Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch.

nachzusehen für überflüßig geHallen, weil Sie dieselbe beym Ckamieuoder Suicer, oder Gott weiß, bey wem sonst, dergestalt angeführtgefunden, auf welchen allein alle das Harte zurückfallt, was ich voneiner so großen MiSdeutung zu sagen, gezwungen worden. Ich müßteden Hrn. D. lvalch in seinen übrigen Schriften zu sehr verkannt ha-ben, wenn ich ihn selbst für fähig halten könnte, uns vorschlich einensolchen Staub in die Augen streuen zu wollen. Er glaubte als einredlicher Mann, daß das, was solche Männer unlcrsucht hätten, einfür allemal uniersucht sey. Aber lieber nicht so: und besonders möchteich mir meine Landsleute und Glaubensgenossen, die Gerharde, dieRortholre und die Zorne verbitte». Diese guten Leute waren vielzu herzliche Lutheraner, als daß sie nicht ihren Lehrbcgriff nur allzu-oft auch da gesehen haben sollten, wo das pure platte Gegentheil da-von befindlich ist. Wahrlich bedürfen vornemlich ihre Anführungeneiner sehr starken Revision: und wie anders? Die gelehrten Katholi-ken hatten das Entschcidcustc darinn schon beschlagen, und befandensich in ihrer Hcimath.

c) Ich will bey den übrigen Stellen des Clemens kürzer zu seynsuchen. Die dritte Stelle ist eine Auslegung, die Clemens von einerDichtung des Hermas macht. Aber so, wie das ganze Buch desHermaS meiner Hypothese von Entstehung des neuen Testaments undvon dem Gebrauche, den die ersten Christen, davon machen zu müs-sen, sich verbunden hielten, ganz besonders günstig ist: so ist es dieseClemcntinische Auslegung nicht minder; so gezwungen sie auch au undfür sich selber ist. Ich verstehe nur die Worte ein wenig anders, alsEw. .Hochwürden sie zn übersetzen für gut befunden. Wenn ncinlichdie Bibel, rizv -»plX-izv «v-lz-i-uo-^ genommen, allen Menschen ver-standlich seyn soll: so verstehe ich die darauf folgende Worte,

-ra-vr-^v ii,v«<, iizv 5-,?--,v i^-xx^u-/ -x^^c^, NUr so, daß

hier nicht der Glaube, die Disposition unsrer Seele, sondern dasGlaubens-Bekenntniß bedeute. Auch ist es weit schicklicher, dieses mitden ersten Elementen der Schrift, mit den Buchstaben zu vergleichen,als jenen. Das Glaubens-Bekenntniß allein macht die Bibel allenMenschen verständlich: und das ist gerade das, was ich will Aberdieses Glaubens-Bekenntniß muß nicht aus dem neuen Testament ge-zogen seyn, sondern cS muß früher als das neue Testament, und inseiner völligen Unabhängigkeit vom ncnen Testamente, wenigstens ebenso glaubwürdig als das neue Testament seyn. Wenn das Buchdes HermaS hicrnächst, von welchem Ensebius sagt, daß es zum erstenUnterrichte in der Religion gebraucht worden, überhaupt der heiligen