Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
519
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Ueber d. Beweis des Geistes u. d. j^raft. '.'teS Schreiben. 51'^

Büchlein, aus dem Pamphlet ein Werk machen können. Aber ichdachte/ wer keinen Bogen liefet, liefet noch weniger mehrere Bogen,und dic Wahrheit, die »lan auf Einem Bogen nicht sagen und erwei-sen kann, ist wohl nicht weit her, oder ist vielmehr zu weit her.

Freylich aber kann ich nicht in Abrede seyn, daß eS leider meineeigensinnige Art ist, von der unerheblichsten Kleinigkeit am liebstenauszugehen, wenn ich durch sie mich am geschwindesten mitten in dieMaterie versetzen kann. Eine solche unerhebliche Kleinigkeit ist mirsodann gleichsam der niedrige, elastische Punkt, auf welchem ich meinTempo nehme. Doch das Tempo ist nicht der Sprung: und wer seinAuge nur auf mein Tempo heftet, der kann mich eben so wenig sprin-gen sehen, als er vermuthlich mag. Denn er ist vermuthlich selbst einSpringer; und will nur kunstmaßig beurtheilen, ob ich mein Temponicht zu weit, oder nicht zu kurz genommen habe. Der Sprung anund für sich ist ihm ein Nichts: den kann er auch; den kann er besser.

Also recht wohl: die Stelle des OrigencS war Ihnen nurein.unschuldiges Pförtchen, wodurch Sie mit einiger Manier auf dieLaufbahn treten wollten." Aber wenn sie Ihnen ein Pförtchen war:warum darf ich denn auf diesem unschuldigen Pförtchcn nicht meinTempo nehmen? Weil dieses Pförtchen ganz überstüßig ist? Kannwohl seyn. Weil dieses Pförtchcn nicht fest gcnnng stehet? Ich hättegeglaubt, auch ein unschuldiges Pförtchen müßte vor allen Dingen feststehen. Weil der Stoff dieses Pförtchcns zu viel oder zu wenig prellet? Das wäre etwas. Das hätte ich allerdings genauer untersuchenmüssen. Dafür kdnntcn wcdcr Sie noch ihr unschuldiges Pförtchen.

Wie? Ich sollte also nicht gewußt haben, wie weit die Stelle desOrigencS trägt? Ich sollte dic ganze Elasticität derselben in der Grund-sprache nicht gehörig erwogen haben?

Lassen Sie uns doch dieses, mein Herr, einen Augenblick genaueruntersuchen. Und nur dieses allein. Denn alles übrige, von dem Siesagen, daß cS Sie eigentlich nichts angehe, haben Sie auch wirklichso beantwortet, als ob es Sie nichts angehe; und wenig erhellet dar-aus deutlicher, als daß >vir ü5ec dergleichen Dinge nicht streitenmüssen. Vviu nicht! Nur über die Stelle eines Kirchenvaters, nurüber die wahre Meynung derselben, wollen wir uns hoffentlich wohlnoch verstehen.

Also, mein Herr: warum Sie den OrigencS nicht ausreden lassen,begreife ich noch jezt nicht. Sie versichern zwar, den Ausdruck desOrigencS in der engern Bedeutung des Apostels genommen zu habcn.Aber ich fürchte schr, daß Ihnen dic engere Bedeutung des ApostclS