sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch,
583
geringste» auf die Hinterfüße treten wollte. Logimur ail litte^rum«livinaruw vommemoiulionem, li c>uili pr.iesenlium lempoi-um czus-litaü aut ^i-liemonerL cozit, gut reeognnteere. Ich dürfte ncmlichnnr frage»/ wie Ew. Hochwürden beweisen wollten, daß unter denlitloiis iNvims auch das gesammte neue Testament begriffen gewesen?Weil wir es jczt unter jener allgemeinen Benennung mit begreifenwürden? Oivins lillei-ati^a heißt dem Tertullian in eben derselbenSchutzschrift offenbar nur (°) das alte Testament, von welchem er be-hauptet, daß eS die Schatzkammer aller fremden Weisheit gewesen, undgegen welä'cS, seinem Ausdrucke nach, eine gewisse noviliola paratuiasehr absticht, unter welcher er das neue Testament verstehen soll. Dochin die Verlegenheit, sich auf solche Dinge einzulassen, brauche Ichniemand zu setzen, der ich cS mit beyden Handen zugebe, daß die ge-sammtcn Schriften der Evangelisten und Apostel nicht allein damalsvorhanden, sondern auch bey den Christen im Gebrauche gewesen. Ichfrage ja nur, in welchem Gebrauche? Ich frage ja nur, ob sie ihreGlaubenslehren daraus hergeholt? ob sie ihre Glaubenslehren ohnesie nicht gehabt haben würden? Hierauf antwortet diese Stelle desTcrtnllians so wenig mit einiger Bejahung, daß sie vielmehr einenganz andern Gebrauch, einen blos zufälligen Gebrauch, nach MaaS-gcbung gewisser Zeitumständc, offenbar anzudeuten scheint. Die Chri-sten schlugen ihre heiligen Schriften nach, so wie die Römer ihregeheimen archivalischcn Nachrichten, oder die Sibyllinischcn Bücher;nicht ihre Gesetze daraus zu lernen, sondern daraus zu sehen, wiecS bey gewissen Vorfällen ehedem gehalten worden, oder was ihnenbey gewissen ominösen Eräuguungcn bevorstehe. Vollend» machendie nächstfolgenden Worte des Tertullian : (^erle lidem l'-mruis v».ciliu8 paloimus, t'peiu vrigu»ii8, l'idueiain ligiiou8, llil'vi^Iiiiniiij»'.iet!ej>I<)l'um nillilmniiiu» in eom^ull'ulionihuü lleiil'umus, cS klar,daß blos von einem disciplinarischen und von keinem dogmatischen Ge-brauche des ncncn Testaments hier die Rede seyn könne. ^iil,!n> l'ua-<'>!.>- voviliu-! pal'c-uiius kann gar wohl auch nur heisscn- zur Stärkungunser« Glaubens singen wir geistliche Lieder. Denn daß das Singenin den ersten Versammlungen der Christen Mode war, wissen wir ge-wiß! da hingegen von Vorlesungen, wenigstens der jüngere PliuiuS,weder in Gutein noch in Bösem ciwaS erfahren hatte. Wenn nungar unter ^ompull'utiomlius die Verfolgungen zu verstehen waren,wem könnte man es verdenken, wenn er unter der vtimmeinniuliviic:litlel'arum clivinaruin vornemlich die Ablesung der Verhandlungen der
(°) c»p. 47. I>. 0SK,