Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
579
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Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch, 57!)

Schriften mit keiner Sylbe gedenkt, worüber sich Hr. Leß selbst sosehr verwundert: was folgt daraus? Entweder wäre» die Schriftendes neuen Testaments damals noch nicht beysammen; oder sie standenin dem Ansehen noch nicht, in welchem sie izt stehen, und wurden zudem Unterrichte in der christlichen Religion für entbehrlich gehalten;oder bcydcS.

6) Bey der vierten Stelle des Clemens wünschte ich sehr, daßEw. Hochwürden wenige Zeilen weiter damit zurückgegangen wären.Clemens will von der Schwierigkeit reden, welche mit den GnostischcnAuslegungen der Schrift verbunden ist. Bey hohen Unternehmungen,sagt er, steht immer ein hoher Fall zu besorgen; vor welchem mansich hier nicht anders sichern kann, als wenn wir uns genau an dieRegel der Wahrheit halten, die wir von der Wahrheit selbst überkom-men haben. ^H-cl^ko^ai, «I'az'xi/ /I,k)>c<5« -ro-u? /Ikz-l^o-,? k^X"»

/Zo>>7k5 -xno'l w>^5kl«?> Nun Wissen wir aber, wenn wir es auchaus ihm selbst nicht wüßten, aus' dem JrcnäuS, was diese Regel derWahrheit, dieser «>»vuv r^? »?^k-,«? ist. ES ist daS Glaubens-Bc'kenntniß, die -c-?-? der vorigen Stelle, wodurch das verständliche derSchrift auch dem gemeinsten Manne verständlich wird, und das Un-verständliche auch dem kühnsten Forscher nicht länger unverständlich bleibt.Ich brauche Ew. Hockwürden nicht zu sagen, wie Clemens diesen x»i -»1-5? -»^5-1»? von dem x».'o,'-, -xx^m-n^xij! unterscheidet, die er beydeunlcr dem gemeinen Namen der !r<»i>»öo-5-u5 kxx^.-rc«^».^? zusammenfaßt. Aber ich darf versichern, daß man, ohne diesen Unterschied ge-nau in Gedanken zn hchaltcn, im Clemens gar nicht fortkömmt, undda blos ein gnostischcS Gcschwä; findet, wo er doch sehr bestimmteBegriffe zum Grunde legt. Er geht freylich von der Göttlichkeit derheilige» Schrift anS: und habe ich denn die schon geleugnet? Ich be-zeige ja blos mein Misfallcn, daß man ihn auf seinem Wege so baldverläßt lind von dem Werthe der Hülfsmittel, die heilige Schrift zuverstehen, so verschieden mit ihm denkt, als welche die Protestantenin die Schrift selbst zu legen für gut finden, anstatt daß Clemens,mit dem gcsammtcn christlichen Alterthume, sie ausser der Schrift an-nimmt. ES ist wahr, Clemens sagt allerdings:Menschen, die nurschlechthin («5X10?, d, i. ohne Beweis) ihre Lehren vortragen, lassetuns keinen Glauben schenken. Sie können auf eben diese Art auchIrrthümer lehren." Aber wie? Ohne Beweis rede», sott ihm soviel seyn, als ohne Beweis ans der Schrift reden? Ibin isi obneBeweis reden, gerade das Gegentheil; ihm ist ohne Beweis reden,