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Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch. 681
siiker allerdings muß Schrift aus Schrift erklären und beweisen. Aberdie Christen überhaupt haben das nicht nöthig; weil der Gnostiker selbst,so weit er sich über sie verstiegen hat, doch wieder zu ihnen herab muß,und wenn er die Schrift aus Schrift noch so apodiktisch erwiesen hat,doch nur auch durch das Glaubens-Bekenntniß apodiktisch überführenkann. Das ist der wahre Sinn folgender Stelle des Clemens, die,wenn sie diesen Sinn nicht hatte, gar keinen haben würde, o^-o?««>, ^.«^l?, auch wir, wir Gnostiker, -»^«-v z^,, «^uv ^«z-uv
5) Ich bin wirklich sehr erfreut, über den Clemens hinweg zuseyn. Ich kenne keinen salcbrosern Scribentcn, der mehr Schlupfwin-kel für Zänker gewährt, als ihn. Besonders sind seine Stromata einso buntschäckigcS, desultorischcS Werk, daß man selten eine Seite langgewiß bleibt, mit ihm auf einer Bahn zu wandeln. Ich will damitnicht sagen, daß er in streitigen Untersuchungen darum ganz unbrauch-bar sey: ich will nur sagen, daß er eine ganz besondre Aufmerksamkeiterfordert, und von zwanzig Lesern, die ihn in die Hände nehmen,achtzehn ganz gewiß, blos den schönen Brocken nachjagen, die er ausder weltlichen Gelehrsamkeit so reichlich einstreuet, wenn von den übri-gen zwey, der eine auch nur blos bey den schönen theologischen Stcin-chen verweilt, die sich in Einen Lcbrbegriff so gut wie in den andernpassen. Wir kommen von ihm auf einen Lateiner, der in Ansehungdes Stils und der Worte vielleicht noch salcbroser ist, aber doch inAnsehung der Ordnung und Deutlichkeit dcS gcsammtcii Vertrags ihnbey weiten übcrtrift: auf den Ternillian-
Von diesem nun muß ich Ew. Hochwürdcn im Voraus bekennen,daß er eS ist, von welchem ich zuerst eine richtigere Vorstellung vonder wahren Quelle unsers Glaubens erlangt zu haben glaube; daß ercS ist, welcher mir das Pochen auf die bloße Schrift zuerst verdächtiggemacht hat; daß er cS ist, welcher mich zuerst überzeugt, wie natür-lich cS sey, wenn sich die Apostel vor allen Dingen unter einanderüber ein gewisses Formular verglichen, um nicht allein selbst einerleyzu glauben, sondern auch einerley zu lehren, wclchcS Formular schlech-terdings auch noch iezt mehr gelten müsse, als die nachhcrigcn Schrif-ten der Apostel, die nur gelegentliche Erläuterungen über diesen undjenen Punkt desselben sevn könnten, indem nicht eine einzige erst Christenmachen sollen, sondern alle an schon gläubige Christen geschrieben worden.
Doch cS ist hier noch nicht der Ort, wo ich zeigen muß, wasalles für mein Svstcm aus dem einzigen Tcrtullian zu beweisen stehet.Iezt soll ich nur auf ein paar Stelle» antworten, die mir Ew. Hoch-