Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
576
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Z76

Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch.

Concilium gebräuchlich ward! Doch weg mit allen den Wortkritle-lcycn! Die Verfälschung, in welcher uns gleich darauf eine That-sache gezeigt wird, verdient eine schärfere Rügung. Clemens willnun auch anzeigen, was er denn eigentlich in seinem vorhabendenWerke aufzeichnen wolle, lind da gedenkt er denn verschiedener aposto-lischer Männer, die er in seiner Jugend zu hören gewürdiget worden,deren Reden er gern niederschreiben mochte, damit sie ihm in seinemAlter nicht einmal entfielen. Von einem insbesondere sagt er, daßer wie eine Biene in Sicilicn auf der prophetischen und apostolischenFlur Blumen gebrochen: und von allen insgesamt sagt er, daß siedie wahren Ueberlieferungen der seligen Lehre nnmittelbar vom Petrus,JacobuS, Johannes und Paulus erhallen gehabt, und durch GottesGnade bis auf seine Zeit leben müssen, damit anch er jenes uraltenapostolischen SaamcnS durch sie theilhaftig werden können. Es istmerkwürdig, daß das, was Clemens von jenem cinzelcn sagt, Eusc-bius in seiner Anführung der ganzen Stelle völlig wegzulassen fürgut befunden. Ein alter unverdächtiger Lehrer, der anf der propheti-schen und apostolischen Flur nur Blumen gebrochen, ist freylich keinMann, der uns einen hohen Begrif von der homogenen Göttlichkeitder heiligen Schrift machen kann. Doch hätte nun wohl eben Ense -bius kein spitzes Maul machen dürfen, der uns an einer andern Stelleso etwas, auf eine noch anstößigere Art, schon vom pavias erzählthat. Wenn man auch nur die Worte ei» klein wenig anders schraubt,was wäre denn darum, was nicht vollkommen Lutherisch klänge?Ew. Hochwürdcn übersetzen ja ganz ohne Anstoß, wie folget:Werdie Blumen auf den prophetischen und apostolischen Wiesen bcnuzt,gleich einer Biene in Sicilicn, der pflanzet einen vortreflichcn Vor-raih von Erkenntniß in die Seelen derer, welche ihn hören. SolcheLehrer bleiben bey der wahren Ueberlieferung der seligen Lehre,welche sie von petvo, Jacobs, Johanne und Paulo, diesen hei-ligen Aposteln, empfangen und vom Vater anf den Sohn bis aufunsere Feiten fortgepflanzt." Ich habe mir alle Wortkriliken bereitsuntersagt. Aber die Uebersctzung eines dritten dagegen hallen, dasdarf ich doch wohl? Dieser dritte ist Herr Strorh, von welchem wirohnlängst eine sehr treue und uubefaugene Uebersctzung der Kirchcngc'schichte des Euscbius erhalte» haben. Da lantet eS in dem UtenKapitel des 5len Buches, wo Euscbius die Stelle des Clemens ein-schaltet, nun so:Diese Männer, die die wahre Ueberlieferung derseligen Lehre erhalten haben, (wiewol sonst wcuig Kinder ihrenVätern ähnlich sind) hat uns Gott erlebcn lassen, daß sie jenen