz jämmerlich geschlagen und nieder»„geworfen bey Grensauw, und verblieben ihrer todt 172 Mann,„und wurden ihrer dazu 7 gefangen. Das thetc Reinhard„Herr zu Westerburgk. Derselbe war zwar ein edler Ritter von„Sinn, Leib und Gestalt, und ritt dem vorgenannten Kayscr„Ludewig nach, nnd machte dieß Lied:
Ich dorstc den Hals zu brechen
Wer rechet mir den Schaden dann?
So hclt ich niemand der Mich reche,
Ich bin ein niigefrcnndter Man».
Uff Ihre Gnad acht ich kleine Sach,
Das läse ich Sie versteh» -c.„Da der vorgenannte Kayser Ludwig das Lied hörte, strafte er„den Herrn von Westcrburg, und sagte, er sollte cS den Frau/.wen gebessert haben. Da name der von Westcrbnrg ein kurze Zeit,„und sagte. Er wolle es der Frauwen bessern, und sang dieß Lied.
Zn Jammer no'tc» Ich gar vcrbrinn
Durch ei» Weib so mmnigliche:c.„Da sprach Kayser Ludcwig, Waßerburg hat es nun wohl gc-«bessert.
Diese beyden, Eerlach und Reinhard, stnd also ein Beweis, daß,sobald Deutschland wieder ruhiger und glücklicher war, die Dichtkunstunter den Großen wiederum mehr Freunde gewann.
Ich will also in diese erste Hälfte des llten Jahrhunderts verschic-dcne Dichter bringen, die wenigstens nicht später können gelebt haben,und die ich für älter anzunehmen keinen Grund habe. Als:
1. Otto (Ulrich?) von Thürheim; dessen zwey Heldengedichte, durchdie er ein drittes von Wolfram von vschenbach von vorn undvon hinten erweiterte und fortsetzte. S. 3V. 12. M8. lvl.134S.
Wicdercrscheinung der Gcißlcr. Von ihren Gesängen, welche inder Limp. Chronik Laiscn heißen, s. auch CramcrS Pommcrschc >Ur>chcuhistoric S. 67. (210. 1. Ilili.lol.)