582 Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch.
würden aus ihm entgegen setzen, als deutliche Beweise, daß auch Erdie Schrift für die einige Erkenntniß-Quelle der christlichen Reli-gionSlehrcn erkannt habe.
Die erste derselben ist auS der Schnhschrift genommen und lautetnach Ew. Hochwürden Nebersetzung, wie folget: „Wie könnet ihr Hci-„dcn euch doch einbilden, daß wir Christen uns um das Wohl der//Kaiser nicht bekümmern? Leset nur selbst die Befehle Gottes, die//Quellen unserer Erkenntniß, die wir gewiß selbst nicht unrer-,. „drucken und die so viele besondre Pflichten gegen Nichtchri-z/sten vorschreiben." Und da» wäre eine Uebcrsctzung von den Wor-ten des Tertullian , die ich aus der nemlicbcn Ausgabe, die Ew. Hoch-würden gebraucht, hersetze. <)ui ergo vut!>veii5, niliil no» «le l'alulvtüselsrum cursre, inspiee Ilei voce?, lilerus nostra?, rsuas neczueipli su^primimus et pleri^u« cs5>is scl exlraneos Iransserunt, Wosteht denn da eine Sylbe von Erkenntniß-Quellen? Sie haben dochnicht lileras nosiras durch Erkenntniß-Quellen geben zu müssen ge-glaubt; in der Meynung, daß lilerac- „ollr-ie auch wohl so viel alspnmse litlerse liilei nnlirae heissen könne? Ja, wenn man so über-setzen darf! So laßt sich freylich Alles in Allem finden! Eben so un-richtig und ohne allen Grund hineingetragen, ist das letzte: „die so„viel besondere Pflichten gegen Nichtchristen vorschreiben." -Liilu?,Pflichten I tr-m-lci-unr, vorschreiben! Wem ist so was schon vorge-kommen? Tertullian will sagen, daß die Schriften der Christen, aufdie er sich hier beruft, von ihnen ja nicht unterdrückt würden; son-dern durch diesen und jenen Zufall in die Hände der Heidenkämen. ES ist eben das, was oben Laktanz vom HicroklcS vermuthet,und ich kann mich nicht enthalten, den ähnlichen Fingerzeig dabey zuthun. Wenn cS wahr ist, wie Tertullian hier saget, daß die erstenChristen ihre heilige Schriften nur eben nicht unterdrückt haben, undblos zulassen müssen, daß sie zufälliger Weise vielen Nichtchristen indie Hände gekommen: so kann man doch auch wahrlich nicht sagen,daß sie dieselben auszubreiten und bekannter zu machen, freywillig be-müht gewesen; so kann man doch auch wahrlich nicht leugnen, daß sieeine Art von Vorsicht damit gebraucht, und eben das Geheimniß dar-aus gemacht haben, was ungefähr die Freymäurer auS ihren Constitu-tionS-Büchern oder die Preußischen Officicrc aus ihren Reglementsmachen, die sie beyde auch eben nicht unterdrücken, sondern vielmehrin die weite Welt zu kommen, nicht verhindern können.
Die zweyte Stelle des Tertullian , die aus eben der Schrift ge-nommen ist, würde mir eben so leichtes Spiel machen, wenn ich im