Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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560
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Sogenannte Briefe.

revt libri vovi lettameMi iis tomnoribus, katis I!«zuet. /^6^!t:^/ec! et ^o/i/ie<c«s amannis, <zu!a Zoll vuneiarunt, <iuao perlioevt!«I IZvavFeliiim, sperarunt atczue extpectgruot. <)uae rekviciuudvetus leilawoutum, prout seriptum exttat, nam aliuoäe ?ropl>e-iao Igoatio innolcscere noa polueraut. I^oe Ivviter praelerwitten-6um, sb eo, priruc, c^uiäem loco, novi l'el'lsmeriti 5eripla, per«luao dlirittian! tumus, nomiuari, c^uall perlugium ivurn; kecuaclc,vero veleris libros, «zuia ex iis novuru conlirmgr! poiett.

es kann nicht wohl seyn, daß mein Verfasser hier blos mit denAugen des Tlericus gesehen hätte. Er hat gewiß nicht minder seineeigene gebraucht, und wenn, bis auf eine Kleinigkeit, beyde einerleysehen: so muß cS ja klar mid deutlich genung zu sehen seyn. Dasist alles wahr. Und doch! und doch!

Aber was habe ich dmn dagegen? Muß ich nicht zugeben, daß,wenn in der Stelle des Jgnatius unter den Propheten nichts andersals die Schriften der Propheten gcmeynt seyn können, die Aus-drücke Evangelium und Apostel eben so zn erklären studZ---

G. E. Leßl'ngssogenannte Briefe an verschiedene Gottesgelehrten,

die an seinen theologischen Streitigkeiten auf eine oder die an-dere Weise Theil zu nehmen beliebt habend)

sogenannte Briefe sind eine Art schriftstellerischer Composition, beywelcher sich die Posten eben nicht am besten stehen. Denn selten istes nothwendig, sie schriftlich abzuschicken. Nur dann und wann kannes seinen Nutzen haben, wenn sie gedruckt werden und mit Buchla-denfracht durch das Land reisen. Man könnte sie auch den einseiti-gen Dialog nennen; weil man sich wörtlich mit einem Abwesendendarin» unterhält, den man aber nicht zum Wort kommen läßt, sooft auch darum steht: Tagen Sie, mein Herr; werden Sie antwor-ten, mein Herr?

Figurlich ist eS die allcrkommodeste Art von Buchmachcrcy; ob-gleich darum eben nicht die schlechteste. WaS sie durch Mangel derOrdnung verliert, gewinnt sie durch Leichtigkeit wieder: und selbstOrdnung ist leichter in sie hinein zu bringe», als Lebhaftigkeit in eine

°) Theologischer Nachlaß S. 113.