Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
563
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Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch. 563

Feld zu locken, ein einziges abgedroschenes Stellchcn aus dem JrenäuSerwiederte! Und als ich auch diesem Stellchen die Ehre anthat, michdarauf einzulassen: wie gesagt; nirgends kein Laut mehr, und selbstjeder Frosch in den Sümpfen der freywilligen Beyträge und des Post-rcutcrs war mit ihm zugleich verstummt!

Nun also der Gedanke, einen beschwerlichen Gegner, an dem keineEhre zu erjagen ist, losgeworden zu seyn und dafür einen andern zuerhallen, dem selbst unterzuliegen Ehre seyn müßte dieser Gedanke,der mir bey Erblickung des Titels aufstieß, durch welchen Ew. Hoch-würdeu bald zu erscheinende Schrift sich ankündigte: wie hätte er mirnicht höchst angenehm und schmeichelhaft seyn sollen, wenn er auchweil minder natürlich gewesen wäre?

Das halbe Jahr, daS darauf hingieng, ehe diese Schrift Ew. Hoch-würden erschien, würde mir sehr lang geworden seyn, wenn es mir dieunruhige Neugierdc. den nähern Inhalt voraus zu errathen, in welcherich so manches Buch aufs Neue nachlas, nicht sehr kurz gemacht hätte.

Da ist sie nun! da liegt sie nun vor mir, und ich habe die Federergriffen, ein ungchcncheltcS Bekenntniß von dem Eindrucke abzulegen,den sie nach einer sorgfältigen Durchlcsung auf mich gemacht hat.

Ein dergleichen Bekenntniß kann ein Mann, dem cS nur umWahrheit zu thun ist, einem Manne unmöglich übel nehmen, der sichbewußt zu seyn versichert, keine unedlere Absicht zu haben, dabey aberdas sonderbare Unglück hat, nicht selten gerade da auf eine ganz un-geheuere Art misvcrstandcn zu werden, wo er geglaubt hätte, daßseine Zleusscrungen am attcrwillkomnicnsicn seyn würden.

Dieses Unglück, denke ich, hat mir sogar bey Ew. Hochwürdcnnicht wenig aufgelauert; denn ich könnte mich gleich anfangs beklagen,daß der Herr Doktor Walch mich lieber aus Gözcn, als aus mir sel-ber verstehen wollen.

So ist denn Götzcns Sache nothwendig die Sache der Kirche?und wenn sie cS ist: ist denn nicht wenigstens diese Sache von die-se», Zlnwalde zu unterscheiden?

II.

Göze Halle behauptet, daß eS schlechterdings keine christliche Re-ligion geben könne, wenn die Bibel nicht wäre; wen» die Bibel nichtvollkommen das wäre, wofür sie nur der Lutheraner hält. Ich setzediesem schneidenden Satze, andre vielleicht (dieses vielleicht soll miraber durchaus nichts vergeben) eben so schneidende Sätze entgegen:nnd mir will man nichts zu gute halten; ihm alles?

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