Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
561
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Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch. Akt

didaktische Abhandlung, die an niemand gerichtet ist, als an alle, undvon niemand ganz sich hcrzuschrciben scheint, als von der alten ruhi-gen Wahrheit selbst.")

Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch.

^tcr.

Hochwürdigcr zc. :c.

So gleich als ich Ew. Hochwürden britische Untersuchung vomGebrauche der heiligen Schrift unter den alten Christen in denvier ersten Jahrhunderten, angekündiget fand, wisperte mir meinGewissen oder meine Eitelkeit zu: auch das vermuthlich wird dir gellen.

Denn eben damals schien es, als wollten sich meine Händel mitdem Herrn Hauptpastor Göze in Hamburg in einen gelehrten Streitauflosen, der eine Materie bctrift, die mit dem Inhalt Ihrer Schriftsehr nahe verwandt ist.

Ich hatte, um gewissen Einwürfen gegen das Christenthum miteins den Weg zu verlegen, behaupten zu dürfen geglaubt, daß Ein-würfe gegen die Bibel nicht nothwendig auch Einwürfe gegen diechristliche Religion wären, weil diese, in dem engen Verstände genom-men, in welchem man nur die eigentlichen Glaubenslehren darunterbegreift, die sie von jeder andern positiven Religion unterscheiden,sich weder ans die ganze Bibel, noch auf die Bibel einzig nnd alleingründe. Ich hatte behauptet, das; sich das Wesen des Christenthumsgar wohl ohne alle Bibel denken lasse. Ich hatte behauptet, daß eseinem wahren Christen sehr gleichgültig seyn könne, ob sich ans alle

°) Bon diesen sogenannten Briefen findet sich aber nichts, als wasmein Bruder an den Herr» D. Walch in Eotiingrn geschrieben, wovon erzwcv Manuscriptc hinterlassen. DaS eine ist wahrscheinlich der erste Ent-wurf und führt den besagten Tilel. DaS zwcvtc aber ist nicht blos bessergeschrieben, sondern auch anSgeardeilelcr, und hat den Titel- GottholdEphraim Lcßing, von den Tradiroren- Begleitet mit einemSchreiben an Se. Hochwürden, den Herrn Doktor C- Fr.'walch in Göttingcn, dessen Rritischc Untersuchung vom Ge-brauche der heiligen Schrift unter den alten Christen in denvier ersten Jahrhunderten, betreffend, o -Xkz'x»'' ,»^« -r«^-k,y7,,'o5c»kl. ZZcrlin 178N. ES hat auch mit »».4, I^oben S. 253^gar keine Arhiilichlcit als den Titel. Doch sindel sich darin» eine Beschwerdeüber Hauptpastor Go'zenS Art zu strenen, die der in der Vorrede zu derBibliolatrie sehr ähnlich ist. Aarl Lcssing im tbeol. Nachlas? S. 23.

i."MMj,j Werke xi,