Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
577
Einzelbild herunterladen
 

Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch. 577

altväterlichen apostolischen Saamen auf uns brachten." Sehr gutund genau! das heiß' ich doch übersetzen! Blos für die Kleinigkeithak uns Gott erleben lassen/ möchte ich lieber gesezt wünschen,hat Gott bis auf uns leben lassen, weil erleben einen Nebcnbcgriffder Zukunft mit sich führet, welcher die Zcitordnung, wenn sie nichtsonst bekannt wäre, ungewiß machen könnte. Aber nun? Getrauensich Ew. Hochwürdcn wohl, auch dieser Strothischen Uebersetzung dieneuiliche Anmerkung gleich an die Seite zu stellen, die Sie IhrerUebersetzung beyzufügen, kein Bedenken getragen? Die Versicherungmeyne ich-daß die Nahmen der vier Apostel sich offenbar aufihre Schriften und nicht auf ihren mündlichen Unterricht beziehen."Getrauen sich Ew. Hochwürden das wirklich? Und so entscheidend?mit einem solchen offenbar? Wenn es wahr ist, daß unter andernhier auch die Epistel Jacobi zu verstehen: so haben der Ritter Michae-lis und D. Leß sehr Unrecht, daß sie diese Stelle nicht als ein offen-bares Zeugniß für die Aulhentie derselben angenommen haben, undEw. Hochwürdcn würden wohl gethan haben, diesen Männern einedergleichen Entdeckung unter den Fuß zu geben. Doch ich bin gewißversichert, daß weder der eine noch der andre, was Ihnen so offen-bar scheinet, auch nur wahrscheinlich, auch nur möglich würden ge-funden haben. Und noch mehr Schade, daß nicht schon Luther ausdieser Stelle des Clemens gewußt, daß ein Jacobus wenigstens sichzuverläßig unter den apostolischen Schriftstellern befunden! Er würdeuns das Aergerniß mit der strohernen Epistel erspart haben. ImErnst und ohne alle Spörierey: zwcyerlcy ist vielmehr aus der StelledcS Clemens offenbar. Einmal, daß Clemens mündliche geheimeNachrichten mcynt, die durch seine Lehrer von gedachten Aposteln aufihn gekommen. Denn was hatte er nöthig, die Schriften der Apostelvon ihnen zu erhalten? Oder würden Ew. Hochwürden, um diesesmit einigem Anschein vorgeben zu können, nicht wirklich Ihre eigeneErndte niedertreten müssen? Und zweytens/ daß Clemens seine Leh-rer, den pantänus, den Bardesanes, den Tarianris oder wie siesonst gchcissen, für nicht geringer gehalten, als die benannten Apostelselbst, welches aus der Anspielung auf den VcrS des Homers folgt,wiewohl sonst wenig Kinder ihren Vätern ähnlich sind," in welchemHerr Stroth o,u,-»o-, auch wohl ein wenig nachdrücklicher hätte über-setzen können. Denn Kinder die ihre» Vätern blos ähnlich sind, giebtes doch genung?

Und sonach darf ich meine Vermuthung gar wohl wiederholen,daß Ew. Hochwürden ohne Zweifel diese Stelle des Clemens selbstLcsimgS Werke XI, 37